Dolomitenmann 2017 – Männersache

Höher, steiler, geiler. Für die „Härtesten unter der Sonne“ geht am 9. September der 30. Dolomitenmann über die Bühne. Zum Jubiläum haben wir mit Erfinder Werner Grissmann über die Anfänge, Grenzerfahrungen und sein mangelndes Talent im Synchronschwimmen gesprochen.

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Foto: Mirja Geh/ Red Bull Content Pool

Herr Grissmann, 30 Jahre Dolomitenmann – was bedeutet das für Sie persönlich?
Werner Grissmann: Unglaublich. Eigentlich habe ich mir gedacht, dass das wohl nur ein paar Jahre funktionieren wird. Und jetzt, 30 Jahre später, ist der Dolomitenmann größer denn je und mit jenem aus dem Jahr 1987 nicht mehr vergleichbar.

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Foto: KK

Wie ist eigentlich die Idee zu diesem Bewerb entstanden?
Werner Grissmann: Ich habe den Bewerb im wahrsten Sinne des Wortes geträumt. Ich habe davon geträumt, dass wir in Lienz das größte Stadion der Welt haben und da habe ich mir gedacht, dass wir da unbedingt einen super Bewerb brauchen. Und dann hat die Umgebung von Lienz das Ihre dazu beigetragen. Die Berge und die Flüsse wurden zu den Utensilien für einen völlig neuen Teambewerb.

Es hat also nicht so was wie ein Vorbild gegeben?
Werner Grissmann: Nein. Mich haben aber schon immer Staffelbewerbe fasziniert. So eine 4 x 100 Meter-Staffel bei Olympia ist für mich das Größte. Und ich habe dann einen Staffelbewerb mit verschiedenen Sportarten gemacht.

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Foto: David Robinson/ Red Bull Content Pool

Und die Veranstaltung war sofort erfolgreich?
Werner Grissmann: Das wäre schön gewesen. Beim ersten Mal hatten zwei Wochen vor dem Start genau drei Teams genannt. Und wir haben gedacht, das wird der größte Flop aller Zeiten. Am Ende sind dann aber doch 54 Teams angetreten. Viele davon haben gedacht, das wird eine lustige G’schicht beim Werner Grissmann. Die haben sich dann allerdings ziemlich getäuscht. Von den 54 Teams sind dann nämlich nur 25 ins Ziel gekommen. Man muss aber sagen, dass damals auch das Material nicht so war wie heute. Es gab zum Beispiel noch keine Mountainbikes, sonder nur Querfeldeinräder. Die hat’s dann massenweise beim Hinunterfahren zerrissen.

Und dann ist die Geschichte explodiert. Was war es, das den Bewerb so attraktiv gemacht hat?
Werner Grissmann: Ich glaube, dass unsere Slogans wie „Für die Härtesten unter der Sonne“ und dann später „Härter, geiler, steiler“ für viele Sportler eine magische Anziehungskraft haben. Jeder will der Härteste sein, jeder möchte ein Dolomitenmann werden.

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Foto: Mirja Geh/ Red Bull Content Pool

Apropos. Warum gibt es in Zeiten der Emanzipation nicht auch eine Dolomitenfrau?
Werner Grissmann (schmunzelt): Das ist leicht erklärt. Ich würde auch gerne Synchronschwimmen – geht aber nicht. Die eine oder andere möchte schon mitmachen. Aber ich will die Frauen eigentlich nur schützen, denn der Bewerb ist, wie gesagt, für die Härtesten unter der Sonne konzipiert.

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Foto: Philipp Schuster/ Red Bull Content Pool

Es nehmen jedes Jahr auch viele prominente Sportler aus anderen Disziplinen am Dolomitenmann teil. Wen können wir zum Jubiläum bewundern?
Werner Grissmann: Fix dabei sind Christoph Sumann, Benjamin Karl und Andi Goldberger, der heuer das letzte Mal an den Start gehen wird. Dazu kommen natürlich jede Menge Weltmeister und Olympiasieger aus den jeweiligen Disziplinen.

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Foto: KK

Marcel Hirscher ist heuer nicht dabei?
Werner Grissmann: Nein, aus bekannten Gründen kann der Marcel heuer nicht mitmachen. Dabei hat es ihm letztes Jahr richtig getaugt. Aber der Dolomitenman ist selbst für einen Spitzenathleten wie Hirscher grenzwertig. Nach dem Bewerb hat er zu mir nämlich gesagt: Werner, ich bin blau wie ein Veilchen.

Und Sie selbst hat es als ehemaligen Schirennläufer nie gereizt, ein Dolomitenmann zu werden?
Werner Grissmann (lacht): Das Erfinden war schon so eine harte Arbeit. Da muss ich nicht auch noch mitmachen.

Red Bull Dolomitenmann
Datum: 9. September 2017
Ort: Lienz
Bewerbe: Berglauf, Paragleiten, Montainbiken, Kajak
Rahmenprogramm: Flowrag, Jimmy and the Goofballs, Mando Diao, Ö3-DJ Eberhard Forcher