Ab in die Berge – oder doch nicht?

Wandern & Corona – was in Salzburg erlaubt ist und was nicht.

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Foto: SalzburgerLand Tourismus/Michael Groessinger

Strahlender Sonnenschein und warme Temperaturen – der Frühling zeigt sich aktuell von seiner besten Seite. Viele Salzburger zieht es daher ins Freie und Bergfexen in die umliegende Bergwelt. Mit an Bord ist aber stets die Ungewissheit: Darf ich diese Wanderung in Corona-Zeiten nun unternehmen oder nicht? Muss ich alleine gehen? Gibt es polizeiliche Kontrollen?

„Bis auf Widerruf ist es erlaubt, allein oder mit Personen aus den eigenen vier Wänden im Freien Sport zu treiben. Dabei muss zu jeder Zeit ein Abstand von zumindest einem Meter zu allen anderen Personen gewährleistet sein. Ausgedehnte Bergtouren oder Ausflüge an den See haben zu unterbleiben“, informiert Franz Wieser, Pressesprecher des Landes Salzburg. Die Gaisbergstraße ist zum Beispiel auch am Osterwochenende gesperrt – geltende Vorschriften wie diese, werden von der Polizei kontrolliert und bei Verstoß ausnahmslos sanktioniert.

Wir haben auch mit Balthasar Laireiter, Landesleiter der Bergrettung Salzburg, gesprochen und ihn gefragt, wovon er aktuell abraten würde und ob viele Menschen in den Bergen unterwegs sind.

weekend.at: Herr Laireiter, bei vielen Salzburgern herrscht nach wie vor Unklarheit, was nun in Sachen Wandern in Ordnung ist und was nicht. Wovon raten Sie in Corona-Zeiten dringend ab und welche Möglichkeiten des Bergsports sind aus Ihrer Sicht in Ordnung?

Laireiter: Verständlicherweise wollen viele Menschen auf Bewegung im Freien nicht verzichten – das hilft, stärkt und wirkt Stress positiv entgegen. Bei Einhaltung der Regeln, wie Sicherheitsabstand und nur mit Menschen, mit denen man zusammenlebt, ist das auch weiterhin möglich. Allerdings birgt Sport in freier Natur immer ein gewisses Verletzungsrisiko, insbesondere in den Bergen. Daher sollte man sich in der aktuellen Situation defensiv verhalten und keine Berg-, Ski- oder Klettertouren machen. Die meisten Klettersteige wurden ohnehin von den Gemeinden gesperrt.

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Balthasar Laireiter, Landesleiter der Bergrettung Salzburg. Foto: Bergrettung Salzburg
weekend.at: Viele Menschen verstehen nicht, was das Problem daran ist, sich in den Bergen aufzuhalten. Können Sie uns das kurz erklären?

Laireiter: Wir werden weiterhin allen Menschen in Bergnot helfen. Jeder Rettungseinsatz bindet jedoch Ressourcen unseres aktuell ohnehin so geforderten Gesundheitssystems und kann Menschenleben gefährden. Dazu kommt die Gefahr einer Ansteckung unserer Einsatzkräfte. Viele von uns sind als Sanitäter, Krankenschwestern oder Ärzte tätig und werden auch anderswo dringend gebraucht.

weekend.at: Wie nehmen Sie die Situation wahr? Sind viele Menschen in den Bergen unterwegs oder halten sich die Salzburger an Ihren Appell?

Laireiter: Sehr viele halten sich an unseren Appell. Trotzdem gibt es in einigen Gebieten immer noch Unbelehrbare. An manchen Parkplätzen, etwa in bekannten Skitourengebieten, hat die Polizei bereits Menschen abgemahnt.

weekend.at: Wurde bereits ein Bergretter durch einen Einsatz mit Covid 19 angesteckt?

Laireiter: Erfreulicherweise hält sich die Zahl der Infizierten in unseren Reihen sehr in Grenzen, sie wurden nicht bei Einsätzen angesteckt. Für unsere Einsätze haben wir natürlich auch Sicherheitsvorkehrungen getroffen, zum Beispiel mit spezieller Ausrüstung und Teamsplitting.

weekend.at: Wie viele Bergrettungseinsätze gab es in den vergangenen Wochen?

Laireiter: Wir hatten zwei Wochen lang gar keinen, dann gab es zwei kleinere Einsätze.

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Foto: Bergrettung Salzburg
weekend.at: Im Moment gibt es also definitiv weniger Einsätze. Gönnt sich Ihr Team eine Pause oder helfen die Bergretter anderwärtig?

Laireiter: Viele unserer Ortsstellen helfen spontan beziehungsweise wenn sie gebraucht werden. Zumeist auf Anfrage der Bürgermeister in den jeweiligen Gemeinden.