So planen Sie Ihre perfekte Küche

Wir verbringen Unmengen an Zeit in der Küche: ob alleine, zu zweit oder mit der ganzen Familie. An diesem Ort sollte man sich so wohl fühlen wie auf der Couch im Wohnzimmer. Da stellt sich die Planung der perfekten Küche oft als Herausforderung dar.

Pärchen plant die perfekte Küche
Die perfekte Küche ist leicht geplant Foto: p_ponomareva/iStock/Thinkstock

Arbeitszonen definieren

Es gibt fünf wichtige Arbeitszonen in einer Küche:

  1. Vorräte lagern
  2. Aufbewahren
  3. Spülen
  4. Vorbereiten
  5. Kochen  und Backen
     

Diese Arbeitszonen sollten idealerweise von links nach rechts für Rechtshänder verlaufen. Für Linkshänder wäre die Gegenrichtung optimal. Links beginnt man am besten mit dem Kühlschrank und den Vorratsschränken. Daran reihen sich die Spüle und der Geschirrspüler. Daneben sollten die Arbeitsfläche und abschließend der Herd kommen. So ist der kürzeste Weg gewährleistet. Ein Beispiel: Sie waschen das Gemüse, schneiden es gleich nebenan auf der Arbeitsfläche und werfen es eine Zone weiter in den Topf.

Die Zonen sollten übrigens groß genug sein, damit Sie ohne Einschränkungen arbeiten können. Planen Sie genügend Platz ein, um Küchengeräte, die genau in der jeweiligen Zone gebraucht werden, zu verstauen. 

Ergonomie geht vor

Was leider häufig unterschätzt wird: Küchen müssen individuell angepasst werden. Damit Sie bei stehenden Tätigkeiten wie Gemüseschneiden keine Rückenschmerzen bekommen, sollten die Arbeitsflächen eine auf Sie abgestimmte Höhe haben. Idealerweise liegen zwischen Arbeitsplatte und Unterarm 15 Zentimeter Abstand.

Die Kochzone, also der Herd, liegt dagegen ein bisschen tiefer, um den Überblick über Töpfe und Garzustand zu bewahren.

Etwas höher sollten Geschirrspüler und die Unterschränke verbaut werden, damit Sie sich nicht zu tief bücken müssen.

Schränke können heutzutage individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt und entsprechend geplant bzw. eingebaut werden. Hängeschränke etwa sind geeignet für Gegenstände, die häufig verwendet werden.

Achten Sie dabei unbedingt auf die Innenausstattung. Wie kann man den Stauraum am besten nutzen? Wo soll sich der Gewürzeschrank befinden (über der Arbeitsfläche oder über dem Herd)? Wo bringe ich meine Lichtquelle an? etc.

Je größer der Raum ist, desto wichtiger wird bei der Küchenplanung, dass die kürzestmöglichen Wege gewährleistet sind.

Das Design

Das Design der Küche ist sehr wichtig, aber auch Geschmackssache. Daher sollten die Oberflächen je nach Vorlieben und Bedürfnisse gewählt werden.

MDF-Platten werden oft als Grund- oder Trägermaterial verwendet. Die mitteldichten Faserplatten sind sehr stabil und biegefest und lassen sich leicht bearbeiten. MDF-Platten werden häufig als Grundlage für lackierte Oberflächen verwendet, weil jene sehr glatt und gleichmäßig sind.

Spanplatten sind eine der meistgenutzten Grundmaterialien in der Küchenindustrie. Holzspäne unterschiedlicher Größen werden miteinaner verklebt und mithilfe von Wärme gepresst. Durch das Gütesiegel E1 kann übrigens kontrolliert werden, ob der Hersteller nur hochwertige Platten mit der Grenzwertanforderung E1 verwendet.

HPL-Platten sind Schichtpressstoffplatten, die enorm stabil, abriebfest, feuchtebeständig, antistatisch und hitzebeständitg sind. Sie gibt es in verschiedenen Farben und Strukturen.

Küchen mit Glasfront
Egal ob eine Küche mit Glas-, Holz- oder Lackfront, alles hat seine Vor- und Nachteile und sieht schön aus Foto: jodiejohnson/iStock/Thinkstock

Die Küchenfront

Kunststofffronten

Es gibt verschiedene Arten von Kunststofffronten: Melaminharzfront, Folienfront und Schichststofffront.

Folienfronten sind in vielen verschiedenen Farben und Muster erhältlich und preisgünstig. Sie sind jedoch nicht sehr resistent gegen Hitze und Kratzer und können sich im Laufe der Zeit vom Trägermaterial ablösen.

Melaminharzfronten sind im Gegensatz zu Folienfronten widerstandsfähiger und eignen sich daher gut für häufig beanspruchte Küchen. Die Oberfläche ist pflegeleicht, abriebbeständig und chemikalienresistent und auch unter Lichteinwirkung verblasst die Farbe nicht.

Schichtstofffronten sind die widerstandsfähigsten Fronten in der Sparte Kunststoff. Die Platten sind dicker und härter, dadurch können sie größeren Beanspruchungen ausgesetzt werden.

Lackfronten

Sie bestehen aus einem Stammlack und einem Härtelack. Obwohl es verschiedene Verfahren zu den unterschiedlichsten Lackarten gibt (matt, hochglanz, Microlac usw.), haben alle Folgendes gemeinsam: Lackierte Oberflächen sind sehr strapazierfähig und dicht versiegelt (entspricht der Oberflächenhärte und Kratzfestigkeit von Autolack). Gleichzeitig sehen sie sehr ästhetisch und ausdrucksstark aus. Durch das aufwendige Verfahren muss bei Lackfronten aber tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Glasfronten

Glasfronten wirken sehr elegant. In Küchen können sie in verschiedenen Varianten vorkommen: als Rahmentür mit oder ohne Sprossen, klares, milchiges oder sandgestrahltes Glas. Sie sind besonders kratzfest und hitzebeständig.

Echtholzfronten und Massivholzfronten

Echtholzfronten bestehen aus einem Rahmen von Massivholz und furnierter Füllung mit 1 Millimeter starken Span- oder MDF-Platten. Echtholzfronten lassen sich lasieren, beizen, kalken, bürsten, sandstrahlen und lackieren.

Massivholzfronten hingegen bestehen zur Gänze aus solidem Holz. Daher auch der Begriff "Vollholz". Sie hat eine optimale Formstabilität und hohe Elastizität.

Edelstahlfronten

Edelstahlfronten sind nicht nur in Profiküchen gern gesehen, auch in privaten Küchen werden sie immer beliebter. Auf die Trägerplatte wird die Edelstahlplatte aufgezogen, die nicht nur schick aussieht, sondern auch sehr pflegeleicht und alltagstauglich ist. Nachteile: Kratzer und Fingerabdrücke sind deutlich sichtbarer als auf anderen Oberflächen.

Acrylfronten

Acrylfronten bieten eine gute Alternative zu Hochglanzlackfronten, die aus massiven Acrylplatten hergestellt sind und ähnliche Eigenschaften wie Holz haben. Sie sind beim Arbeiten sehr angenehm, glatt, einfach zu reinigen, alltagstauglich und kratzfest.

Der Fehler

Stellen Sie niemals den Kühlschrank neben den Herd! Obwohl die Elektrogeräte heutzutage besser isoliert sind, kann es sein, dass das Kühlsystem des Kühlschrankes gestört wird. Der Kühlschrank kühlt mehr und verbraucht dadurch mehr Strom. Ganz wichtig: Vergessen Sie den Dunstabzug bei der Planung nicht.

Die richtige Armatur

Hat man die Arbeitszonen der Küche für sich perfekt organisiert, möchte man am liebsten gleich mit dem Kochen beginnen. Dafür braucht man zuallererst einmal Wasser. Damit das auch immer bequem verfügbar ist, sollte man auf eine hochwertige Armatur achten. Wer Wert auf Komfort legt, ist mit einer ausziehbaren und somit flexiblen Schlauchbrause gut beraten. Man profitiert von einem erweiterten Aktionsradius und Tätigkeiten wie das Befüllen von Töpfen oder die Reinigung des Spülbeckens gehen schnell und einfach von der Hand. Für das Waschen von empfindlichen Lebensmitteln eignen sich besonders Schlauchbrausen, die man von einem normalen Wasserstrahl auf einen sanfteren Brausestrahl umstellen kann.

Da Armaturen in einem normalen Familienhaushalt durchschnittlich 75 Mal am Tag betätigt werden, sollte man auf hohe Qualität achten. Perlatoren können die Langlebigkeit der Armaturen erhöhen, am besten nimmt man sie alle paar Monate ab und reinigt sie gründlich mit Essigwasser.

In Leitungen bilden sich durch zurückfließendes Wasser auch gerne einmal Keime. Wählt man eine Armatur, die über einen integrierten Rückflussverhinderer verfügt, ist sichergestellt, dass kein Brauchwasser zurückfließt und Verkeimungen können verhindert werden.

Die passende Spüle

Spülen sollten kratzfest und hitzebeständig sein, nur so kann die gewünschte Hygiene in der Küche garantiert werden. Spülen können aus unterschiedlichen Materialien bestehen, beispielsweise aus Edelstahl, Keramik oder Silgranit. Edelstahlspülbecken lassen sich aufgrund ihrer dezenten Farbe meist problemlos in jede Küche integrieren.

Wer hingegen speziellere Wünsche hat, sollte auf Keramik- oder Silgranit-Spülen ausweichen. Spülen aus Granitstein wirken sehr edel und zeichnen sich durch eine weite Farbauswahl aus. Zusätzlich sind sie besonders langlebig und sehen dabei stets neuwertig aus. Dank der Granitoberfläche perlt das Wasser schneller ab und Schmutz- und Kalkablagerungen werden reduziert.

Teure Küche gleich besser?

Die Preisunterschiede von Küchen klaffen weit auseinander: Es gibt gute Einbauküchen um 10.000 Euro und Küchen, die sich mit 50.000 Euro in der Preisklasse eines Neuwagens bewegen. Sind billige Küchen also weniger gut? Heutzutage gibt es kaum noch "schlechte" Küchen, trotzdem sind teurere Ausstattungen qualitativ hochwertiger. Man kann sich das wie bei Autos vorstellen: Billigere Modelle sind gut zum Fahren und können auch ein paar Funktionen anbieten, aber die teureren haben einfach mehr drauf. Bei qualitativ hochwertigeren Küchen kann von den Baumaterialien und Fronten bis hin zu persönlich und ergonomisch angepassten Höhen alles individuell abgestimmt werden. Auch ein Laie spürt sofort die qualitativen Unterschiede zwischen einer billigen und einer maßgeschneiderten Küche.

Fazit

Also: Bedürfnisse definieren, Checkliste machen, Arbeitszonen einteilen und auf die Höhen der verschiedenen Arbeitszonen achten, Material und Farben auf Grund persönlicher Bedürfnisse abstimmen.

Gehen Sie auf jeden Fall zum Profi und prüfen Sie die Serviceleistungen. Denn diese sind für die richtige Raumaufteilung und den Aufbau entscheidend. Vor allem, wenn Sie sich eine Traumküche leisten wollen, sollten Sie lieber ein bisschen mehr Geld investieren - es lohnt sich!

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