Von klassisch bis schräg: Kärntens bunter Kunstschatz

Schrill, farbenfroh, mutig und überaus talentiert ist die Kärntner Künstlerszene. Doch leider ist nicht allen jener Erfolg vergönnt, den sie auch verdienen.

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Farbenfroh & talentreich ist Kärntens Kunstschatz - ein glänzendes Mitglied ist auch Mario Stroitz, dessen Leinwände zum Treffpunkt bunter, (außer-)irdischer Gestalten werden Foto: Simone Attisani

Hunderte Kärntner haben sich ihrer Leidenschaft - dem Kunstschaffen - verschrieben und würden diese gerne hauptberuflich ausüben. Doch leider sieht die Realität anders aus, weiß Sibylle von Halem, Geschäftsführerin des Kunstvereins Kärnten im Künstlerhaus Klagenfurt. "Ich selbst bin Bildhauerin und es ist tatsächlich so, dass man in Kärnten nicht von der Kunst alleine leben kann." Viele Künstler müssten ihr Geld anderweitig verdienen, tragen das aber nicht so gerne in die Öffentlichkeit.

Talentreich

Fakt ist, so die Expertin, dass das südlichste Bundesland eine breite Basis und sehr viele Talente hat. "Sehr viele davon hätten sogar das Zeug dazu, international bekannt und gefragt zu werden. Es bleibt aber die Frage, ob sie jemals zum Zug kommen. Es mangelt an Kontakten und Netzwerken", betont von Halem, die vor 13 Jahren Kärnten als ihre Wahlheimat auserkoren hat.

Exil-Kärntner

Was die Richtungen betrifft, so dominieren hierzulande die Maler. Doch wer glaubt, ein Kunstschaffender hätte mit ein paar Eimern Farbe, Pinseln und Leinwänden ausgesorgt, der irrt gewaltig. "Natürlich gibt es viele Autodidakten. Aber eine Ausbildung ist und bleibt auch für Künstler wichtig." Doch genau das wird dem südlichsten Bundesland auch zum Verhängnis. "Wer Kunst studieren will, muss nach Wien, Graz oder Linz. Die meisten bleiben dann auch nach dem Studium der Heimat fern. Viele unserer Mitglieder sind gebürtige Kärntner, leben aber in anderen Bundesländern und nutzen das Elternhaus hier höchstens als Sommeratelier."  

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