Die Retter am Berg

Hilfe im Ernstfall. Überall dort, wo andere Helfer aufgrund der geografischen Gegebenheiten nicht mehr in der Lage sind zu helfen, kommt die Bergrettung zum Einsatz.

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Foto: ÖBRD NÖ/W

Rund um die Uhr, bei jedem Wetter, freiwillig und unentgeltlich stehen in Niederösterreich an 365 ­Tagen im Jahr Menschen im Einsatz, um bei einem Unfall im unwegsamen oder alpinen Gelände rasch Hilfe zu leisten: Mehr als 1.300 Bergretter und Bergretterinnen – Niederösterreich hat den größten Anteil an Frauen in ganz Österreich – sorgen in 30 Orts­stellen dafür, dass im Ernstfall schnell jemand vor Ort ist.

Unfälle vermeiden

Im besten Fall passieren Unfälle erst gar nicht. Leider überschätzen viele Menschen bei der Tourenplanung oftmals ihr Können und ihre Kondition. Besonders längere Touren stellen für Untrainierte konditionell eine Herausforderung dar. „Sehr häufige Unfallursachen sind Übermüdung, Erschöpfung und Überforderung“, ­bestätigt der Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich / Wien, Mag. Matthias Cernusca. Eine sorgfältige Planung mit einer Alternativroute, sollten sich die Bedingungen vor Ort oder das Wetter ändern, ist deshalb oberstes Gebot für alle, die sich auf in die Berge machen. Außerdem muss die Ausrüstung an die Schwierigkeit der Tour und natürlich auch an das Wetter angepasst sein.

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Foto: ÖBRD NÖ/W

Einen Notfall melden

Was aber sollte man tun, wenn  wirklich etwas passiert ist. „Zuerst einmal Ruhe bewahren, Erste Hilfe leisten und den Verletzten sichern. Dann mit dem Handy den Notruf absetzen. „In Österreich wählt man dazu den alpinen Notruf 140 – nur in Vorarlberg gilt der allgemeine Rettungsnotruf 144. Auch über die europäische Notrufnummer 112 funktioniert die Alarmierung“, informiert ­Matthias Cernusca. Wichtig: Wenn das Handy keinen Empfang hat, kann man es abschalten und nochmal aufdrehen und dann statt des PIN-Codes die Nummer 112 eingeben.

Hilfe für die Helfer

Auch wenn die Bergretter alle ehrenamtlich arbeiten, die geleistete Hilfe ist mit einem hohen Aufwand und Kosten verbunden. Da die Sozialversicherung bei einem Unfall im alpinen Gelände keine Bergungskosten übernimmt, muss man diese im Ernstfall  selbst erstatten. Auch hier bietet die Berg- rettung eine Lösung: Mit ­einem Förderbetrag von nur EUR 28,– pro Jahr sind im Notfall alle anfallenden Such- und Bergungskosten bis zu einem Betrag von EUR 25.000,–  versichert. Und wenn nichts passiert, hat man die gute ­Gewissheit, die Bergrettung unterstützt zu haben.

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Foto: ÖBRD NÖ/W

Bergretter werden!

Was hat Sie persönlich dazu bewogen, zur Bergrettung zu gehen?

Matthias Cernusca (Landesleiter Bergrettung Wien/NÖ): Bergretter zu sein, ist mehr als reine Vereins­tätigkeit. Ich gehe gerne raus in die Natur, das kann ich bei der Bergrettung damit kombinieren, Menschen in einer Not­lage zu helfen. Außerdem erlebt man tolle Kameradschaft im Team.

Was muss man können, um Bergretter zu werden?
Matthias Cernusca: Man sollte eine gewisse Bergerfahrung haben, also im dritten Schwierigkeitsgrad klettern können, und Ski fahren im freien Gelände sollte auch kein Problem sein. Bei der Aufnahme wird eine Eignungsfeststellung gemacht. Die weitere Ausbildung, ein Sommer- und ein Winterkurs sowie eine umfangreiche Erste- Hilfe-Ausbildung muss man dann innerhalb von fünf Jahren machen.

Wohin kann man sich bei Interesse wenden?

Matthias Cernusca: Auf unserer Homepage bergrettung-nw.at findet man alle 30 Ortsstellen in Niederösterreich. Am besten kontaktiert man eine in der Nähe des Wohnorts.