3 Küchen-Experimente: So werden Sie in der Stadt zum Selbstversorger

Sugo kochen, Omelette oder Fischstäbchen brutzeln: Das kann jeder! Wie wäre es mit etwas Abwechslung? Wir zeigen 3 Küchen-Experimente, die nicht jeder kennt. Man braucht keine top Einbaugeräte oder viel Platz, nur ein wenig Zeit.

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Foto: tashka/istock/Getty Images Plus/Getty Images

Hefe herstellen, Pilze züchten oder fermentiertes Ketchup selbst machen: Das sind nur einige unserer Küchen-Experimente, die Spaß machen und garantiert gelingen. Wetten, dass auch etwas für Sie dabei ist? Für manche der Kulinarik-Vorhaben braucht man Zubehör (liefern lassen!), für andere haben Sie wahrscheinlich alles zu Hause.

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In einer abgedeckten Schüssel geht der Teig mit wilden Hefen auf sein doppeltes Volumen auf.  Foto: S.Katzenberger/istock/Getty Images Plus/ Getty Images

Wilde Hefen (Germ)

Zu Hause wilde Hefen selber machen, kultivieren und vermehren? Kein Problem. Wilde Hefe soll sogar bekömmlicher als industrieller Germ und besonders reich an B-Vitaminen sein.

Was Sie brauchen:

500 ml Wasser

2 getrocknete Datteln oder Marillen (ungeschwefelt)

1 EL Zucker

So geht’s:

  1. Wasser in ein hohes, schmales Gefäß füllen – je kleiner die Wasseroberfläche, desto weniger ungewollte Bakterien können eindringen. Den Zucker hinzu fügen.
  2. Gefäß schließen und kräftig schütteln, damit sich der Zucker auflöst.
  3. Datteln ins Wasser geben.
  4. Gefäß an einem warmen Ort stehen lassen.
  5. Hefewasser ca. alle 12 Stunden schütteln und Deckel öffnen, damit überschüssige Gase entweichen können.
  6. Nach etwa fünf bis zehn Tagen ist die wilde Hefe reif. Das erkennt man am typischen Hefegeruch und vielen aufsteigenden Bläschen.

 

Verwendung:

Das Germwasser einfach statt der im Rezept angegeben Flüssigkeit verwenden. Vorher Datteln entfernen, nochmals kräftig schütteln, damit sich die Hefe vom Boden des Gefäßes löst. Wer die wilde Hefe weiter kultivieren will, lässt ca. 150 ml Hefewasser übrig und füllt es wieder mit frischem Wasser, Zucker und zwei neuen Datteln auf. Jetzt dauert es nur zwei bis drei Tage (dabei vorgehen wie oben), bis man die  Hefe verwenden kann.

Pilze mit Kaffeesatz züchten

Austernpilze schmecken nicht nur ausgezeichnet, sie lassen sich auch selbst einfach züchten. Mit Kaffeesatz als „Erde“!

Was Sie brauchen:

Das Wiener Unternehmen Hut & Stiel hat ein Set zusammengestellt, mit dem das ganz easy geht.

Es besteht aus einem wiederverwendbaren Kübel (20 cm Durchmesser),
Pilzmyzel, luftdurchlässigem Tape und einer Anleitung. Nur den Kaffeesatz muss man selbst beisteuern. Achtung: Das beiliegende Pilzmyzel muss bis zum Start im Kühlschrank gelagert werden! Acht bis zehn Wochen nach dem Anbau kann geerntet werden, voraussichtlich zwei Mal. Der Kübel kostet EUR 19,90, 100 Gramm weiteres Austernpilzmyzel EUR 4,90.

www.hutundstiel.at

Ketchup selbst machen

Nein, zu den Pommes, die es noch heute geben soll, können Sie dieses Ketchup nicht reichen. Es wird fermentiert, und das dauert etwas. Aber der Geschmack macht das Warten wett. Versprochen!

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Selbstgemachtes Ketchup ist ein super leichter Einstieg ins Fermentieren und schmeckt unvergleichlich. Foto: Eleonora Tuveri/istock/Getty Images Plus/Getty Images

Was Sie brauchen:

750 Gramm Tomatenmark (nicht Dosentomaten: Mark! Gibt es in großen Dosen statt kleinen Tuben z. B. in türkischen Supermärkten)

2 TL Salz

4 EL Worcestersauce

1/8 l naturbelassener Apfelessig

6 EL Biohonig

75 ml Molke

So geht’s:

1. Alle Zutaten vermischen, bis sich Honig und Salz aufgelöst haben.

2. Die Mischung in ein Einmachglas füllen und mit einem sauberen Mulltuch oder Küchenhandtuch abdecken.

3.  Bei Zimmertemperatur über Nacht oder mindestens acht Stunden stehen lassen.

4. Danach Tuch abnehmen, Glas verschließen und zwei Tage im Kühlschrank kalt stellen. Hält ca. zwei Monate.

 

 

 

 

 

 

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