Christoph Schrottenbaum: Perfekter Service für den Gast

Er schüttelte als Finalist im „The Gold Service Scholarship 2016“ der britischen Queen die Hand und gewann jüngst die Goldmedaille der Berufseuropameisterschaft „Euroskills“ in Göteborg. Der junge Servicefachmann der Spitzengastronomie überzeugt mit Professionalität, Leidenschaft und exzellenter Kommunikation.

Christoph Schrottenbaum
„Ich durfte schon sehr früh als Manager tätig sein, trotz meiner Jugend wurde ich aufgrund meiner Professionalität akzeptiert.“ Christoph Schrottenbaum. Foto: walser-image.com

Weekend: Ihre Erfahrungen zur Berufswahl?
C. Schrottenbaum:
Die Tourismusbranche fordert sehr, aber wenn man seinen Job mit Leib und Seele ausführt, ist die Betätigung sehr bereichernd. Ich wollte immer schon ins Ausland, um Neues zu sehen und viele Erfahrungen zu  machen. Mein Bruder war Lehrling im Hotel Valavier, in dieser Richtung wollte ich mich ebenfalls orientieren. Die Tourismusschule habe ich deswegen gewählt, um mit der Matura ein späteres, allfälliges Studium absolvieren zu können. Das Beste was einem passieren kann ist, wenn man im Ausland Kenntnisse erwerben kann. Man wird reifer und rasch selbständig, man trifft viele Menschen, lernt andere Kulturen kennen und verfeinert Sprachkenntnisse.

Weekend: Was fasziniert Sie am meisten in Ihrer Arbeitstätigkeit?
C. Schrottenbaum: 
Ein zufriedener Gast, der gerne zu mir wiederkehrt, ist mein größter Lohn. Gäste lassen sich von einem guten Service überzeugen, selbst wenn das Essen einmal nicht so gut gewesen sein sollte. Die Verantwortung für den täglichen Restaurantbetrieb, die Mitarbeiterausbildung und Abläufe im Service ist groß, aber bereichernd. Gute Theorie und viel Praxis bilden dafür die Basis. Die neue Gastgeberschule GASCHT sieht diese Verknüpfung ja ebenfalls vor – und sogar die Möglichkeit, die Berufsreife abzulegen.

Weekend: Worum ging es bei den EuroSkills?
C. Schrottenbaum:
Während des Bewerbes musste ich berufsspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten beweisen: Bistroservice, Fine Dining, Champagnerrezeption mit Kanapees, Aufdecken, Flambieren, Tranchieren, Früchte und Fische filetieren, Cocktails mixen, 14 weiße und 14 rote Weine sowie Spirituosen blind erkennen. Mental ist so ein Bewerb sehr anstrengend. Den Hauptteil bildete der Gästeservice. Diese Fähigkeiten sind weltweit gefragt. Ich freue mich riesig über die Goldmedaille!

Weekend: Welche Ziele verfolgen Sie privat wie beruflich noch?
C. Schrottenbaum:
Mit der Familienplanung habe ich noch Zeit, mein Visum für Australien gilt vier Jahre, ab Mitte Jänner beginne ich im Gourmetrestaurant „Vue de Monde“ in Melbourne zu arbeiten. Persönlich liegt mir am Herzen, dass ein perfekter Service einen höheren Stellenwert erhält. Früher ging man zum Maître essen. Man kann sich zum Weltklasse­restaurantmanager oder Generalmanager hocharbeiten, oder selbst ein Restaurant eröffnen. Die Internationalität in unserer Branche bietet enorme Chancen aber auch große Herausforderungen. New York wäre jedenfalls eine interessante Etappe...

Christoph Schrottenbaum
„Finde einen Beruf der dir Spaß macht, und du wirst keinen Tag in deinem Leben mehr arbeiten.“ Christoph Schrottenbaum. Foto: walser-image.com

Zur Person: CHRISTOPH SCHROTTENBAUM

  • Jahrgang 1993, Nenzing
  • Familienstand: in Partnerschaft
  • Werdegang: Tourismusschule Bludenz, Matura 2012
  • erwarb während Schulzeit Erfahrung bei Seidl Catering, Praktika im Hotel Arlberg, Bayerischer Hof, München, The Fat Duck, England, Rio (Fk), Noma (Kopenhagen)
  • bis Ende 2016: Floor Manager im Dinner by Heston Blumenthal, London.
  • ab 2017 im Restaurant Vue de Monde, Melbourne/Australien
  • Auszeichnungen: Vizestaatsmeister Österreich Service, Annual Award of Excellence Gewinner, Royal Academy of Culinary Arts, The Gold Service Scholarship Finalist
  • Hobbies: Skifahren, Fußballspielen

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