Bildungsdirektion Evelyn Marte-Stefani

Die Verwaltungsjuristin war 15 Jahre Direktorin des Landesschulrates, seit 1. Jänner steht sie der Bildungsdirektion vor. Die neue Mischbehörde ist Verwaltungs- und Dienstleistungsorganisation der 54.000 Schülerinnen und Schüler und 6000 Lehrpersonen.

Evelyn Marte-Stefani
„Ich möchte den Schülerinnen und Schülern einen guten Bildungserfolg ermöglichen.“ HR Dr. Evelyn Marte-Stefani Foto: walser-image.com

Weekend: Was ist die Bildungsdirektion Vorarlberg?
Evelyn Marte-Stefani:
Die neue Bildungsdirektion ist das Kompetenzzentrum für alle schulischen Fragen im Land. Der bisherige Landesschulrat und die Schulabteilung der Landesregierung befinden sich in dieser neuen Mischbehörde nun unter einem Dach. Die Bildungsdirektion ist eine gemeinsame Bund-Länder-Behörde, in der die Kompetenzen für die Pflichtschulen und die höheren Schulen gebündelt werden. Wir sind damit sowohl für die Landes- als auch Bundeslehrerinnen und -lehrer zuständig.

Weekend: Welche Vorteile bietet diese Zusammenlegung?
Evelyn Marte-Stefani:
Dies ist u.a. eine Vereinfachung da es für alle schulischen Anliegen und Zuständigkeiten nun eine zentrale Stelle gibt. Dadurch wird auch unser Serviceangebot verstärkt. Wir gehen kurze Wege und in Vorarlberg haben wir den Idealfall, dass wir am Standort Bahnhofstraße 12 in Bregenz alle Sachbearbeiter unter einem Dach unterbringen. Selbstverständlich verfolgen wir weiterhin wichtige Schwerpunkte wie das Qualitätsmanagement und Bildungscontrolling. Unser aller Interesse ist es, eine leistungsstarke, chancengerechte Schule zu bieten.

Weekend: Gibt es dazu weitere organisatorische Neuerungen?
Evelyn Marte-Stefani:
Eine wesentliche Neuerung ist der pädagogische Dienst, der im kommenden Schuljahr neu aufgestellt wird und einen Paradigmenwechsel darstellt. Es gibt damit künftig keine schulartenspezifische Aufsicht und keine eigenen Inspektoren für Pflichtschulen, Gymnasien und berufsbildende Schulen mehr. Stattdessen werden sogenannte Schulqualitätsmanager in der Bildungsregion Nord und Bildungsregion Süd aufgebaut. Mit dieser neuen Zusammenarbeit wird insbesondere eine bessere Schnittstellenarbeit möglich.

Weekend: Wird der Lehrermangel im Pflichtschulbereich ein Thema?     
Evelyn Marte-Stefani:
Ja, in Vorarlberg kommt eine Pensionierungswelle auf uns zu. Wir sind intensiv bemüht, hier Maßnahmen für den Lehrernachwuchs zu setzen. Dazu gehört auch, das Lehrerbild und -image positiv zu verbessern. Gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule nehmen wir diese große Aufgabe an. Die neue Lehrerausbildung für alle Schulen bietet eine noch gezieltere Vorbereitung auf die Schule. Junglehrer werden für die Praxis – den Unterricht wie die Elternarbeit – noch intensiver geschult. Lehrpersonen leisten täglich Großartiges. Sie unterrichten, motivieren, betreuen und gestalten den Schulalltag mit viel Fachwissen, Leidenschaft und Überzeugung. Lehrerinnen und Lehrer sind unser Kapital!

Weekend: Die Inklusion bleibt eine große Aufgabe?    
Evelyn Marte-Stefani:
Derzeit werden in allen Bundesländern Fachstellen für Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik, kurz FIDS genannt, aufgebaut, die mit Fördermaßnahmen alle Schularten begleiten. Auch der Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenzen an Schulen kommt eine wichtige Rolle zu. Kinder und ihr Bildungserfolg stehen im Mittelpunkt, sie sollen ihre Lebenschancen wahrnehmen und ihre Fähigkeiten entfalten können. Eltern sollen ihre Kinder bei uns gut aufgehoben wissen. Wir wollen ein nachhaltig wirksames Kompetenzzentrum für alle unsere Partner – Direktoren, Lehrer, Eltern und Schüler sein.

Evelyn Marte-Stefani
HR Dr. Evelyn Marte-Stefani, Bildungsdirektorin Foto: walser-image.com

Zur Person: EVELYN MARTE-STEFANI
Bildungsdirektorin

  • Jahrgang 1961, wohnhaft in Kennelbach
  • Familie: zwei erwachsene Kinder
  • Werdegang: Matura, Studium der Rechtswissenschaften, seit September 1988 beim damaligen Landesschulrat für Vorarlberg tätig, seit 2003 Amtsdirektorin, im August 2018 zur Bildungsdirektorin bestellt.
  • Hobbys: Spaziergänge, Wandern, Kochen

 

Mehr zum Thema: