Ausbildungspflicht? Für alle! Natürlich!

Diesmal mach ich's kurz: Eine Partei, die das Gesetz zur Ausbildungspflicht kippen will, nur, weil diese Pflicht ihrer Meinung nach auch für junge Asylwerber gelten soll …

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Johannes Roth, Chefredakteur des Weekend Magazins Steiermark Foto: Weekend Verlag

… die hat recht. Aber sowas von recht. Die Grünen sind drauf und dran, ein Gesetz zu kippen, das alle unter 18-Jährigen zu (irgendeiner) Ausbildung verpflichten soll. Warum wollen sie's kippen? Weil Asylbewerber laut Gesetzesentwurf von dieser Ausbildungspflicht explizit ausgenommen werden sollen. Und da bleibt den Grünen, wenn sie halbwegs verantwortungsvoll agieren wollen, leider nichts anderes übrig.

Ich mein' das ausnahmsweise völlig unironisch. Man muss ja kein besonders großer Gutmensch sein, um zu erkennen, wie schwachsinnig die Idee ist, gerade junge AsylwerberInnen von der Ausbildungspflicht auszunehmen.

Man kann sich ausrechnen, was passiert, wenn die Beantwortung der Frage „Ausbildung ja oder nein” in den Händen der Eltern liegt. Zumal dann, wenn diese Eltern selbst vielleicht über den Ausbildungsgrad eines afghanischen Schafbauern verfügen und sich gerade einmal ein paar Wochen in Österreich aufhalten.

Jede Diskussion über die Berechtigung der Asylwerber, sich in unserem Land aufzuhalten, erübrigt sich an dieser Stelle. Man kann sie gerne führen, aber eben nicht in diesem Zusammenhang. Denn erstens sind sie ja schon da und zweitens werden sie vielleicht bleiben. Und ich will bestimmt nicht, dass junge Asylwerber – die ja per Gesetz beschäftigungslos sind – unser Land unausgebildet bereichern. Wer nicht will, dass auch Asylwerber die Pflicht haben, sich auszubilden, der darf sich dann auch nicht beschweren: Darüber, dass sie ihr Geld mit Drogenhandel und Kleinstdiebstählen verdienen und ihre Beschäftigung auch über das 18. Lebensjahr hinausgehend eher in Richtung Herumlungern vor Bahnhöfen und Angrapschen in Silvesternächten zielt.

Ausbildung war noch immer der beste Weg, Migranten die Integration zu ermöglichen. Und zwar eine Ausbildung westlicher Prägung, denn die Koranschulen, die unsere syrischen, afghanischen und osmanischen Brüder als Ausbildungsstätten im Auge haben mögen, die sind denkbar ungeeignet. Abgesehen davon, dass die absurde Idee, Asylwerber von der Ausbildungspflicht auszunehmen, eine Diskriminierung par excellence ist, ist sie kurzsichtig: Selbst ein nur in Deutsch ausgebildeter Asylwerber bringt dem Land mehr Nutzen als Schaden. Und wenn die Grünen nun das Gesetz kippen lassen wollen, weil sie eben Asylwerber auch hineinreklamieren wollen, hat das nichts mit Gutmenschentum zu tun. Das kann man den Grünen ja zweifellos auch oft vorwerfen, in diesem Fall aber ist es vielmehr eine Sache des gesunden Menschenverstandes!

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