Auf E-Mission

Die Botschaft vom emissionsfreien Fahren. Vor 2 Jahren kündigte Franz Liebmann seinen Job und ist seither mit seinem Tesla in Europa und Afrika unterwegs, um den Menschen die Vorteile der Elektromobilität näherzubringen.

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Foto: Jürgen Fuchs

Sie sind seit 2015 im Tesla unterwegs und haben bereits 380.000 km zurückgelegt. Wie sind Sie dazu gekommen, sozusagen Tesla-Botschafter zu werden?
Franz Liebmann: Ich habe im Jahr 2014 erstmals etwas von der Marke Tesla gehört und ich habe angefangen, mich für diese Elektroautos zu interessieren. Im Juni 2014 durfte ich zum ersten Mal mit einem Tesla fahren und das hat mich so begeistert, dass ich unbedingt auch einen Tesla wollte. Ich musste ein Jahr auf das Auto warten, aber nach dem ersten Kilometer wusste ich, dass es die richtige Entscheidung war. Und letztendlich hat mich Tesla so begeistert, dass ich den Menschen seither die Marke näherbringen möchte.  
Dennoch gerät die Elektromobilität doch auch immer wieder in die Kritik, etwa mit der Batterie-Entsorgung oder der aufwendigen Herstellung der Akkus.     
Franz Liebmann: Beim Thema Elektromobilität wird plötzlich jeder zum Umweltapostel. Früher hat sich auch niemand Gedanken darüber gemacht, wie Altöl entsorgt wird oder wie die Fahrzeuge hergestellt werden. Es stimmt, dass die Herstellung der Batterien viel Energie benötigt. Deswegen hat Tesla z. B. seine Giga-Factory in Nevada errichtet und gewinnt die nötige Energie aus Windkraft und Sonnenlicht.  
Das mag bei Tesla so sein, aber bei anderen Herstellern sieht das dann auch wieder anders aus.     
Franz Liebmann: Ja, bei der Herstellung. Im Fahrbetrieb wird dagegen bereits zu 80 % Strom aus erneuerbarer Energie getankt. Was die Batterie betrifft: Die Batterie eines Elektroautos verliert in 10 Jahren 20 % ihrer Energiedichte. Man kann sie also durchaus ca. 20 Jahre lang nutzen. Danach gibt es für die Batterien ein second life als Heimspeicheranlage. Die Batterien sind also noch 30 bis 50 Jahre lang als Photovoltaikspeicheranlagen im Einsatz.
Wenn alles so positiv ist, wieso halten sich dann so viele Vorurteile gegen Elektromobilität?     
Franz Liebmann: Weil das vor 20 Jahren durch PR-Agenturen sehr subtil in den Köpfen der Menschen verankert worden ist. Es sind immer dieselben falschen Vorurteile, mit denen Elektromobilität konfrontiert worden ist.<

Wer hätte Interesse daran, diese Vorurteile zu verbreiten?      
Franz Liebmann: Es ist die Automobilindustrie. Denn die meisten Autohäuser verdienen ja nicht durch den Autoverkauf, sondern durch die nachfolgenden notwendigen Services und Werkstattbesuche. Das fällt bei einem Elektroauto weg. Ich bin mit meinem Tesla über 370.000 km gefahren und war in dieser Zeit so gut wie nie in der Werkstatt.

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Franz Liebmann im Gespräch mit Weekend-Redakteurin Cornelia Stiegler. Foto: KK

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