Das Interview-„Ei“light

Flauschiger Eiermann im Schnupper-Talk. Ein alter Hase im Business steht Rede und Antwort: Das Weekend Magazin hat es geschafft, ein Interview mit dem Osterhasen zu ergattern. Herr Langohr, sind Sie eigentlich burnoutgefährdet?

_MG_9716.JPG
Der Osterhase im Interview: zu Besuch bei Erich und seiner Hasenbande. Foto: Weekend Magazin

Weekend: Lieber Osterhase, vielen Dank für Ihre kostbare Zeit. Momentan gibt es ja in jedem Supermarkt unzählige Schokoladen-Duplikate von Ihnen und die Kinder reißen sich um Sie. Vor Ostern ist absoluter Ausnahmezustand bei Ihnen und Ihren Helfern, oder?
Osterhase: Oh ja, das stimmt. Meine ganze Familie und ich arbeiten im Moment 24 Stunden am Tag.

weekend: Wie schaffen Sie die ganze Arbeit überhaupt?
Osterhase: Ganz alleine bin ich ja nicht. Meine Familie hier besteht aus circa 60 Hasen. Sogar die ganz kleinen werden schon brav eingeteilt. Jeder legt Pfote an und krempelt die flauschigen Ärmel hoch. Achja und natürlich helfen auch die Menschenkinder. Wenn nicht in unzähligen Kindergärten, Schulen bzw. Familien so fleißig Eier angemalt werden würden, wären viele Osternester nur halb so voll. Auf diesem Wege möchte ich ein großes Danke aussprechen.

_MG_9796.JPG
Foto: Weekend Magazin

weekend: Gleich neben Ihrem Stall bei Herrn Koratantschnig hier, tummeln sich auch einige Hennen. Warum bringt dann eigentlich der Osterhase die Eier und nicht das Osterhuhn?     
Osterhase: Ich habe diesen Job eigentlich noch nicht so lange. Vor einigen Generationen haben die Hühner die Eier gebracht, aber im Zuge der Arbeitsteilung haben die sich dann aufs Eierlegen spezialisiert. Außerdem standen sie immer kurz vor einem Burn-out. Wen wundert’s bei der Doppelbelastung?

weekend: Bleiben wir gleich bei den Wissens-Fragen: Warum gibt es zu Ostern überhaupt den Osterhasen und die -eier?     
Osterhase: Ostern ist das Fest des Frühlingbeginns. Da wir Hasen nach dem langen Winter die Ersten waren, die sich wieder blicken gelassen haben, waren wir damit ein sicheres Zeichen, dass der Winter zu Ende ist. Auf der Suche nach Futter und Plätzen, an denen wir unsere Jungen bekommen konnten, haben uns die Menschen nicht selten in ihren Vorgärten gesehen. Irgendwann entstand dadurch der Glaube, der Hase versteckt dabei die Eier. Außerdem steht der Hase bereits seit dem alten Ägypten für Fruchtbarkeit. Und da das Ei in vielen Religionen und Regionen das Symbol für neues Leben ist, gehörten Osterhase und Osterei fortan irgendwie zusammen.

weekend: Sie sind ein Phänomen wie das Christkind bzw. der Weihnachtsmann. Herrscht da ein gewisser Konkurrenzgedanke? Osterhase: Ich persönlich sehe das nicht so. Wir laufen uns zwar kaum über den Weg, kommen aber ganz gut miteinander aus. Natürlich vergleicht man sich schon mit dem anderen – und hier möchte ich erwähnen, dass jährlich deutlich mehr Schokohasen als Schoko-Weihnachtsmänner produziert werden – aber im Großen und Ganzen schätzen wir die Arbeit des anderen sehr. Sicherlich erhält der Weihnachtsmann mehr Aufmerksamkeit als ich, aber im Mittelpunkt zu stehen ist eh nicht so mein Ding. Deshalb lasse ich mich ja auch nicht gern beim Eierverstecken erwischen.

_MG_9775.JPG
Foto: Weekend Magazin

weekend: Apropos Eier verstecken: Wie sieht denn das perfekte Osternest aus?     
Osterhase: Da muss ich Sie leider enttäuschen: Das wäre ja fast so, als würde Coca-Cola sein Produktionsgeheimnis verraten ...

weekend: Na das fällt dann wohl unter die Kategorie Berufsgeheimnis. Zum Abschluss noch eine Frage in eigener Sache: Ich liebe Geschenke. Auch zu Ostern. Sind Sie vielleicht ein klein wenig bestechlich?    
Osterhase: Da gibt es nur eine richtige Antwort: „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts.“ (kurze Pause) Na gut, sie dürfen es keinem sagen, aber ich und meine ganze Familie hier, wir lieben Brokkoli und Spinat. Der zergeht auf der Zunge. Also, falls der irgendwo herumliegt, könnte es schon sein, dass sich vielleicht zufällig ein paar mehr Eier ins Nesterl verirren.

Mehr zum Thema: