Die richtige Alarmanlage

Einbrüche werden in Österreich zur Genüge zur Anzeige gebracht. Eine Alarmanlage ist da eine ratsame Investition: Sie schützt nicht nur unser Hab und Gut, sondern auch unser Gefühl von Sicherheit. Nur welche Arten von Alarmanlagen gibt es und wie findet man die richtige für das eigene Heim?

Alarmanlagen
Die richtige Alarmanlage für das eigene Heim finden Foto: Brand X Pictures/Stockbyte/Thinkstock

Ungefähr 17.000 Einbrüche finden jährlich hierzulande statt. Obwohl viele Österreicher keine Alarmanlage haben, wäre es ratsam, sich eine zuzulegen. Auch wenn keine teuren Antiquitäten und viel Bargeld zu Hause vorliegen, soll das sichere Gefühl in den eigenen vier Wänden gewährleistet sein. Denn ein Einbruch hat oft nicht nur finanzielle, sondern auch psychische Folgen.

Arten von Alarmanlagen

Alarmanlagen werden auch EMA (Einbruchmeldeanlage), GMA (Gefahrenmeldeanlage) oder ÜMA (Überfallmeldeanlage) genannt. Sie funktionieren alle nach einem ähnlichen Prinzip: Sensoren melden das Eindringen von fremden Personen. Es gibt aber auch Alarmanlagen, die Rauch, Rauchgas oder Wasser erkennen und Alarm schlagen.

Es gibt drei Arten von Alarmanlagen:

Verkabelte Alarmanlagen

Verkabelte Alarmanlagen sind schon seit Jahren die beliebteste Lösung für gewerbliche Liegenschaften und Gebäude mit Hochsicherheitsklasse. Die Komponenten dieser Art von Alarmanlage sind durch einen Draht verbunden und müssen in den Wänden verputzt werden. Sie werden demnach bei Neubauten und Renovierungen installiert, zumal eine Montage im Nachhinein nur schwer möglich ist.

Der große Vorteil bei verkabelten Alarmanlagen ist die hohe Sicherheit, die sie bieten. Das Gerät wird in die für Sie optimale Sicherheitsklasse eingestellt, wobei "PS" Privat Standard und "WS" Werteschutz, bedeutet. Da die Kabel in der Mauer verlegt sind, bietet das einen weiteren Schutz gegen Manipulationen von Außenstehenden. Die Alarmanlage muss jährlich überprüft werden, was sich meist nur auf einen reinen Funktionstest beschränkt. Die Kosten sind je nach Bedürfnis und Liegenschaft sehr unterschiedlich, doch verkabelte Alarmanlagen haben einen günstigen Preis für eine sehr hohe Sicherheitsstufe.

Die Arbeitszeit zum Verlegen dauert aber länger als bei funkgesteuerten Alarmanlagen, denn es müssen Stemmarbeiten im Mauerwerk verrichtet werden. Sollten Sie sich nachträglich für dieses System entscheiden, kann das sehr teuer werden.

Draht-/Hybridanlage

Es gibt auch noch den Begriff "Hybridanlage", eine Mischung aus verkabelter und funkgesteuerter Anlage. Hier sind nur einige Komponente mit einem Draht verbunden, der Rest ist mit einer Funkerweiterung ausgestattet, welches gut für die Überwindung von räumlich größeren Distanzen ist. Hybridanlagen sind für große Immobilien die perfekte Lösung. Hier werden besonders Bedien- und Schalteinrichtungen, Außensirenen und einzelne zentrale Melder miteinander verbunden. Hybridanlagen sind vor allem bei Neubauten oder Renovierungen zu empfehlen, denn Einzel-Komponente können bei späteren Zubauten erweitert werden.

Hybridanlagen vereinen die Vorteile von verkabelten und funkgesteuerten Anlagen. Doch einer der größten Vorteile einer Hybridanlage ist die hohe Sicherheit vor Manipulationen der Kabeln und der Funksignale, denn diese sind verschlüsselt und können nicht abgefangen werden. Die verkabelten Meldekomponenten halten oft länger als Funkalarmanlagen, trotzdem sollten sie alle zehn Jahre ausgewechselt werden. Hybridanlagen haben eine höhere Sicherheitszertifizierung, die je nach abgeschlossener Haushaltsversicherung, Vergünstigungen bringen kann - doch nur, wenn das Gerät VSÖ-zertifiziert ist.

Leider können Funkerweiterungen nur da eingesetzt werden, wo eine Stromquelle ist. Hier muss eine Stromanschlussstelle verlegt werden, wenn keine vorhanden ist. Akkus können zwar auch verwendet werden, doch diese müssen alle sechs bis zwölf Monate aufgeladen und kontrolliert werden. Finger weg von billigen Anlagen, denn hier kann es passieren, dass Funksignale nicht verschlüsselt und abgefangen werden können.

Funkalarmanlagen

Funkalarmanlagen funktionieren über Funk und müssen nicht verkabelt werden. Sie können problemlos überall angebracht werden. Man muss die Wand nicht aufreißen, denn Funksysteme sind schnell und einfach in allen möglichen Bauten installiert.

Wenn Sie sich für eine Funkalarmanlagen entschieden haben, bleibt noch die Frage: 433 MHz oder 868 MHz? Nach dem European Telecommunications Standards Institute sind Frequenzen in den Bereichen 27, 40, 433 und 868 MHz zugelassen. In einer 433 MHz Frequenz dürfen Funksysteme wie Babyphone, Autoschlüssel, Garagetoröffner und sogar diverse Fernbedinungen liegen. Grundsätzlich haben Funkalarmanlagen eigene Kanäle im Frequenzbereich, trotzdem ist ein Gerät im Frequenzbereich 868 MHz weniger anfällig für Fremdsignale, die durch eine Fernbedinung ausgelöst werden können. Dies bedeutet nicht, dass es bei 433 MHz-Anlagen permanent zu Störungen des Signals kommt, sie sind aber anfälliger.

Funkalarmanlagen bieten ein hohes Maß an Sicherheit, können nachträglich in jedes Gebäude installiert werden und bei einem Umzug abmontiert und mitgenommen werden. Die Montage benötigt nur geringen Aufwand, oft ist sie schon an einem Tag erledigt. Funkalarmanlagen sind vor allem im privaten Bereich sehr zu empfehlen.

Die Anschaffung ist etwas höher als bei Hybridanlagen und es besteht trotz allem die Gefahr von Funkstörungen und somit einem Fehlalarm. Da die Funkmelder nicht verkabelt sind und mit Akkus laufen, müssen diese regelmäßig alle sechs bis zwölf Monate ausgetauscht werden, damit die Anlage funktioniert.  

Was ist jetzt besser: Draht oder Funk?

Die Antwort ist: beides! Hybrid- und Funkalarmanlagen funktionieren in Bezug auf Reaktion, Programmierung und Signalgebung sehr ähnlich. Auch die Alarmart und die Melder unterscheiden sich kaum. Der einzig große Unterschied liegt in der Installation. Bei Hybridanlagen werden die Kabeln in die Mauer verputzt. Sie sind besonders für gewerbliche Zwecke und große Objekte geeignet. Funkalarmsysteme hingegen funktionieren mittels Frequenzen, die optimal für den privaten Gebrauch sind.

So funktioniert eine Alarmanlage

Ungewöhnliche Erschütterungen und Bewegungen, die von Eindringlingen kommen, werden als ein Ereignis erkannt. Bei einem integrierten Rauch- und Wassermelder werden ungewöhnliche Rauch- oder Wasserentwicklungen rechtzeitig erkannt. Diese Informationen werden an das „Gehirn“ der Alarmanlage – also zu der Alarmzentrale – weitergeleitet. Je nach Programmierung löst die Alarmzentrale eine Alarmmeldung aus. Danach wird diese Information an die Außenwelt gegeben. Viele Anlagen haben eine Verbindung zur Polizei und Feuerwehr, sodass diese Stellen automatisch kontaktiert werden. Ebenfalls löst ein ungewöhnliches Ereignis einen Alarm von 90 Dezibel innen und 105 Dezibel im Freien aus. Das macht den Eindringling „taub“ für Umgebungsgeräusche und das Sicherheitspersonal erkennt das Haus schon von Weitem.

Fehlalarm – wie kann man ihn vermeiden?

Alarmsignale werden über Funk oder Telefonleitung zur zuständigen Einsatzzentrale geschickt, also zur Polizei oder Feuerwehr. Ein Alarm setzt eine Reaktionskette aus: Die Einsatzzentrale wird informiert, welche rasch ein Team bildet und anrückt. Das ist mit Kosten verbunden, die je nach Bundesland verschieden sind - Sie sollten aber mit Zahlen im dreistelligen Bereich rechnen. Bei einer Falschmeldung können auch noch Schadenersatzforderungen anfallen. Aber nicht nur die Geldtasche, sondern auch die eigene Glaubwürdigkeit kann darunter leiden: Bei mehreren Fehlalarmen kommt die Polizei natürlich trotzdem, aber es kann ein Gewöhnungseffekt entstehen, sodass sich Sicherheitskräfte vielleicht immer mehr Zeit lassen. In einem Ernstfall kann das fatale Folgen haben.

Vorinstallierte Vorkehrungen können irrtümliche Alarmauslöser in vielen Fällen identifizieren und schlagen somit nicht Alarm. Es gibt auch verschiedene Hotline-Nummern, um versehentlich ausgelöste Alarme zu melden - diese sind aber vertraulich. Wenn Sie einen Testalarm durchführen wollen, müssen Sie diesen bei der vorgesehnen Einsatzzentrale melden. Das erspart den Einsatzkräften den unnötigen Weg zu Ihnen und Sie müssen keine Kosten tragen.

Mehr zum Thema: