Wohnbau: Bundeslandförderungen im Überblick

Wenn Sie sich Gedanken über die Wohnbaufinanzierung machen, sollten Sie auf keinen Fall die Wohnbauförderung außer Acht lassen. Sie kann das Sparschwein wesentlich entlasten.

Wohnbauförderung
Wohnbauförderungen können die Finanzierung beim Hausbauen erleichtern Foto: ajcabeza/iStock/Thinkstock

Obwohl viele "Häuslbauer" und Immobilienkäufer ein Recht auf eine Förderungsmöglichkeit hätten, nehmen sie diese nicht in Anspruch. Dabei gibt es zwei wesentliche Arten von Wohnbauförderung:

Zuschuss: Dies ist eine direkte Geldzahlung, die nicht zurückgezahlt werden muss. Viele Häuser oder Wohnungen, die mit einem niedrigen Energieverbrauch errichtet werden, sind förderberechtigt.

Förderdarlehen: Anders als beim Zuschuss müssen Förderdarlehen zurückgezahlt werden; mit dem Vorteil von attraktiven Förderzinssätzen, die die Baufinanzierung deutlich vergünstigen.

Grundsätzliches

Prinzipiell kann jeder österreichische Staatsbürger und EU-Bürger, der Eigentümer oder Miteigentümer einer Liegenschaft ist, eine Förderung beantragen. EU-Bürger sind dabei den österreichischen Staatsbürgern gleichgestellt und es kann nur ein (Haupt)Wohnsitz gefördert werden. Spätestens sechs Monate nach Fertigstellung können Beamte an die Tür klopfen und kontrollieren, ob das Haus wirklich als Hauptwohnsitz genutzt wird.

Wohnbauförderungen unterliegen verschiedenster Richtlinien, je nach Bundesland. Einzelne Kriterien werden von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geprüft bzw. bewertet und sogar die Förderungsform kann stark variieren. Während in Wien besonders erneuerbare Energieträger und Biomassen gefördert werden, kann man wiederum im Ländle förderungstechnisch am meisten herausholen.

Tipps zur Wohnbauförderung

Alternativenergie

Je besser die Energiekennzahl ist, desto höher ist die Förderung - in vielen Bundesländern. Besonders Solaranlagen werden in fast allen Bundesländer gefördert. Auch herkömmliche Energieversorgung wird gefördert, wenn die Errichtung von Alternativenergien nicht zumutbar ist.

In Tirol gibt es für den Bau von Solaranlagen einen Zuschuss von höchstens 1.200 Euro pro Wohnung, wenn die Solaranlage auch noch für die Raumheizung genutzt wird, erhöht sich der Förderungshöchstbetrag auf 4.200 Euro. In Oberösterreich gibt's für Solaranlagen oder Wärmepumpen einen einmaligen Zuschuss von höchstens 50 Prozent der Kosten, genauso wie in Kärnten. In Salzburg gibt es auch einen Zuschuss aber es werden nur max. 30 Prozent der Investitionskosten übernommen. Auch in der Steiermark wird ein einmaliger, nicht rückzahlbarer Zuschuss von max. 2.000 Euro ohne Heizeinbindung und 3.000 Euro bei Heizeinbindung gewährleistet. 

Im Burgenland wird für Solaranlagen ein Darlehen ohne grundbücherliche Sicherstellung als Förderung gewährt, wobei die Förderung bis zu 50 Prozent der Investitionenskosten betragen kann. Auch in Niederösterreich wird der Bau einer Solaranlage mit einem Förderungsdarlehen belohnt, das für 27,5 Jahre läuft und mit 1 Prozent jährlich im Nachhinein verzinst wird. In Vorarlberg werden Verbesserungen des Heizwärmebedarfs durch Solaranlage mit einem kleinen Energiezuschuss von höchstens 1.200 Euro belohnt. In Wien wird ein Zuschuss gewährt, der je nach Energiewert variieren kann, aber höchstens 700 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche beträgt.

Nur eine Wohnung

Es wird nur ein Wohnsitz gefördert und dieser muss als Hauptwohnsitz deklariert werden. Das Haus kann auch von nahestehenden Personen auf die Dauer der Förderung als Hauptwohnsitz bewohnt werden. Nahestehende Personen sind Kinder, geradlinige Verwandte, Verschwägerte, Geschwister, Onkel, Tanten, Nichten und Neffen.

Einreichungsfrist

Die Einreichung muss laut Bauordnung "angemessen" sein. Am besten, Sie fragen zur Sicherheit bei der zuständigen Behörde nach, denn "angemessen" ist subjektiv. Vom Zeitpunkt des Antrages bis zur tatsächlichen Auszahlung der Förderung kann gut ein halbes Jahr vergehen.

Einkommen

Das Haushaltseinkommen wird für die Berechnung herangezogen. Das Nettoeinkommen ergibt sich aus dem Bruttoeinkommen, von dem die Sozialversicherung und die Einkommenssteuer abgezogen werden. Das monatliche Einkommen ist ein Zwölftel des Gesamtjahreseinkommens, inkl. Weihnachts- und Urlaubsgeld.

In Oberösterreich darf bei einer Person das Jahreshaushaltseinkommen 37.000 Euro nicht übersteigen, bei zwei Personen liegt die Obergrenze bei 55.000 Euro. In Salzburg ist die Toleranz für eine Förderung bei einer Person niedriger: max. ein Jahreshaushaltseinkommen von 35.880 Euro. Dafür jedoch liegt das maximale Jahreshaushaltseinkommen für zwei Personen von 55.200 Euro etwas höher. Im Burgenland ist die Förderung für eine Person bis zu einem Einkommen von 36.500 Euro und bei zwei Personen bis zu einem Einkommen von 55.000 Euro möglich. In Kärnten ist man dagegen etwas strenger: Eine Person darf ein Jahreshaushaltseinkommen von maximal 34.000 Euro und zwei Personen von höchstens 50.000 Euro haben, um gefördert zu werden. Tirol gewährt eine Förderung für eine Person mit einem Jahreshaushaltseinkommen von bis zu 32.400 Euro und im Falle von zwei Personen von bis zu 54.000 Euro. In Vorarlberg gibt's ein bisschen mehr: Die Obergrenze liegt bei einer Person bei 36.000 Euro, bei zwei Personen bei 63.600 Euro. In Wien liegt die Obergrenze für eine Person bei 50.750 Euro und für zwei Personen bei 75.630 Euro. In Niederösterreich beträgt sie für eine Person 40.000 Euro und für zwei Personen 65.000 Euro und in der Steiermark ist die Grenze etwas niedriger: 34.000 Euro bei einer Person und 51.000 Euro bei zwei Personen.

Wohnfläche

Zu große Wohnflächen können oft problematisch sein. Dies ist aber wieder von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Keller

Der Keller ist keine Wohnfläche und muss von der Einrichtung auch wie ein Keller aussehen. Das bedeutet: nicht ausgemalt, ohne Bodenbelag und nicht beheizbar. Dasselbe gilt auch für den Dachboden. Das könnte übrigens regelmäßig von einem Beamten überprüft werden.

Wohnbauförderung in Betracht ziehen

Da die Regelungen oft stark von einander abweichen, ist es sinnvoll, sich an einen Experten zu wenden und sich bei der zuständigen Behörde entsprechend zu informieren. Wohnbauförderungen sollten auf alle Fälle in Betracht gezogen werden - Fragen schadet ja bekanntlich nie.

Links zu den einzelnen Bundesländern:

Wohnbauförderung Oberösterreich

Wohnbauförderung Niederösterreich

Wohnbauförderung Wien

Wohnbauförderung Salzburg

Wohnbauförderung Steiermark

Wohnbauförderung Kärnten

Wohnbauförderung Burgenland

Wohnbauförderung Tirol

Wohnbauförderung Vorarlberg

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