Christian Gantner – Der Brückenbauer

Christian Gantner ist neu ins Vorarlberger Regierungsteam gerückt. Weekend hat den 37-jährigen Neo-Landesrat getroffen und zu seinen Plänen befragt.

Christian Gantner
„Vorarlberg ist in Sachen Sicherheit gut aufgestellt, wofür ich insbesondere an meinen Amtsvorgänger Ing. Erich Schwärzler einen Dank richte.“ Christian Gantner, Landesrat Foto: walser-image.com

Weekend: Als 25-Jähriger sind Sie 2005 zum Gemeindeoberhaupt von Dalaas gewählt worden. Bei Amtsantritt waren Sie Österreichs jüngster Bürgermeister. Zudem haben sie dreieinhalb Jahre lang im Vorarlberger Landtag Erfahrungen gesammelt. Fühlen Sie sich bereit für die neue Funktion?
Christian Gantner:
Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe, glaube aber, dass mir meine 13jährige Erfahrung als Bürgermeister, mein bisheriger Vorsitz im Landwirtschaftsausschuss und die Sprecherfunktionen im Bereich Energie, Wasserwirtschaft und Ländlicher Raum eine gutes Grundgerüst für die zukünftige Arbeit mit auf den Weg geben. Der Beginn meiner Amtszeit als Bürgermeister von Dalaas fiel in eine schwierige politische Zeit. Es ist in der Folge jedoch gelungen, Ruhe in die Gemeindearbeit zu bringen und im Ort eine positive Grundstimmung zu verankern. In breiter Zusammenarbeit konnten wir mehrere Nachhaltigkeitsprojekte verwirklichen, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Nach Abbau von Gemeindeschulden war es möglich, das Investitionsprogramm 2020 zu starten. Einen neuen Bevölkerungshöchststand in der Gemeinde brachte die gemeinsam initiierte Wohnraumoffensive Dalaas-Wald. Insgesamt wurde eine sehr dynamische und erfolgreiche Entwicklung angestoßen, die von der Bevölkerung aktiv mitgetragen wird.

Weekend: In Ihren Zuständigkeitsbereich fallen einige sehr wichtige Ressorts, darunter das herausfordernde Thema Sicherheit. Als Mitglied der Feuerwehr von Wald am Arlberg ist Ihnen die unverzichtbare Sicherheitsarbeit ja nicht fremd. Wo sind künftig neue Initiativen zu erwarten, wo setzen Sie auf Altbewährtes?    
Christian Gantner:
Vorarlberg ist in Sachen Sicherheit gut aufgestellt, wofür ich insbesondere an meinen Amtsvorgänger Ing. Erich Schwärzler einen Dank richte. Wir verfügen über mehrfach bewährte und leistungsfähige Strukturen in allen Regionen – sowohl im ehrenamtlichen wie auch im hauptberuflichen Bereich. Die Herausforderung für mich sehe ich darin, die gute regionale Sicherheitsarchitektur zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Im Zentrum der Bemühungen steht, die Bevölkerung, unsere Siedlungsräume, die betriebliche Infrastruktur sowie unsere Verkehrswege bestmöglich zu schützen. Dafür werden wir weiter kontinuierlich investieren und mit den Gemeinden an einem Strang ziehen. Dies gilt insbesondere auch für den Bereich des Hochwasserschutzes, der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie der Schutzwaldsanierung.

Weekend: Sie gelten als jemand mit Handschlagqualität und als „Brückenbauer“. Glauben Sie, dass Ihnen diese Eigenschaften auch im Landwirtschaftsressort nützlich sein werden?
Christian Gantner:
Ich komme selbst aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und daher ist die Landwirtschaft natürlich mein Herzensressort. Durch diese besondere Nähe zu den Bäuerinnen, Bauern und Jungbauern weiß ich um die Anliegen und Herausforderungen der heimischen Landwirtschaft. Den ehrlichen Dialog auf Augenhöhe möchte ich ganz nach Vorarl­berger Art weiter fortsetzen.Mit der Landwirtschaftsstrategie „Ökoland Vorarlberg – regional und fair“ verfügen wir über eine gute Grundlage, um den Arbeitsplatz und das Familienunternehmen Bauernhof erfolgreich in die Zukunft zu führen und damit lebendige ländliche Räume zu erhalten.

Christian Gantner
Neo-Landesrat Christian Gantner. Foto: walser-image.com

Zur Person: CHRISTIAN GANTNER

  • Geboren am 18. September 1980 in Bludenz
  • Wohnt mit seiner Frau Claudia und seinen drei Kindern in Wald am Arlberg
  • 2005 jüngster Bürgermeister Österreichs
  • Einzug in den Landtag im Oktober 2014

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