Chefarzt Wolfgang Elsäßer

Wolfgang Elsäßer ist Chefarzt am LKH Feldkirch und hat dort viele Rollen als Arzt, Diplomat, Vermittler und Chef für 405 Ärztinnen und Ärzte des Hauses mit 619 Betten und 22 Fachbereichen. Aufgrund seines Gespürs für Patienten und Mitarbeiter genießt er hohes Ansehen.

Wolfgang Elsässer
„Der Chirurg ist nur dann zufrieden, wenn die Erwartungen des Patienten erfüllt wurden.“ Wolfgang Elsäßer, HNO-Arzt und Chefarzt Foto: walser-image.com

Weekend: Was hat sich seit Ihrem Start als Arzt verändert?
Wolfgang Elsäßer:
1984 habe ich im LKH Feldkirch meine Ausbildung zum Facharzt für HNO-Heilkunde absolviert. Später führten mich meine Wege nach Innsbruck sowie an deutsche HNO-Kliniken, nach St. Gallen und in die USA. Auffallend in Vorarlberg ist, dass sich das medizinische Angebot und die Qualität in den letzten Jahren enorm verbessert haben. Wir befinden uns durchwegs auf Augenhöhe mit den Universitätskliniken. Eine besondere Stärke in Feldkirch ist die hervorragende Zusammenarbeit und gelebte Interdisziplinarität aller 24 Abteilungen. Die Medizin im Wandel benötigt ein abgestimmtes Fortbildungsprogramm, da sich jeder Fachbereich in zahlreiche Subdisziplinen aufsplittet. Durch anhaltende bauliche Investitionen schaffen wir dafür die Voraussetzungen.

Weekend: Welche Herausforderungen warten?      
Wolfgang Elsäßer:
Als große Herausforderung sehe ich die strategischen Ziele in Zusammenarbeit mit anderen Landeskrankenhäusern. Um medizinische Qualität zu gewährleisten, müssen wir die schwierigen und selteneren Operationen im Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch konzentriert behandeln. Für diese Fälle benötigen wir die vorhandene Infrastruktur mit den verschiedensten Fachabteilungen und angepasster Intensivkapazität. Wir wissen, dass die aufwendigen Operationen eine intensive Nachbetreuung benötigen, um den Patienten die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Als große Herausforderung sehe ich eine häuserübergreifende Ausbildung für Ärzte, da bestimmte Krankheitsbilder konzentriert behandelt werden müssen.

Weekend: Was zeichnet für Sie eine gute Operation aus?  
Wolfgang Elsäßer: Der Chirurg ist nur dann zufrieden, wenn die Erwartungen des Patienten erfüllt wurden. Dafür braucht es eine exakte Diagnose, entsprechende Aufklärung und ein gutes Therapiekonzept. Für mich entscheidend ist das Gespräch mit dem Patienten, um auch seine Vorstellungen besser verstehen zu können. Die Operation ist nur ein Teil der Behandlung. Im Vorfeld finden aufwendige Voruntersuchungen statt. Von großer Bedeutung ist die postoperative Betreuung. Dazu benötigen wir eine Bündelung von Fachkräften, wie z. B. Pflege, Physikalische Therapie, Diätberatung oder auch Psychologische Dienste.

Weekend: Was tut sich derzeit am LKH Feldkirch?
Wolfgang Elsäßer: Im LKH Feldkirch werden jährlich 22.200 Operationen durchgeführt, 44.500 Patienten stationär behandelt. Insgesamt 2086 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben hier ihren sicheren Arbeitsplatz. Ein Quantensprung ist das neue OP-Zentrum, wo seit kurzem alle schneidenden Fächer tätig sind. Die 12 modernst ausgestatteten OP-Säle können interdisziplinär genutzt werden. Eingebaute Kameras erlauben es, die Operationen in die einzelnen Säle oder auch extern mit hervorragender Bildqualität zu übertragen. Das Betriebskonzept wurde durch unsere Mitarbeiter speziell für unsere Bedürfnisse erstellt. Ende März werden die letzten neuen OP-Säle feierlich eingeweiht. 

Wolfgang Elsässer
Wolfgang Elsäßer, Leiter der HNO-Schwerpunktabteilung, Chefarzt am LKH Feldkirch Foto: walser-image.com

Zur Person: WOLFGANG ELSÄSSER

  • geboren 1953, aufgewachsen in Lauterach
  • verheiratet, 2 Kinder
  • Werdegang: Studium der Allgemeinmedizin, Ausbildung zum HNO-Facharzt, berufliche Stationen in Innsbruck, St. Gallen, Deutschland und den USA, seit 2013 Chefarzt des LKH Feldkirch.
  • Hobbies: Tourenski, Fahrrad, Jagd
  • www.landeskrankenhaus.at

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