Bestattung neu: So nimmt man heute Abschied

Das Nullachtfünfzehn-Begräbnis hat ausgedient. Heute wird die eigene Beisetzung minutiös vorbereitet, Bestattungen werden online geplant und Verabschiedungen individuell gefeiert.

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Beerdigung als Event - Trend im Jahr 2019 Foto: marako85/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Gestorben wird immer. Was sich ändert, ist die Art und Weise, wie wir unserer Toten gedenken, wie wir sie bestatten und wie wir ihre Beisetzung planen. Vor gut einem Jahr hat Österreichs erster digitaler Bestatter Benu gestartet. "Viele Kunden empfinden das persönliche Gespräch in den Räumlichkeiten des Bestatters als etwas Unangenehmes", erklärt Benu-Gründer Burtscher. Sie würden es bevorzugen, die Planung in Ruhe von zu Hause aus vorzunehmen. Mit dem Onlinekonfigurator lässt sich das Begräbnis transparent durchrechnen, per Mausklick planen und in Auftrag geben. Der Service werde gut angenommen: "Wir sehen da eine echte, vielleicht sogar gesellschaftliche Veränderung." Auch die eigene Bestattung "bis hin zur Spotify-Playlist" kann online geplant werden. Ein Service, den bislang etwa 1.200 Menschen in Anspruch genommen haben. Eine Sterbeversicherung, die die Begräbniskosten decken soll, haben übrigens rund 400.000 ÖsterreicherInnen abgeschlossen.

Feuer und Flamme

Der Wunsch nach Individualität schlägt sich auch in der Beisetzungsart nieder. Im Sarg­atelier kann man mit Gründerin Romana Maschek einen individuellen Sarg gestalten oder in Auftrag geben. Generell ist der Spielraum bei der Erdbestattung jedoch nicht besonders groß. Kein Wunder also, dass Feuerbestattungen immer beliebter werden, wie Peter Schauer, Geschäftsführer der Feuerbestattung Danubia, bestätigt. Die Beisetzungs­möglichkeiten sind hier deutlich vielfältiger. Seit Kurzem können sich auf dem Friedhof Feuerhalle Simmering Tier­besitzerInnen mit ihrem Liebling ein Urnengrab teilen. "Unser Tierfriedhof wurde sehr gut angenommen", berichtet Markus Pinter, Geschäftsführer des Konzernbereichs Bestattung und Friedhöfe der Stadtwerke Wien. "Mit dem Mensch-Tier-Friedhof sind wir noch einen Schritt weiter in der Erfüllung der Kundenwünsche gegangen." Benu-Gründer Burtscher: "Was immer mehr kommt, sind Naturbestattungen – vor allem Baumbestattungen auf Waldfriedhöfen." Am altkatholischen Friedhof in Graz wird die Möglichkeit der Baumbestattung geboten. Mit seinem jahrhundertealten Baumbestand besonders naturnah ist der "Wald der Ewigkeit" im Tiroler Möslbichl. Zuletzt öffnete in der Hauptstadt der Kahlenberger Waldfriedhof seine Pforten.

Grün-Weiß über den Tod

Der Wunsch nach Abschiedsritualen ist ungebrochen; egal ob in der Natur, auf einem Schiff oder im Lieblingslokal. Die Verabschiedung von der Urne muss, im Gegensatz zum Sarg, nicht zwingend in Aufbahrungshallen oder auf Friedhöfen stattfinden. "Der Abschied und die Erinnerung an den letzten gemeinsamen Weg soll mit positiven Gefühlen, schönen Erinnerungen und unvergesslichen Bildern verknüpft sein", sagt Marlies Zadrobilek, Geschäftsführerin der Eventbestattung KG. Rapid-Anhänger etwa können sich im Allianz Stadion verabschieden. Quasi "Grün-Weiß über den Tod hinaus."

Kosten im Vergleich

Was kostet ein Erdbegräbnis?

  • Bestattungsleistungen *: 1.700 – 3.000 Euro
  • Gebühren und Mieten **: 650 – 2.170 Euro
  • Grabgebühren pro 10 Jahre: 500 – 1.200 Euro

Gesamt: 2.850 – 6.370 Euro

Grab:

  • Grabstein: 800 – 5.000 Euro
  • Fundament und Einfassung: 500 – 2.500 Euro
  • Gravur (pro Buchstabe 10 – 50 Euro): 200 – 1.000 Euro
  • Transport und Aufstellen: 100 – 700 Euro

Gesamt: ca. 1.600 – ca. 9.200 Euro

Was kostet eine Feuerbestattung?

  • Basisleistungen : 1.500 – 1.820 Euro
  • Urne : 75 – 400 Euro
  • Nutzungsgebühr Urnengrab : 300 – 800 Euro

Gesamt: ca. 1.875 bis 3.020 Euro

*Abholung, Überführung, Grundversorgung, Aufbahrung, Trauerfeier, Parten, Sarg (ca. 300 bis 1.400 Euro)
** Totenbeschau, Krankenhaus, Sterbeurkunde, einmalige Friedhofsgebühr, Trauerhalle

Beliebte Trauerlieder

  • Maria Callas – Ave Maria
  • Andreas Gabalier – Amoi segn ma uns wieder
  • Andrea Bocelli / Sara Brightman – Time To Say Goodbye
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