Beschattung: Welcher Sonnenschutz passt für mich?

An heißen Sommertagen will man oft auf der Terrasse sitzen, essen und mit Freunden beisammen sein, doch besonders die starke Mittagssonne kann einem diesen Spaß verderben. Da braucht man einen passenden Sonnenschutz.

Beschattung
An heißen Sommertagen ist der Schatten Gold wert. Foto: ElenaSeychelles/iStock/Thinkstock

Ob für Balkon, Terrassen, große Gärten oder Fenster - Sonnenschutz ist besonders jetzt, wenn der Sommer in Österreich länger und heißer wird, ein Muss. Die Auswahl an Beschattungsmöglichkeiten ist groß - hier die wichtigsten Varianten im Überblick:

Terrassenbeschattung

Unter Terrassenbeschattung fallen Beschattungen für Balkone, Terrassen und Gärten.

Markisen: Sie werden bei Sonne herausgefahren und können problemlos wieder eingerollt werden. Für Balkone sind sie daher sehr gut geeignet. Dabei gibt es verschiedenste Ausführungen.

Gelenkarmmarkisen: Dabei denken 70% der Österreicher, wenn das Wort Markise fällt. Durch Gelenkarme wird beim Ausfahren der Markise der Stoff nach außen gedrückt. Im geschlossenen Zustand befindet sich der Stoff zusammengerollt in der Wand. Ein großer Vorteil hierbei ist, dass die Gelenkarmmarkisen individuell aus- und eingefahren werden können und im geschlossenen Zustand die Markise "unsichtbar" ist. Dieses Modell gibt es in verschiedensten Ausführungen: von beleuchtet bis hin zu senkrechtem Schattenschutz bei tiefstehender Sonne. Ein großer Nachteil ist die Windanfälligkeit: Da sie keine "Beine" haben, können sie im geöffneten Zustand nur Winde bis zu 38 km/h aushalten. Da es aber in Österreich lokal sehr windig ist, kann dieser Wert leicht erreicht werden. Dafür haben Gelenkarmmarkisen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: Je nach Größe und Ausführung kalkuliert man am besten zwischen 2.000 bis 5.000 Euro ein.

Pergolamarkisen: Pergolamarkisen kommen aus Gastronomie, da sie wind- und wetterbeständig sein müssen. Sie halten im offenen Zustand 50 km/h aus und haben jeweils links und rechts eine Führungsschiene. Das ist gleichzeitig wieder ein Nachteil: Man hat links und rechts zwei Pfeiler stehen, die optisch stören können. Pergolamarkisen sind dafür hervorragend für Zusatzoptionen geeignet, da sich hier auch Seitenbeschattungen einrichten lassen. Pergolamarkisen sind nicht nur für Gärten geeignet, auch auf Balkonen kann man sie gut verwenden. Da die Konstruktion hier gegen Wind und Regen beständiger ist, muss man dafür im Durchschnitt mit Preisen zwischen 8.000 bis 9.000 Euro rechnen - abhängig von Größe und Ausführung.

Terrassendach: Hier befindet sich ein Glasdach über der zu beschattenden Fläche. Oberhalb oder unterhalb der Glasfläche wird die Beschattung montiert. Durch das Glas über dem Kopf entsteht ein Sommergarten, der sich vom Wintergarten dahingehend unterscheidet, dass er nicht geschlossen ist und man daher auch Zugluft ausgesetzt sein kann. Der größte Vorteil: Diese Art der Beschattung ist sehr wetterbeständig und bietet Schutz vor Regen und Schnee. Vom Profi muss jedoch die maximale Schneelast berechnet werden, damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt. Weiters muss man beachten, dass das Glasdach fix montiert wird. Denn ein permanentes Glasdach über dem Kopf kann störend sein, vor allem, wenn man es oben gern "luftig" hat. Auch muss bei einem Terrassendach tiefer in die Tasche gegriffen werden: Zwischen 15.000 und 20.000 Euro sollten hier einkalkuliert werden. 

Freistehende Pergolamarkise: Freistehende Pergolamarkisen sind immer mehr gefragt. Dabei wird eine Markise ohne Wandeinbidung benötigt. Dies ist besonders bei Fertighäusern optimal, bei denen keine zusätzlichen Konstruktionen für Beschattungen erforderlich sind. Auch für Dachgeschossausbauten oder Gemeinde- und Genossenschaftenbauten, wo Wände oft nicht beschädigt werden dürfen, sind freistehende Pergolamarkisen optimal. Freistehende Pergolamarkisen sind eher für große Grundstücke geeignet. Waren freistehende Pergolamarkisen früher mit Stoff überzogen, besteht das Dach heute aus Alu-Lamellen. Man kann diese ganz schließen, um ein Dach zu bilden, und durch Öffnen die Sonne durchlassen. Und hier liegen auch schon die Nachteile: Man hat permanent Lamellen über dem Kopf. Das Gestell ist fix montiert auf vier Füßen, kann aber nicht weggeräumt werden und ist obendrein auch kostenintensiv: Hier muss man mit 12.000 bis 15.000 Euro rechnen.

Sonnensegel: Dies ist die modernste, luftigste und individuellste Art der Beschattung, die aber oft nur ab einer Flächengröße von 30 Quadratmeter aufwärts interessant ist. Denn kleine Sonnensegel sind gleich aufwendig und teuer aufzubauen wie größere Sonnensegel. Auch hier gibt es wieder verschiedene Arten. Von Nachteil ist, dass die Handhabung häufig komplizierter und schwerer als bei der Abmontage ist. Sonnensegel müssen stehen bleiben, deshalb kommt diese Lösung für Leute, die eine "unsichtbare" Beschattung bevorzugen, eher nicht in Frage. Weiters kann die tiefstehende Sonne bei Sonnensegeln ein Problem werden, denn diese sind nicht höhenverstellbar - vor allem im Hochsommer ein Thema, wenn die Sonnenstrahlung am stärksten ist.

Bewegliche Sonnensegel: Rollbare (werden nur eingerollt) und bewegliche (werden auch gefaltet) Sonnensegel können händisch wie auch elektrisch bedient werden. Eine händische Sonnensegel kostet um die 3.000 bis 4.000 Euro, wobei hier die Größe entscheidend ist, denn diese macht den Preis. Ein Sonnensegel, dass elektrisch ausgefahren wird, kostet um die 10.000 bis 15.000 Euro. Die beweglichen Sonnensegeln sind wind- und regenbeständig.

Fixe Sonnensegel: Diese bleiben in einer starren Position und sind von der Handhabung her häufig problematisch. Sie sind schwer zu bewegen und ebenso schwer abmontierbar. Auch hier gibt es verschiedene Kategorien:

Schönwettersegel sind nur für Schönwetter geeignet, müssen also bei Wind und Regen abmontiert werden.

Saisonsegel sind für eine Windgeschwindigkeit von 70 bis 80 km/h ausgelegt und können von April bis Oktober stehen gelassen werden. Sie sind auch regenbeständig, bei einem Orkan über 80 km/h sollten die Segeln aber abmontiert werden.

Ganzjahressegel sind für den privaten Verbraucher nicht geeignet und werden eher auf Festival-Geländen oder bei Großveranstaltungen eingesetzt. Der Aufbau istt aufwendig und kostet rund 1.000 Euro pro Quadratmeter.

Sonnenschirme: Sie sind sehr windanfällig und müssen sehr schwere Mastfüße haben, damit sie wirklich stabil sind. Sonnenschirme sind eher als Notlösung gedacht und sind schon ab rund 200 Euro im Bauhaus erhältlich. Der Vorteil ist, dass kleine Schirme leicht transportiert werden können und wenig kosten. Wenn man dagegen eine stabile und wetterbeständige Beschattung haben will, werden einen Sonnenschirme auf Dauer nicht zufriedenstellen.

Fensterbeschattung

Innenbeschattung: Innenbeschattungen sind als Sonnenbeschattung wirkungslos. Dafür bieten sie aber Sichtschutz, Blendschutz und Verdunkelung. Innenbeschattungen können Innenjalousinen aus Aluminium sein, aber auch Rollos die aufgerollt werden, Plissee mit Ziehharmonikastoff, Vertikaljalousinen und Flächenvorhänge. Wenn sie händisch bedient werden, kosten die Innenbeschattungen circa ein Drittel dessen, was man für Außenbeschattung zahlt, haben aber auch nur ein Drittel der Wirkung. Mit mindestens 200 Euro muss auch bei dieser Anschaffung gerechnet werden.

Außenbeschattung: Rollladen sind in Österreich am gängisten und haben den größten Zusatznutzen, denn sie verdunkeln, sind kälte-/wärmedämmend, einbruchhemmend und bieten einen Sichtschutz. Der Nachteil ist, dass sie klobig wirken können. Außenjalousinen bestehen aus Lamellen, die je nach Bedarf ganz oder nur ein wenig zugemacht werden können, sodass trotzdem noch Licht in den Raum flutet. Der Nachteil hierbei ist, dass hohe Kästen oberhalb des Fensters montiert werden müssen und dahingehend oben genug Platz sein muss. Textile Beschattungen bestehen aus Stoffen, die im aufgerollten Zustand dünn sind und daher wenig Platz einnehmen. Sie können auch, je nach Ausführung, sehr sturmstabil sein. Hier variieren die Preise je nachdem, ob sie händisch oder elektrisch ausgeführt werden. Außenbeschattungen die händisch geöffnet werden, kosten um die 300 bis 350 Euro. Elektrische Beschattungen liegen mit Preisen zwischen 800 bis 900 Euro da schon teurer.

Insektenschutz

Was viele nicht wissen ist, dass der Insektenschutz zur Kategorie Beschattung gehört. Insektenschutz gibt es auch in verschiedensten Ausführungen und bieten, was besonders die Allergiker freut, zusätzlich einen Pollenschutz. Auch Katzengitter können zusätzlich eingerichtet werden, die das Einreißen durch Haustiere verhindert. Insektenschutzgitter sind heutzutage schon so dünn, dass man sie kaum noch sieht.

Die günstigste Ausführung ist ein Spannrahmen aus Alu, der ins Fenster gehängt wird. Dieser ist nur für Fenster geeignet, durch die nichts durchgereicht werden muss. Diese Variante kostet zwischen 100 und 300 Euro.

Insektengitterrollos kann man leicht öffnen und schließen und kosten um die 250 bis 300 Euro.

Drehtüren oder auch Schiebetüren für Balkons lassen sich öffnen und wieder schließen. Für eine Tür kostet diese Variante rund 400 Euro, zwei Türen sind ab 700 Euro erhältlich.

Insektengitterplissees werden wie eine Ziehharmonika zusammengefaltet und wie eine Schiebetür zur Seite hin geöffnet. Die Montage ist hierbei etwas teurer: Mit 450 bis 500 Euro muss gerechnet werden.

Lichtschachtabdeckungen sind für Kellerfenster sehr gut geeignet, damit sich keine Insekten im Keller ansammeln. Dieser Insektenschutz kostet circa 200 Euro.

Gut zu wissen

Je stabiler die Beschattung gegenüber Wind und Regen sein soll, desto mehr muss man in Kauf nehmen - etwa, dass die Beschattung fix montiert wird und man es nicht so leicht wieder abmontieren kann. Eine gute Beschattung hat auch ihren Preis, doch die Investition ist es wert, spätestens wenn man im Sommer im Freien ist und die Beschattung für wohltuende Kühle sorgen. Da die meisten Beschattungs-Varianten elektrisch bedient werden, sollten regelmäßige Wartungen, Kontrollen und, wenn die Technik nicht mitspielt, auch allfällige Reparaturen einberechnet werden.

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