Der Sonne hinterher – die Erfolgsstory von Makava

Was in einem WG-Keller in Leoben begann, mutierte mittlerweile zu einer ziemlich lässigen Erfolgsgeschichte. Makava-Vertriebschef Klaus Krivacek erzählt, wie es dem einstigen Start-up gelingt, Rekordabsätze, 30-Stunden-Woche und Nachhaltigkeit unter einen Hut zu bringen.

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Einer von drei Gesellschaftern bei Makava: Klaus
Krivacek ist beim Grazer Bio-Eistee-Label für den
Vertrieb verantwortlich.
Foto: GEOPHO.COM
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Weekend: Recherchiert man etwas über Makava, liest man oft die Worte „Familie“ oder „Mithelfer“ statt „Mitarbeiter“. Dazu gibt es mit Jan Karlsson, Michael Wihan und Ihnen auch drei Gesellschafter – klingt nach einer ziemlich komplizierten Entscheidungsfindung …

Klaus Krivacek: Eigentlich ist es ganz einfach. Wir haben jeden Mittwoch ein Meeting mit einem großen Forum mit möglichst allen Teammitgliedern, wo alle relevanten Themen diskutiert werden. Dann hat man eine Woche Zeit zur Abstimmung und wenn dann zwei Drittel des Teams dafür sind, machen wir das auch so. Außer bei ganz elementaren Dingen wie: Wir machen künftig das Logo schwarz – da haben wir Gesellschafter schon ein Vetorecht, das betrifft auch Neuanstellungen oder Kündigungen. Aber vom Sponsoring bis zum Werbematerial – also das gesamte Daily Business, wird bei uns demokratisch entschieden.

Weekend: Was Makava auch von anderen Unternehmen unterscheidet, ist – gerade in der aktuellen Diskussion – die 30-Stunden-Woche, und das bei vollem Gehalt. Was waren die Beweggründe dafür und wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Klaus Krivacek: Es liegt quasi in der DNA von Makava, immer neue Wirtschaftsmodelle auszuprobieren. Ich muss zugeben, dass ich als Vertriebsverantwortlicher anfangs skeptisch war – doch nach einer kurzen Probezeit haben wir gesehen, dass das für uns einfach das ideale Modell ist. Uns ist lieber, unsere Leute arbeiten 30 Stunden vollmotiviert, als sie sitzen 38 Stunden die Zeit ab. Wir haben uns allerdings auch auf eine Kernarbeitszeit von 10:30 bis 13:30 geeinigt, wo jeder da sein muss. Wir haben gemerkt, dass dieses selbstbestimmte Arbeiten die Leute schon sehr motiviert, dazu gibt es bei uns ja auch eine Gewinnbeteiligung – unterm Strich kann man also sagen, dass wir damit sehr zufrieden sind, ein solch erfüllendes Modell gefunden zu haben. Auch die Vertriebszahlen sind deutlich gestiegen.

Weekend: Gerade im Vertrieb stelle ich mir die Einhaltung der 30-Stunden-Woche aber heraufordernd vor …

Klaus Krivacek: Natürlich – wenn Vertriebsreisen in eine andere Stadt, eine andere Region anstehen, arbeitet man auch einmal 45 Stunden oder mehr, das macht ja Sinn. Nur, diese 15 Stunden kann man dann eben auch frei wieder abbauen. Dazu gibt es bei uns übrigens auch sechs Wochen Urlaub. Die berühmte Work-­Life-Balance war und ist uns eben sehr wichtig.

Weekend: Der Erfolg gibt Ihnen zweifellos recht – Sie sind österreichweit im Einzelhandel erhältlich, sind in Berlin oder München genauso vertreten wie in Zürich und Bern. Wohin soll die Reise bei Makava gehen?

Klaus Krivacek: Heuer werden wir rund 4,2 Millionen Flaschen verkaufen – wenn man bedenkt, dass es 2011 noch knapp 200.000 waren, ist das schon ziemlich lässig. Obwohl wir sehr viele Anfragen aus dem Ausland haben, wollen wir nicht zu viel exportieren. Grundsätzlich wollen wir unserer Prämisse treu bleiben, dort verkaufen, wo wir auch selbst hingehen – das hat in Graz mit der Postgarage oder dem Parkhouse begonnen. Mittlerweile führen uns aber etwa auch die Grossauer-Betriebe – wir werden eben auch älter und wollen gut essen gehen. Aber irgendwann die zweistellige Millionenzahl zu knacken, wäre schon cool.

Weekend: Ein großes Thema bei Makava ist auch Nachhaltigkeit – wie macht sich das bemerkbar?

Klaus Krivacek: Einen Teil unseres Gewinns verwenden wir zum Beispiel für das Thema CO2-Neutralität – wo wir versuchen, unsere CO2-Emissionen zu kompensieren. Dazu verschreiben wir uns auch der Gemeinwohlökonomie. Solidarität, Menschenwürde, Toleranz in der Firma, Mitbestimmung – Schlagworte, denen wir uns verschrieben haben und die wir auch zu leben versuchen. Und laut aktuellem Gemeinwohlbericht sind wir da auf einem guten Weg, auch wenn es natürlich noch Bereiche gibt, wo wir uns verbessern können.

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