Conrad Amber – der Baumbotschafter

Der klingende Name ist die zweite Persönlichkeit des Kunstkontakt-Unternehmers Heinz Mathis. Seine Leidenschaft für Bäume brachte er mit dem Bildband „Baumwelten“ zum Ausdruck. Nun präsentiert der Fotograf und Erfolgsautor (ausverkaufte Erstauflage 13.000 Stück) mit „Bäume auf die Dächer – Wälder in die Stadt“ ein starkes Plädoyer für die Begrünung von Städten.

Conrad Amber
Foto: walser-image.com

Weekend: 16.000 Facebookfans, wovon etliche rege mitkommunizieren. Haben Sie einen Nerv der Zeit getroffen?
Conrad Amber:
Bäume sind faszinierend. Jedes Kind weiss, dass Bäume den Wasserhaushalt in Luft und Boden regeln, unsere Luft von Feinstaub säubern und Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten. Eine 100jährige Buche verdunstet von den Wurzeln bis über den Stamm hinaus 400 Liter Wasser täglich. Würde man mit einem Stethoskop an der Rinde „lauschen“, könnte man den Baum trinken hören. Die Rotbuche in meinem Garten ist 35 Jahre alt und nun „geschlechtsreif“, d.h. sie hat sich heuer erst versämt. Bäume und Wälder geben uns Kraft und Ruhe und berühren daher aus vielen Gründen unsere Seele. 

Weekend: Sie haben sehr viel recherchiert?
Conrad Amber:
Für die Baumwelten habe ich sieben Jahre lang fotografiert und recherchiert und war auf etlichen Reisen im deutschsprachigen Europa. Aus 30.000 Bildern habe ich 700 Naturkunstwerke vorgestellt. Ich habe kein Hochschulwissen in Dendrologie und kann noch viel lernen. Mir geht es darum, dass Menschen ihre Haltung gegenüber Bäumen hinterfragen und die Konsequenzen ihres Tuns realisieren. Wer eine 100jährige Buche fällt, müsste 2000 Jungbäume setzen um ihr Kronenvolumen zu ersetzen. Die Vorarlberger "räumen" leider allzugerne auf. Dabei steckt sogar in Totholz noch jede Menge Leben.

Weekend: Ihr Appell wird im neuen Buch noch eindringlicher?
Conrad Amber:
Jeder Wald, jeder neu gepflanzte Baum ist ein wichtiger Beitrag zu einem besseren Leben auf unserem Planeten. Mein Plädoyer für mehr Grün beim Städtebau untermauere ich mit Vorschlägen. Denn die Pflanzung von Bäumen ist überall vorstellbar und realisierbar. Ob als Stadtalleen, in Friedhöfen oder auf Dachgärten. Bäume sind grüne Oasen und Kühlkraftwerke. In Stuttgart, wo wegen des invasiven Klimas oft Feinstaubalarm ausgegeben wird, realisieren wir demnächst für einen Kindergarten im 6. Stock eines Hochhauses die Pflanzung mit sechs Bäumen. Dieses Kleinkraftwerk fungiert als Luftfilter.

Weekend: Bäume auf die Dächer?
Conrad Amber:
Bei meiner Buchpräsentation am 24. Mai in der Landesbibliothek Bregenz (19.30 Uhr) wird das eines der Themen sein. Man bedenke wieviele Flachdächer  Vorarlberg aufweist. Ein Dachgarten hat einen Kühlungseffekt, durch die Dachbegrünung wird das Klima gemäßigt und durch die Erdschicht sogar die Dachhaut geschont. Dachbegrünungen sind ein Beitrag zur Biodiversität, fördern Bestäuberinsekten und bieten Bienen und Co ein Paradies. Ich lade alle Interessenten ein, meinen Argumenten über die Kraft und Wirkung von Bäumen zu folgen.

Conrad Amber
„Mit Dachbegrünung könnten große Städte ihr Stadtklima im Sommer wie Winter um zwei Grad verändern.“ Conrad Amber Foto: walser-image.com

Zur Person: CONRAD AMBER

  • geb. 1955 als Heinz Mathis in Hohenems
  • Familienvater von drei Mädchen
  • Werdegang: Matura, ging rasch in die Selbständigkeit, führte 35 Jahre lang ein Künstlermaterialunternehmen
  • Mitbegründer des Kunstraums Dornbirn
  • Gründer und Inhaber des Kunstvermittlungsunternehmens Kunstkontakt, seit Jahrzehnten Fotograf und Filmer
  • seit 2003 als Conrad Amber tätig, seit 2015 Buchautor, Buchpräsentation: 24. Mai, 19.30 Uhr, Landesbibliothek Bregenz
  • Hobbies: Bäume, Natur erleben, Fotografieren, Wandern.
  • www.conradamber.at

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