Der Pensions-Hunderter und der unverständliche Neid der Jugend

Ob der beschlossene „Pensions-Hunderter“ Anlass für großen Jubel ist? Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist er ein Signal an jene Generation, der meine Altersklasse und die viel Jüngeren viel zu verdanken haben.

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Peter Siegmund bloggt auf derkommunikator.at und auf weekend.at Foto: Peter Siegmund

Angesichts der Pensionserhöhung von 0,8 Prozent für 2017, die nicht einmal die Inflation von 0,85 Prozent zur Gänze abdecken wird, ohnehin nur ein schwacher Trost. Aber immerhin einer.

Klientelpolitik der Regierung? Mag schon sein. Aber wohl auch eine Ankurbelung des Weihnachtsgeschäftes. Das Geld, insgesamt etwa 180 Millionen Euro, wird zu einem guten Teil ohnehin wieder in die heimische Wirtschaft (zurück)fließen. Denn schlauerweise kommt die Einmal-Prämie mit der Dezember-Pension aufs Konto.

Dazu hat Therese Niss, eine hochintelligente Frau und Bundesvorsitzende der Jungen Industrie, unter anderem Folgendes ausgeschickt: „Die überdurchschnittlichen Pensionskosten belasten die Jüngeren durch den anwachsenden Schuldenberg sowie gleichzeitig dadurch, dass für Bildung, Forschung und Entwicklung überall das Geld fehlt. Diese Bundesregierung hat damit mit ihren jüngsten Maßnahmen im Pensionsbereich nur Mehrausgaben verursacht, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit bleiben einmal mehr auf der Strecke.“

Soll das wirklich heißen, dass unsere Pensionisten zu viel bekommen? Dass die 0,8 Prozent Erhöhung ab 2017 unverschämt sind? Dass den Jungen dieses Landes aufgrund des Tropfens, den man im Dezember auf den heißen Stein fallen lässt, Chancen genommen werden?

Niss‘ weiter formulierte Kritik: „An strukturelle Pensionsreformen hat man sich nicht einmal ansatzweise herangewagt“ lasse ich gelten. Ein „Schön und gut – aber“ wäre jedoch weitaus angebrachter gewesen. Aber wenn aus dem Lager der Neos in Zusammenhang mit dem Zusatz-Hunderter von „Verantwortungslosigkeit der Regierung gegenüber der jungen Generation“ gesprochen wird, relativiert sich alles.

Kritik an der Regierung? Berechtigt. Wo aber sind Vorschläge in Richtung der Jungen von heute? Wie wird das beispielsweise einmal mit deren Betreuung im Alter sein, wenn an die zehn Millionen Menschen in diesem Land leben? Wann endlich kommt neben der obligatorischen Kranken- und Pensionsversicherung auch jene, die verpflichtend absichert, was alle weit von sich schieben, weil es „sie ja ohnehin nie betreffen wird“: die Kostenübernahme im Pflegefall. 

Der obige Blog erschien das erste Mal am 23. November 2016. Mehr Blogeinträge von Peter Siegmund lesen Sie auf derkommunikator.at

 

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