Auf Vaneks Spuren

Der junge Grazer Kilian Schwarz lebt den Traum von der Karriere in der NHL – Starthilfe erhält er von Österreichs bestem Spieler aller Zeiten

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So etwas wie der Entdecker von Kilian Schwarz (l.): Zdenek Vanek – Vater von Superstar Thomas Vanek. Foto: Privat
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Was für ein Erlebnis: In Minneapolis trainierte Kilian sechs Wochen lang mit Thomas Vanek (r.). Foto: Privat
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Foto: Privat
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Foto: Privat

Einmal mit Spielern aus der NHL, der besten Eishockeyliga der Welt, auf dem Eis zu stehen – der Traum von wohl so ziemlich jedem Jugendlichen, der sich irgendwo auf der Welt die Eisschuhe schnürt. Für Kilian Schwarz ist dieser Lebenstraum in Erfüllung gegangen – und das mit gerade einmal 14 Jahren.

Trainingspartner. Der Grazer hat im Sommer Seite an Seite mit niemand Geringerem als Thomas Vanek, Österreichs bestem Eishockeyspieler aller Zeiten, trainiert. Und damit nicht genug: Neben dem Stürmer der Detroit Red Wings waren noch weitere NHL-Spieler bei diesem Camp in Minneapolis dabei, wie etwa Pittsburgh-Flügel Jake Guentzel. Und als einziger Spieler ohne Kontrakt in der National Hockey League eben der Teenager aus der Steiermark. „Keine Frage, das war bisher sicher das Highlight in meinem Eishockeyleben“, lächelt Kilian.

Wegbegleiter. Neben seinem herausragenden Talent war vor allem der gute Kontakt zur Familie Vanek für dieses Erlebnis ausschlaggebend. „Man kann sagen, dass Zdenek Vanek, der Vater von Thomas, ein jahrzehntelanger Freund von mir ist. Er hat meine beiden Söhne Maximilian und eben auch Kilian von ihren ersten Schritten am Eis an begleitet – und war in Graz bei fast jeder Partie von ihnen“, erzählt Stephan Schwarz, Vater von Kilian, selbst ehemaliger Eishockeyspieler und bekannter Chirurg in der Landeshauptstadt. „Irgendwann hat Zdenek dann bei einem Match gesagt, der Bub muss nach Nordamerika. Wir haben uns nicht viel dabei gedacht, wenig später ist aber die Einladung nach Amerika gekommen.“

Mit dem Flieger zu den Spielen

Vorbild. Und dort hat Kilian eben sechs Wochen nicht nur bei Thomas Vanek gewohnt, sondern auch mit dem 965-fachen NHL-Spieler trainiert. „Als Thomas mich am Flughafen abgeholt hat, war ich voll nervös – ich habe ihn ja fast nicht gekannt und er ist mein absolutes Vorbild“, so Kilian. Buffalo statt Graz. Vanek war von seinem Landsmann dermaßen beeindruckt, dass er ihm einen Platz bei einem Scouting-Camp der University of Minnesota verschafft hat – und auch dort hat der so überzeugt, dass er ein Angebot bekommen hat. Und so geht er nun statt für die U16 der 99ers für das Juniorteam der Buffalo Sabres, just jenem Klub, bei dem Vaneks NHL-Karriere begonnen hat, aufs Eis. „In Nordamerika zu spielen war immer mein Traum – deshalb hab ich nicht lange überlegen müssen. Und außer meiner Familie geht mir auch nichts ab.“ Die Spiele mit den Sabres führen ihn in nahezu alle Staaten der USA – geht’s per Flieger zu Turnieren von Kalifornien bis Florida. Neben vier Trainings die Woche und dem Besuch einer privaten Highschool bleibt da nicht mehr viel Zeit für Hobbys. „Aber das nehme ich gern in Kauf. Mein großer Traum ist die NHL – und dafür tu ich alles.“

Eishockey-Familie. Daheim in Graz drückt die Familie die Daumen. „Natürlich freue ich mich für Kilian ungemein. Was mich aber auch beeindruckt hat, ist der Zusammenhalt der Grazer Eishockeyfamilie. Neben der Familie Vanek haben auch Bernd Jäger, 99ers-Jugendleiter Gerd Gruber und Teamchef Gregor Baumgartner den Kilian ungemein gefördert“, sagt der stolze Herr Papa. Und so könnte mit etwas Glück in ein paar Jahren wieder der NHL-Traum eines jungen Grazers in Erfüllung gehen. V