Verdachtsfläche Reininghausgründe

Was eine alte Römerstraße mit der Verbauung der Reininghausgründe zu tun hat? Peter Siegmund weiß die Antwort.

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Peter Siegmund bloggt auf derkommunikator.at und auf weekend.at Foto: Peter Siegmund

Wer derzeit mit einigermaßen offenen Augen die Reininghausgründe, den Untergrund für die aktuell und wohl für die nächsten Jahre größte Baustelle von Graz, passiert, könnte ein bisschen verblüfft sein. Direkt an der Alten Poststraße sieht man Dutzende Erdhäufen, angebaggert durch den Aushub von fünf etwa 50 cm tiefen Streifen, die circa 200 Meter lang und gut vier Meter breit sind. Bauen sie dort parallel laufende Zufahrtsstraßen, die von nirgendwoher kommen und ins Nichts führen?

Das fragen sich viele der Tausenden Autolenker, die da täglich vorbeifahren. Die Erklärung ist mehr als interessant: Dort nämlich graben – Archäologen! „Wenn der Verdacht besteht, dass unter einer zu bebauenden Fläche ein Fundort liegen könnte, ist der Grundstücksinhaber gut beraten, diese untersuchen zu lassen“, sagt Gerald Fuchs von der ARGIS Archäologie Service GmbH, die sich auf Bodenuntersuchungen unter Zuhilfenahme zahlreicher moderner Techniken, die zuverlässige Einblicke in den Untergrund ermöglichen, spezialisiert hat.

„Das Gebiet um die Alte Poststraße ist eine archäologische Verdachtsfläche. Die Straße wurde um 1350 erstmals urkundlich erwähnt und war höchstwahrscheinlich Teil einer Römerstraße. Es kann durchaus sein, dass hier etwas liegt, das von Interesse ist. Daher hat das Bundesdenkmalamt eine Sondierung empfohlen. Denn es gäbe wenig Unangenehmeres als wenn man bei Baubeginn auf etwas stößt, das dann zu einer längeren Verzögerung der Errichtungsarbeiten führt.“

In den ersten drei Tagen wurde übrigens nichts entdeckt, das wissenschaftlich relevant gewesen wäre – Baustart aus archäologischen Gründen nicht gefährdet…

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