Unvergessener Schritt! 50 Jahre Mondlandung

Vor 50 Jahren wird ein Menschheitstraum wahr: Wir betreten den Mond. Der rasante Wettlauf zwischen zwei politischen Supermächten, wagemutige Weltraumpioniere und hartnäckiger Zukunftsglaube machten das Unmögliche möglich. Jahrzehnte später könnte das Wettrennen von vorne beginnen.

Mondlandung
Am 20. Juli 1969 sorgte die Mondlandung weltweit für Aufsehen Foto: Mary Evans/picturedesk.com

Ende der Sechziger. Die Weltlage ist angespannt, West und Ost im Kalten Krieg. Der Wettlauf ins All ist in vollem Gange. Bereits zweimal mussten sich die USA der Sowjetunion geschlagen geben: 1959 beförderte die UdSSR mit Sputnik den ersten Satelliten, 1961 mit Juri Gargarin den ersten Menschen ins Weltall. Das Wettrennen um den Mond würden die USA nicht verlieren! Koste es, was es wolle. 1961 fällt der Startschuss für das legendäre Apollo-Programm: Innerhalb eines Jahrzehnts will man den Mond betreten. "Kein einziges Weltraumprojekt wird in dieser Zeitspanne die Menschheit mehr beeindrucken", so Präsident John F. Kennedy. "Und keines wird so schwierig oder kostspielig zu erreichen sein." 190 Milliarden Euro werden nach heutigem Kurs in das Projekt gepulvert.

Hochrisiko-Mission

"Die Eroberung des Weltraums ist es wert, Leben zu riskieren", erklärt Astronaut und Weltraumpionier Virgil "Gus" Grissom wenige Wochen vor dem geplanten Start von Apollo 1. War es Vorahnung? Am 27. Jänner 1967 steigen Gus Grissom, Edward White und Roger Chaffee für letzte Tests am Boden in die Kapsel von Apollo 1. Dann geht alles rasend schnell: Ein Kurzschluss löst einen Kabelbrand aus. Die mit reinem Sauerstoff gefüllte Kapsel geht sekundenschnell in Flammen auf. Die Astro­nauten haben keine Chance. Sie sterben im fast 1.300 Grad heißen Feuer.

Der Adler ist gelandet

Die NASA setzt ihre Mission unbeirrt fort. Im "Summer of 69" hat man die nötigen Tests beendet. Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins heben am 16. Juli ab. 76 Stunden brauchen sie, um die 384.403 Kilometer zum Mond zurückzulegen. Am 20. Juli 1969 ist es so weit: Um 20:17 Uhr UTC (22:17 unserer Zeit) funkt Armstrong: "The eagle has landed." Eine halbe Mil­liarde Menschen ist vor dem Fernseher live dabei. Es ist das erste Großereignis der Fernsehgeschichte.

Einsam wie Adam

Mit weniger als einer Minute restlichem Treibstoff landet die Tranquility Base sicher auf der Mondoberfläche. Die beschreibt Armstrong als "sehr feinkörnig, fast wie Pulver", die Aussicht als "grandiose Trostlosigkeit". Während Aldrin und Arm­strong Kängurusprünge machen, Proben sammeln und fotografieren, fliegt Collins alleine in der Kommandokapsel um den Mond. "Seit Adam hat kein Mensch eine solche Einsamkeit erlebt", so Collins später.

Apollos Schwester

Fast 47 Jahre ist es nun her, dass der letzte Mensch den Mond betreten hat. Den letzten großen Erfolg konnte China heuer mit einer Landung auf der "dunklen Seite" verbuchen. Auch Präsident Donald Trump hegt ehrgeizige Pläne. Bereits in fünf Jahren soll die NASA das nächste Mal bemannt zum Mond reisen. Artemis, Zwillingsschwester von Apollo und Göttin der Jagd und des Mondes, ist die neue Namenspatronin. Erstmals soll eine Frau den Mond betreten.

Zukunft am Mond

Künftig soll der Mond Tor zum Weltraum sein. Auf der Rückseite errichtete Radioteleskope würden einen völlig neuen Blick in den Kosmos eröffnen. China, Japan, Russland, Südkorea und auch Europa haben aktuell Mondmissionen in Planung. Nicht nur aus wissenschaftlichem Interesse beginnt ein neues Wettrennen. Der Mond ist reich an Iridium, Silizium und Helium-3. "Moon Mining" könnte die Menschheit mit den heiß begehrten Ressourcen versorgen. Zudem ist die Kolonialisierung des Mondes längst mehr als Fantasie. Baumaterialien könnten direkt von der Oberfläche abgetragen werden, auch der Gemüseanbau in Gewächshäusern wäre möglich, wie Experimente auf der Erde und der Internationalen Raumstation zeigen. Wissen, das hier gesammelt wird, kann in Zukunft für eine Mission zum Mars nützlich sein. Durch die geringere Schwerkraft gäbe der Mond auch eine optimale Startrampe für Marsmissionen ab. Dann würde er eine völlig neue Rolle einnehmen: als Sprungbrett zum Mars.

Zahlen rund um die Mondlandung

  • Weltweit verfolgte über eine halbe Milliarde Menschen die Landung vor ihren Bildschirmen
  • 2 Stunden und 31 Minuten dauerte 1969 der erste Spaziergang am Mond
  • 12 Männer und 0 Frauen betraten bis heute den Mond
  • 190 Tonnen Schrott und 748 Objekte liegen mittlerweile auf der Mondoberfläche, hauptsächlich Raketenoberstufen. Darunter auch Golfbälle, Statuetten und Flaggen
  • Rund 190 Milliarden Dollar verschlang das Apollo-Programm der USA
  • 382 Kilogramm Mondstein wurden bis heute zur Erde gebracht
  • 2019 landete erstmals eine Sonde auf der dunklen Seite des Mondes. Das Rennen machte diesmal China
  • Bis 2024 möchte die NASA das nächste Mal am Mond landen. Namenspatronin ist die Zwillingsschwester Apollos: Artemis

Chronologie

  • Wettlauf zum Mond - Apollo: Den Wettlauf zum Mond treiben die USA mit Vollgas voran. 1961 startet das Apollo-Programm. Bereits acht Jahre später landet Apollo 11 am Mond. Einen herben Rückschlag erlitt das Projekt 1967: Bei Tests am Boden geht Apollo 1 in Flammen auf, drei Astronauten verlieren ihr Leben.
  • Mondhelden Die Astronauten: Kapitän und erster Mann am Mond Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin "Buzz" Aldrin. "Ein kleiner Schritt für den Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit": Während Armstrong und Aldrin am Mond spazierten, umkreiste Collins mit der Kommandokapsel den Erdtrabanten.
  • Live-Übertragung Fernsehgeschichte schrieb die weltweite Liveübertragung. Für den den ORF moderierten Hugo Portisch, Peter Nidetzky, Herbert Pichler und Othmar Urban.
  • Gegenwart der Mondfahrt Artemis ist das aktuelle und sehr ambitionierte US-Mondfahrtprojekt. Bereits 2024 soll die nächste bemannte Mission zum Mond starten, wenn es nach Trump geht. Dafür wurde das Budget der NASA ordentlich aufgestockt.
  • Zukunft am Mond Kolonien am Mond könnten künftig ein Tor zum Weltraum sein. An Plänen für Behausungen, Gewächshäuser und die Nutzung von Ressourcen wird bereits eifrig getüftelt. Auch Mess­stationen auf der dunklen Seite sind in Planung.