Der Klassiker: Schwimmbad mit Folie

Seit Jahrzehnten werden Schwimmbecken mit Folien ausgekleidet, sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen. Und dieses klassische Verfahren hat sich auch bewährt, doch was sind die Vor- und Nachteile von Pools mit Folien?

Schwimmbad mit Folie
Der Klassiker unter den Pools: Schwimmbad mit Folie Foto: Siri Stafford/DigitalVision/Thinkstock

Das Schwimmbecken wird vor der Auskleidung mit der Folie mit Schalsteinen betoniert, armiert und verspachtelt. Danach kommt auf die harte und glatte Oberfläche ein antimikrobielles Polyestervlies, das eine Dicke von drei Millimetern hat. Danach wird ein Polyestergewebe mit einer Dicke von 1,5 Millimetern mit heißer Luft (fast 500 Grad) vor Ort geschweißt. Das Schweißen sollte nur vom Profi durchgeführt werden, denn bei falscher Anwendung können sich Falten bilden oder der Pool kann gar leck werden. Das Auffinden undichter Stellen ist folglich mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden.

Vorteile

Die Folien gibt es in verschiedenen Farben und Ausführungen, der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt. Egal, ob Steinmuster oder karibisches Blau - alles geht. Auch in Punkto Form des Pools können Sie sich austoben, denn mit der Folie können Sie individuell die Beschaffenheit Ihres Pools wählen und sind nicht an einen bestimmten Aufbau gebunden. Zusätzlich können die Stufenvarianten frei gewählt werden.

Das Schwimmbecken hat eine hohe Stabilität und Festigkeit, zumal der Grund aus Beton besteht.

Die Kunstfolie ist, wenn richtig verarbeitet und verschweißt, zu 100% dicht. Die Kunstfolie ist auch sehr leicht zu reinigen und chemisch beständig. Dafür kann jedes Desinfektionsmittel bedenkenlos verwendet werden.

Pools mit einer Folie haben bei guter Pflege und regelmäßigen Sanierungen eine Lebensdauer von bis zu 20 Jahren. Die Sanierungen sind, wenn es keine groben Probleme gibt, kostengünstig.

Nachteile

Es sind mehrere Arbeitsschritte für die Vollendung des Pools notwendig, die idealerweise von einem Profi gemacht werden. Hobbyhandwerker kommen hier zu kurz. Das Vorbereiten und Einrichten des Pools sind wetterabhängig.

Mit zunehmendem Alter verliert die PVC-Folie an Elastizität, weshalb sie in älteren Jahren öfter saniert werden muss. Mit der Zeit bleicht auch die Farbe aus, was oft nicht mehr ästhetisch aussieht.

Dauer und Kosten

Das Auskleiden mit dem Polyestergewebe und die Inbetriebnahme des Pools kosten 7.000 Euro. Doch die Kosten des Baumeisters dürfen nicht vergessen werden: der muss vorher das Loch aufgraben und betonieren, was im Durchschnitt um die 15.000 bis 20.000 Euro kostet.

Bei durchgehend schönem Wetter braucht man für das Ausgraben, Vorbereiten, Planen, Auskleiden mit Folie und Inbetriebnahme zwei bis vier Wochen. Das Schweißen mit der PVC-Folie dauert im Durchschnitt nur drei Tage. Das macht Pools mit Folien auch so beliebt: man muss bei gutem Wetter nicht lange auf seinen Pool warten.

Einbauteile für das Schwimmbad

Es werden bestimmte Einbauteile, wie beispielsweise Filter, für das Schwimmbad benötigt. Diese sind dazu da, das Wasser sauber zu halten. Es gibt aber auch "Luxusfunktionen", die das eigene Pool zum Reiseziel Nummer eins machen.

Schwallduschen
Schwallduschen sind ein Luxuszubehör für den Pool zu Hause Foto: Chad Baker/Jason Reed/Ryan McVay/Photodisc/Thinkstock

Skimmer: Der Einbauskimmer wird auch Oberflächenreiniger genannt und befreit die Oberfläche des Wassers von Laub, Mücken, Blättern usw. Der Ablaufkasten wird im Beckenrand eingebaut und besteht aus einem integrierten Laubsieb und einer Klappe. Je nachdem wie groß das Becken ist und in welcher Windrichtung es liegt, werden mehrere Einbauskimmer benötigt. Chlor- und Sauerstofftabletten sollten niemals direkt in den Skimmer gelegt werden, denn das macht das Material hart und spröde und kann nach ein bis zwei Jahren brechen.

Bodenablauf: Der Bodenablauf dient als Saugstelle, der zusätzlich zum Skimmer eingebaut werden soll. Er dient zum Entleeren des Pools und kann Wasser, das unter dem Skimmer liegt, filtern.

Einlaufdüsen: Werden auch Einstromdüsen genannt, dürfen nicht vergessen werden. Das von den Skimmern gefilterte Wasser wird wieder zurück ins Becken transportiert. Die Einlaufdüsen sollten so angebracht werden, dass das Wasser in Richtung Skimmer fließt. So wird eine optimale Wasserumwälzung garantiert.

Unterwasserscheinwerfer: Damit man auch im Dunkeln das Schwimmerlebnis vollkommen genießen kann, sind Unterwasserscheinwerfer eine optimale Lösung. Am Schwimmbeckenrand werden Flachscheinwerfer angebracht, die 50 bis 60 Zentimeter unter dem Wasserspiegel angelegt werden sollten. Scheinwerfer in Rechteckform sind besonders zu empfehlen, denn diese leuchten den gesamten Pool gleichmäßig aus.

Gegenstromanlage: Besonders bei kleinen Pools ist eine Gegenstromanlage ideal, um sich sportlich auszutoben. Das Becken sollte, wenn eine Gegenstromanlage erwünscht ist, eine Breite von mindestens zwei Metern, eine Länge von mindestens 3,50 Metern und eine Tiefe von 1,10 Metern haben. Sie muss eine Mindeststromgeschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde erzeugen können. Gegenstromanlagen können oft auch zu Massageanlagen umfunktioniert werden.

Massageanlagen und Schwallduschen: Sie können entweder eingebaut  oder von außen in den Pool gehängt werden. Massageanlagen sind entspannend und können schon ab 30 Euro erstanden werden. Schwallduschen sind hervorragend für Nackenmassagen und sehen zudem schön aus. Diese müssen bei der Planung mitbedacht werden, denn im Nachhinein ist es schwieriger, sie zu montieren.

 

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