Zeit zum Entgiften: Vier effekive Fasten-Methoden

Basenfasten, Heilfasten nach Buchinger oder die Schroth-Kur: Fasten entgiftet den Körper und ist für viele Menschen körperlich und spirituell eine neue, positive Erfahrung. Weekend Magazin präsentiert vier Fasten-Methoden im Vergleich.

Fasten, Entgiften
Fastenkuren haben eine heilsame Wirkung auf Körper und Seele. Foto: thinkstockphotos.com

Süßigkeiten, Bier, Tabak und PC adé - ­immer mehr Österreicher zeigen mit dem Fasten ihren Überdruss am stän­digen Überfluss. Verzichten, entschleunigen, zu sich selbst finden, lautet die Devise beim Fasten. Das kann auch weit mehr als nur den Verzicht auf's Essen bedeuten. Auch mit schlechten Gewohnheiten soll gebrochen und seelischer Ballast abgeworfen werden. Medizinische Studien beweisen: Fastenkuren haben eine heilsame Wirkung auf Körper und Seele. Fastende berichten, dass sie nach ihrer Kur von einer jahrelangen Depression oder Migräne geheilt waren. Vier Fasten-Methoden im Überblick.

Basenfasten

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Beim "Basenfasten" setzt man auf basische Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Salat und Hülsenfrüchte. Foto: thinkstockphotos.com
Basenfasten ist eine milde Form des Fastens, bei der man ein bis zwei Wochen ausschließlich "basische“ Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Salat und Hülsenfrüchte isst. Das von Medizinerin und Heilpraktikerin Sabine Wacker entwickelte Konzept geht von einer Übersäuerung des Körpers aus. "Um einen deutlichen Entschlackungseffekt zu erzielen, genügt es in den meisten Fällen, alle sauer wirkenden Nahrungsmittel vom Speiseplan zu entfernen, erklärt Wacker in ihrem Buch "Basenfasten". Gemeint sind damit Weißmehl, Kaffee, Zucker, Alkohol, Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Bis zu drei Liter Wasser sollen die Fastenden am Tag trinken. Zur Abwechslung eignet sich auch Kräutertee.

Vorteile: Basenfasten ist auch für Menschen geeignet, die sich eine radikalere Fastenkur nicht zumuten wollen (oder können). Angeblich purzeln aber trotzdem bis zu vier Kilogramm pro Woche.         

Nachteile: Das Essen von großen Mengen an Hülsenfrüchten kann zu Verdauungsproblemen führen.

Schroth-Kur

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Morgens und abens einige Scheiben trockenes Brot und zu Mittag ­gekochtes Gemüse oder Suppe – das steht auf dem Menüplan der Schroth-Kur. Foto: thinkstockphotos.com

Diese hat nichts mit Schrot und Korn zu tun – sie wurde nach dem Bauern Johann Schroth benannt, der dieses Naturheilverfahren bereits im 19. Jahrhundert entwickelte. Die Kur unterzieht den Körper für zwei bis drei Wochen einem "Großputz": Sie soll die Selbstreinigungskräfte des Körpers ­aktivieren und den Körper von Schlacken (abgelagerten Giftstoffen im Körper) befreien. Dass dabei auch die Kilos purzeln, ist ein positiver Zusatzeffekt. Neben täglichen Körperwickeln mit kalten Tüchern, besteht die Fastenkur aus einer fettfreien, salz- und eiweiß­armen Diät mit etwa 700 Kilokalorien pro Tag. Am Morgen und am Abend gibt es einige Scheiben trockenes Brot und zu Mittag ­gekochtes Gemüse oder Suppe. Das wichtigste Merkmal der Kur sind die sogenannten Trink- und Trockentage. Dabei wird im Wechsel nur ein Minimum (höchstens ein Liter) beziehungsweise viel Flüssigkeit (mindestens drei Liter) ­getrunken. Schroth-Kuren können sehr fröhlich verlaufen – denn an Trinktagen ist neben Tee oder Fruchtsäften auch Weißwein erlaubt.      

Vorteile: Unter ärztlicher Aufsicht soll die Kur schnell zu Erfolgen führen.     

Nachteile: Dass sich im Körper "Schlacken" bilden, die mit der Schroth-Kur ­gelöst werden, ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Heilfasten

 

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Beim Heilfasten wird konstequent auf feste Nahrung verzichtet. Stattdessen heißt die Devise: trinken, trinken und nocheinmal trinken. Foto: thinkstockphotos.com
Das Heil­fasten nach Johann Buchinger gilt als die am häufigsten angewendete Fastenmethode in Österreich. Durch den konsequenten Verzicht auf feste Nahrung schaltet der Körper bei dieser Trinkkur auf Sparflamme und greift auf bestehende Fettdepots an Po oder Bauch zurück. Im Schnitt soll man fünf Kilo in einer Woche verlieren. Nach zwei Entlastungstagen, an denen ausschließlich Obst, Gemüse und Reis gegessen wird, geht das eigentliche Fasten nach Buchinger los. Auf dem Speiseplan stehen dann für mindestens fünf Tage (max. 14 Tage) nur noch Tee, Fruchtsäfte und mittags eine Gemüsebrühe. Sollten Schwindelgefühle auftreten, "darf" der Fastende einen Löffel Honig essen.

Vorteile: Sehr effektiv: denn hier wird richtig gefastet, nicht nur eine Diät gemacht.         

Nachteile: Durch die ­geringe Nahrungsaufnahme kann es zu Kreislaufprob­lemen, Schwindel oder gar Übelkeit kommen.

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