Businesstalk: Monika Martins gewagter Stilbruch

Von der Schnulzensängerin zur Party-Queen – die gebürtige Steirerin hat in den vergangenen Jahren eine Stilwandlung hingelegt. Zu hören: Am 2. Mai in Villach.

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Monika Martin spricht über Ihre Anfänge, Erfolge und ihren gewagten Stilbruch vor einigen Jahren Foto: Stephan Pick

Weekend: Am 2. Mai startet Ihre Österreich-Tour in Kärnten. Was erwartet die Fans?
Monika Martin: Eine musikalische Achterbahn mit meinen besten Hits aus den vergangenen 20 Jahren. Ein Teil wird unplugged gespielt, und da habe ich als Perfektionistin natürlich schon Nervenflattern.

Weekend: Perfektionistin – heißt das, Ihnen unterlaufen keine Fehler?
Monika Martin: Und ob, live ist nämlich alles möglich. Fehler sind der Beweis dafür, dass alles echt ist und das Playback nicht läuft. Ich habe auch schon das falsche Lied oder eine Passage zweimal gesungen.

Weekend: Viele Ihrer Lieder sind autobiografisch. Wie überspielen Sie traurige Erinnerungen auf der Bühne, ohne in Tränen auszubrechen?
Monika Martin: Ich erinnere mich dann an eine lustige Szene aus meiner Schulzeit. Solche Tricks machen Profis aus.

Weekend: Sie waren eher für Schnulzen bekannt, seit einigen Jahren gibt es aber auch flottere Nummern auf Ihren Alben. Wie kam es zum Stilwechsel?
Monika Martin: Anlässlich meines 50. Geburtstags habe ich eine kurze, aber heftige Midlife-Crisis durchlebt. Das Ergebnis: Ich bin ein Mensch, der aus vielen Facetten besteht – ich bin Schnulzensängerin, ein gläubiger Mensch und ein Partytiger. All diese Seiten von mir möchte ich meinen Fans zeigen.

Weekend: Wie kamen Sie eigentlich als Absolventin eines Kunstgeschichte- und Volks- kunde-Studiums zur Musik? 
Monika Martin: Nach dem Tod meines Vaters mussten meine Mutter und ich irgendwie Geld verdienen. Meine Mutter ging kellnern, ich hätte als Kellnerin ich wohl nur für das kaputte Geschirr gearbeitet. Und so sang ich eben neben dem Studium.

Weekend: Ihr erster Hit heißt „La Luna Blu“. Wie entstand der Text dazu?

Monika Martin: Ich habe 1995 in relativ kurzem Abstand zwei geliebte Menschen verloren. Das Lied widmete ich dem Mond, quasi der einzigen Konstante in meinem Leben.

Weekend: Wie wurden Sie dann entdeckt?
Monika Martin: Ich habe damals von meiner Oma ein paar tausend Schilling geschenkt bekommen. Mit dem Geld ließ ich drei Lieder arrangieren und habe die Bänder dann ausgeschickt. Eine glückliche Fügung wollte es dann so, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem mein Demoband bei einer Lienzer Plattenfirma ankam, der Plattenboss persönlich vor Ort war und ihm mein Lied gefallen hat.

Weekend: Nicht alle Lieder auf Ihren Alben stammen aus Ihrer Feder. Wieso?
Monika Martin: Um Erfolg zu haben, muss man auch zugeben, dass andere Autoren sehr gute Ideen haben. Mein Lieblingslied von der aktuellen CD heißt zum Beispiel „Bleib’ noch wach“ – der Text stammt aber von mir, ist aber ein echter Ohrwurm.

Weekend: Ihre Shows dauern bis zu drei Stunden. Wie halten Sie sich körperlich fit, um die Auftritte gut zu überstehen?
Monika Martin: Ich verzichte beispielsweise auf Brot und Kohlehydrate. Und ich habe ein tolles Buch, in dem Sportübungen ohne Geräte beschrieben sind.

Weekend: Monika Martin ist ja Ihr Künstlername. Wie tun Sie sich mit zwei Persönlichkeiten?
Monika Martin: Es kommt immer wieder zu lustigen Szenen: Wenn ich zum Beispiel ein Hotelzimmer auf Monika Martin reserviere, es dann aber mit der Kreditkarte einer Dr. Ilse Bauer bezahlen möchte, schauen die Menschen an der Rezeption noch genauer hin. Oder: Bei der Bank musste ich etwas unterschreiben und mein Bankberater meinte ‚Ich brauche noch ein Autogramm von Ihnen’ – da habe ich natürlich automatisch mit Monika Martin statt mit Dr. Ilse Bauer unterschrieben.

Weekend: Welche Botschaft haben Ihre Lieder? 
Monika Martin: Sie sollen den Menschen Mut machen, dass es immer weitergeht und dass wir alle gleich sind. 

Weitere Infos gibt es auf www.monika-martin.at