Warum gehen wir bei negativen Folgen von böser Absicht anderer aus?

Nur weil Ihr Arbeitskollege seine Aufgabe nicht rechtzeitig erledigt hat, müssen Sie jetzt länger schuften! Das hat der doch mit Absicht getan! Und dass Sie auf einmal einen Bonus erhalten haben, ist einfach nur ein glücklicher Zufall? Diesen Gedanken hegen wir alle...

Absicht
Mit dem Finger auf andere zeigen Foto: Dynamic Graphics/Creatas/Thinkstock

Die Wissenschaft hat jetzt sogar eine Antwort auf dieses Phänomen, denn neuen Hirnscans zufolge aktivieren wir die emotionale Region in unserem Gehirn, sobald etwas schief geht. Wir entscheiden dann automatisch, dass jemand anderer diesen Fehler mit Absicht begangen haben muss und für die Konsequenzen verantwortlich ist. Dieser Schluss geht aus einer Studie der Duke University in North Carolina hervor.

Gutes passiert aus Glück

Doch was passiert, wenn die Dinge tatsächlich so laufen, wie wir es uns gewünscht haben? In diesem Fall bleiben wir ruhiger und rationaler und akzeptieren, dass das Geschehene unbeabsichtigt passiert ist. Für die Studie wurden freiwilligen Probanden Szenarien mit gutem sowie schlechtem Ausgang vorgetragen und daraufhin gefragt, ob sie glauben, dass das jeweilige Individuum dafür verantwortlich und die Handlung beabsichtigt war.

Amygdala je nach Ausgang aktiviert

Dabei waren unterschiedliche Hirnregionen aktiv: eine „emotionalere“ – im Besonderen die Amygdala, in der unter anderem negative Emotionen verarbeitet werden  -  und eine „rationalere“. Bei positiven Konsequenzen wurde die Amygdala kaum beansprucht - im Gegensatz zu negativen. Die Wissenschaftler wollten prüfen, warum der Mensch negative Handlungen als beabsichtigt und positive als unbeabsichtigt erachtet. Einen logischen Zusammenhang gibt es jedoch nicht. Wir ticken eben so...

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