Vorgefertigter Pool: Perfekte Entspannung

Kurze Bauzeit, lange Lebensdauer und verschiedene Formvarianten - vorgefertigte Pools erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch mit welchen Kosten muss man rechnen und worauf sollte man besonders achten?

vorgefertigte Pools
vorgefertigte Pools für die spaßige Abkühlung im eigenen Garten Foto: tupungato/iStock/Thinkstock

Vorgefertigte Pools gibt es in verschiedensten Formen und Ausführungen, doch unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten:

Vorgefertige Pools aus dem Kunststoffmaterial Polyester. Bei dieser Art von Pools geht die individuelle Gestaltung etwas verloren, denn man braucht eine sogenannte Negativform. Denn Polyester, das aus Harz und Glasfaser besteht, wird in eine Form gespritzt und nach dem Aushärten abgenommen. Die Form wiederum wird eingesetzt und als Pool verwendet - die Negativform. Daher kommen bei dieser Methode auch nur die typischen, aber keine individuellen Pool-Formen in Frage.

Vorgefertigte Pools aus Polypropylen. Diese Pools werden aus einzelnen Platten zusammengesetzt und geschweißt. Der Vorteil dieser Variante ist, dass durch das Einsetzen einzelner Platten der Kreativität (fast) keine Grenzen gesetzt sind. Wenn es auch hier naturgemäß klare, physikalische Einschränkungen gibt.

Die Planung

Bevor Sie zu einem Profi gehen und sich beraten lassen, sollten Sie die größte und wichtigste Vorarbeit leisten: sich Gedanken über die Gartengestaltung machen. Es ist wichtig, dass Sie wissen, was Sie wollen.

Hilfreiche Tipps sind:

  • Wo sind Wasser, Strom und der Kanal angebracht? Dieser Standort sollte auch letztlich bevorzugt werden, denn im schlimmsten Fall muss man diese drei wichtigen Elemente umleiten. In diesem Fall wird die Umgebung des Hauses rasch zu einer einzigen Baustelle.
  • Der Standort sollte sonnig sein und von keinen Schmutzquellen umgeben sein, wie z.B. ein hohler Baum, der viel Dreck hinterlässt.

Der Profi kümmert sich dann um die technische Umsetzung des Traumpools. Eine Ortsanalyse schafft Klarheit über den Zustand des Grundes und gibt Aufschluss darüber, ob Betonplatten für den Pool erforderlich sind.

Dauer und Kosten

Vom Einholen des Angebotes bis zur Fertigstellung des Pools kann es bis zu vier Monate dauern. Ein durchschnittlich großer Fertig-Pool kostet zwischen 16.000 und 17.000 Euro, wobei man mit zusätzlichen Kosten rechnen muss, kalkuliert man das Graben, Betonieren und Einarbeiten ein. Im Durchschnitt kostet die gesamte Anschaffung rund 30.000 Euro. Je komplizierter, größer und extravaganter der Pool ist, desto teurer wird er naturgemäß auch.

Übrigens können vorgefertigte Pools auch problemlos auf unebenen Flächen geplant und gebaut werden. Denn unebene Flächen können durch den Bau von Terassen ausgeglichen werden.

Vorteile

Diese Art von Pool lässt sich besser planen, ist rasch gebaut und witterungsunabhängig. Vorgefertigte Pools werden, wie der Name schon sagt, fast fertig angeliefert. Der Pool wird also im Ganzen transportiert und zur Baustelle gebracht. Nur das Graben und Vorbereiten sind von der Witterung abhängig.

Bei einem vorgefertigten Pool haben Sie die Möglichkeit, den Pool vorab schon im Ganzen zu sehen.

Im Regelfall stehen mehrere Farben und verschiedene Designs zur Auswahl.

Der Kunststoff hat einen UV-Schutz.

Bei vorgefertigten Pools fallen normalerweise keine Folgekosten an. 

Nachteile

Vorgefertigte Pools sind bei der Anschaffung teurer als die klassischen Pools mit PVC-Folie.

Es besteht keine Möglichkeit, durch "Do it Yourself"-Handwerker oder "Selbermachen" Kosten zu sparen, da die Arbeiten nur von Profis verrichtet werden können.

Das Wasser erwärmt sich nur durch direkte Sonneneinstrahlung, denn Kunststoff hat keine wärmeleitenden Eigenschaften. Die Wärmeregulierung lässt sich höchstens über die Farben steuern: Ein schwarzer Pool etwa wärmt sich schneller auf als ein weißer.

Experten-Tipp zum Kauf

Im Grunde ist es gleich, ob man im Frühjahr oder Herbst einen Pool kauft. Dennoch rät der Experte dazu, den Pool im Herbst vorzubestellen und zu kaufen.

Beginnen Sie im Herbst, haben Sie genügend Tage für Graben, Betonieren und Plattenverlegen in Reserve. Der Vorteil: Im Frühling brauchen Sie den Pool dann nur noch einzubauen und können ihn jederzeit nützen.

Beginnt man dagegen erst im Frühjahr und hat Pech mit dem Wetter, ist der Pool zwar schon fertig, kann aber nicht eingesetzt werden. Dann bleibt im Sommer dort, wo sich eigentlich die persönliche Oase befinden sollte, eine einzige Baustelle.

Wasseraufbereitung

Die Beschaffenheit des Wasser ist ganz wichtig. Hierbei sollte man auf die Härtebildner wie zum Beispiel Karbonathärte, die Gesamthärte aber auch den Anteil von Eisen und Mangan achten. Die Wasserpflege sollte gleich unmittelbar nach dem Einfüllen erfolgen, denn nach wenigen Tagen schon kann das Wasser im Schwimmbecken kippen, welches sich durch Trübungen, Algenbildung und glitschige Beläge bemerkbar macht.

Für die Wasserpflege gibt es vier wichtig Schritte: Die Einhaltung des pH-Wertes, die Desinfektion, die Flockung und die Algenbekämpfung.

Der pH-Wert des Wassers sollte leicht alkalisch sein und sich zwischen 7,0 und 7,6 bewegen. Bei weichem Wasser kann der Wert leicht unter 7 sein und bei hartem Wasser etwas über 7 betragen. Zur Erhaltung des pH-Wertes sind Säuregranulate sehr zu empfehlen, wobei flüssige Säuren gefährlich und ätzend sein können.

Durch die Desinfektion werden Mikroorganismen wie Pilze oder Bakterien abgetötet, die sich im warmen Beckenwasser leicht vermehren. Hier gibt es verschiedene Verfahren:

  • Chlor: Ist ein starkes Oxidationsmittel und noch immer die weitverbreitetste Methode zum Desinfizieren. Der Chlorwert sollte zwischen 0,3 bis 0,6 mg/l freiem Chlor liegen. Paradoxerweise riecht das Wasser nach Chlor nur dann, wenn sich zu wenig freies Chlor im Wasser befindet. Denn die organischen Verunreinigungen können nicht vollständig oxidiert werden, was zur Folge hat, dass Chloramine gebildet werden, welche für den Geruch und das Augenbrennen verantwortlich sind.
  • Sauerstoff Wasserstoffperoxid: Die sauerstoffabspaltende Verbindung Wasserstoffperoxid hat eine desinfizierende und gleichzeitig geruchlose und reizfreie Wirkung.
  • UV-Verfahren: Dieses Verfahren findet mithilfe von elektromagnetischer Strahlung außerhalb des Schwimmbeckens statt. Nach der Filterung kommt das Wasser in ein Gerät, welches durch kurzwellige UV-Strahlung keimfrei gemacht wird. Es sollte trotzdem ein chemisches Oxidationsmittel wie Chlor verwendet werden, das in Kombination mit dem UV-Verfahren wenig Wartung benötigt. Daher besteht auch keine Gefahr einer Überdosierung.
  • Elektrolyse mit Salz: Bei diesem Verfahren wird aktives Chlor hergestellt. Natriumhypochlorit entsteht, indem bei einer elektrolytischen Spaltung die Elektroden durch eine Gleichstromanwendung eine Verbindung mit Kochsalz und Wasser eingehen. Bei diesem Verfahren ist jedoch der pH-Wert sehr wichtig.

Einer der letzten Schritte ist die Flockung, die nicht filtrierbare Verunreinigungen filtrierbar macht. Das verhindert Trübungen im Wasser und sollte bereits gemacht werden, noch bevor es zu einer Verunreinigung kommt. Genauso wichtig ist die Algenbekämpfung. Algen entstehen aus anorganischen Verbindungen wie Kohlendioxid, Wasser und Licht als Energielieferant und stellen organische Verbindungen her. Organische Verbindungen sollten im Wasser so gut wie möglich verhindert werden, damit Bakterien und Pilze keine Nährstoffe haben.

Nicht zu vergessen ist die Zugabe von Frischwasser, denn trotz Pflege können sich überschüssige Salze durch Chlor entstehen, wie zum Beispiel Chloride und Nitrate. Diese können wiederum korrosiv auf Metallteile wirken. Einmal im Jahr sollte man das Becken daher vollständig entleeren und gründlich reinigen, damit auch so Salze und Rückstände entfernt werden können.

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