AK & Land nahmen Betriebskosten unter die Lupe

Unter dem Titel "Betriebskosten: Wir blicken durch" führten die Miet- und Wohnrechtsexperten der Arbeiterkammer Kärnten heuer 1.580 Beratungen durch. Neun Fälle landeten sogar vor Gericht, die Verfahren laufen noch.

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Ganz genau hingeschaut haben AK-Experten bei den Betriebskosten-Abrechnungen von 1.580 Kärntner Mietern Foto: AndreyPopov/iStock/Getty Images

"Es ist schon schwierig genung eine leistbare Wohnung zu finden, aber dann müssen sich die Mieter und Wohnungseigentümer oft auch mit komplexen Rechtsfragen herumschlagen", kommentiert AK-Präsident Günther Goach den inzwischen zum sechsten Mal durchgeführten Betriebskostencheck. Finanziell unterstützt wird die Aktion, die jedes Jahr von Mai bis Juli angeboten wird, vom Land Kärnten. Für die Konsumenten ist die Beratung kostenlos. 

Plus sechs Prozent

1.580 Menschen wandten sich heuer an die Experten der AK Kärnten, weil sie Ungereimtheiten in ihrer Betriebskosten-Abrechung vermuteten. Das sind um sechs Prozent mehr als noch im Vorjahr. Der Großteil der Fälle konnte telefonisch geklärt werden. In 384 Fällen wurde schriftlicher Einspruch erhoben, bei 52 waren weitere Interventionen notwendig. In neun Fällen musste sogar das Gericht eingeschalten werden, die Verfahren laufen noch.

Beispiel aus der Praxis

"Im privaten Bereich werden den Mietern häufig Kosten weiterverrechnet, die nicht im Betriebskostenkatalog aufgelistet sind. Da privatrechtliche Mietverträge häufig ungenaue Formulierungen beinhalten, erlauben sich einige Vermieter, die eigenen Betriebskostenabrechnungen vollständig an die Mieter weiterzugeben", erklärt Mietrechtsexperte Michael Tschamer. Fehlerhafte Nutzflächenschlüssel, falsch verrechnete Heiz- und Warmwasserkosten - die Liste der unrechtmäßigen Belastung für Mieter ist lang. Ein Beispiel aus der Praxis: Einem Mieter wurde eine immens hohe Wasserabrechung angelastet. Im selben Gebäude befinden sich auch eine Putzerei und ein Blumengeschäft. Ein Subzähler war nicht installiert. Im Zuge des Betriebskostencheck stellte sich heraus, dass der Mehrverbrauch der Betriebe einfach den Mietern über die Nutzfläche überwälzt worden war.