Handke-Freund Valentin Hauser im Gespräch

Wir trafen den Griffner Autor Valentin Hauser in der Buchhandlung Hermagoras und plauderten mit ihm über sein neues Werk, seine Faszination für Geschichte sowie seine Freundschaft zu Peter Handke.

Valentin Hauser liest aus seinem Buch in einer Buchhandlung
„Durch meine Bücher sollen wissenswerte Kapitel der heimischen Geschichte für kommende Generationen lebendig bleiben.“ Valentin Hauser, Autor Foto: Studiohorst

Weekend: Was können Sie uns über Ihr soeben erschienenes Buch „Griffen wie es früher einmal war“ erzählen?
Valentin Hauser: Das Buch nimmt den Leser mit auf einen Streifzug durch das Leben der Griffner Marktbewohner rund um das Jahr 1910 und beschreibt ihre damaligen Lebensbedingungen sowie die gesellschaftlichen Strukturen der Gemeinde. Darüber hinaus leistet es seinen Beitrag zu dem Projekt „CarinthiJa 2020“, indem es bisher unbekannte Kapitel des Kärntner Abwehrkampfes, die sich auf die Zeit der Besetzung Griffens durch die Südslawen beziehen, sachlich und differenziert beleuchtet. Außerdem widmet es sich beispielsweise den vielen mitunter originellen Vulgonamen der historischen Höfe sowie den Lebensgeschichten bekannter Griffner wie etwa des Malers Zoran Mušič.

Weekend: Worin besteht der Reiz, den historische Themen auf Sie ausüben?
Valentin Hauser: Ich kann mich vor allem für das akribische Recherchieren spannender Geschichten begeistern, die den Menschen in dieser Form noch nicht bekannt waren und die ihnen wie mir neue Perspektiven eröffnen. Zudem möchte ich diese Episoden mit meiner Tätigkeit für die Nachwelt lebendig erhalten, da sie andernfalls dem Vergessen anheimfallen würden.

Weekend: 2002 wurden Sie zu Österreichs Kochchampion gekürt. Verspüren Sie keine Lust dazu, auch einmal ein Kochbuch zu schreiben?
Valentin Hauser: Tatsächlich habe ich bereits ein Kochbuch fertiggestellt. Es enthält traditionelle heimische Rezepte meiner Großtante, die ich gemeinsam mit meiner Frau für den modernen Geschmack adaptiert habe. Für eine Veröffentlichung fehlt jedoch noch die grafische Aufbereitung.

Valentin Hauser vor einem Bücherregal
Valentin Hauser war bis 2007 in der Verwaltung der Gemeinde Griffen tätig. In seinen Büchern hält er bewegende Episoden der Kärntner Geschichte fest. Foto: Studiohorst

Weekend: Mit Peter Handke verbindet Sie eine enge Freundschaft. Haben Sie von ihm auch etwas über das Schreiben gelernt?
Valentin Hauser: Er hat mehrere meiner Bücher lektoriert und mir dabei viele stilistische Tipps gegeben. So mahnte er mich etwa zu einem sparsamen Umgang mit Adjektiven und hielt mich dazu an, in meinen Ausführungen der Vorstellungskraft des Lesers mehr Raum zu geben. Mein aktuelles Buch ist zudem auf sein Betreiben hin entstanden, genauso wie das über die Saualpe.

Weekend: Haben Sie auch die Verleihung des Literaturnobelpreises an ihn gemeinsam gefeiert?
Valentin Hauser: Ja, wir haben bereits unmittelbar nach der Verkündung der Auszeichnung einen schönen Tag mit einem Mittagessen in Slowenien verbracht und sind anschließend bis spät in die Nacht hinein in Griffen zusammengesessen.

Weekend: Wo kann man Ihr aktuelles Werk erwerben?
Valentin Hauser: Sie finden es im Buchhandel oder können es unter der Telefonnummer 0664-1333355 auch direkt über mich beziehen.