Kompaktküchen: Kochen für Singles

Kochstellen für kleine Wohnungen, Büros und Menschen, die flexibel bleiben wollen.

Obst Gemüse Küche
Angesichts der vielen Single-Haushalte steigt die Nachfrage nach kleinen Küchen Foto: monkeybusinessimages/iStock/Thinkstock

Nicht dass Einbauküchen out wären - aber sie haben ihre Nachteile. Einmal geplant und installiert, sind sie quasi für die Ewigkeit an ihrem Platz. Anders die immer beliebter werdenden Kompaktküchen: Man kann sie überall dort aufstellen, wo die entsprechenden Anschlüsse vorgesehen wurden, sie lassen sich beim Wohnungswechsel mitnehmen und schon mal innerhalb der Wohnung in ein anderes Eck verpflanzen. Kompakte Kleinküchen - manche Modelle machen sich nach Gebrauch sogar unsichtbar - sind auch für sehr beengte Verhältnisse manchmal die bessere Lösung. Vorausgesetzt, man gar nicht vor, viel und aufwendig zu kochen. 

Edelnische 

"Primary" nennt sich ein Küchenblock des Stardesigners Phillippe Starck für Warendorf. Vor- und Zubereitungsfläche mit Spüle, Abtropffläche und Kochfeld bestehen aus dem für Profiküchen verwendeten Material Edelstahl - was dieses Modell in das Luxusküchen-Segment katapultiert. Die Basiseinheit mit Spüle, Kochfeld, Geschirrspüler und den stylishen Fronten aus geschliffenem Glas kostet in etwa 9.500 Euro.

Raumschiff Enterprise 

Die Fans von Design á la Star Trek kommen bei "Boxetti Lunch", einem Küchenblock des lettischen Designers Rolands Landsbergs voll auf ihre Kosten. Was wie eine Kiste aussieht, entpuppt sich beim Auseinanderklappen als trickreich verarbeitete Kücheneinheit, bei der wie bei einem Schweizer Messer jeder Kubikzentimeter ausgenutzt wurde. Damit man sich an der spacigen Werkbank nur ja keine Finger einklemmt, sind Sicherheitssensoren eingebaut. Leider ist der Preis mit 9.200 Euro recht außerirdisch.

Für Stadtnomaden 

"À la carte" heißt ein Küchenbausatz des Stuttgarter Designbüros "Stadtnomaden". Die Module können der jeweiligen Raum- und Anschlusssituation flexibel angepasst werden und bestehen aus einer Schale aus furniertem Buchenformholz. Verbunden werden die Elemente (die auch auf Rollen gestellt werden können) mittels Magnet. Ein Modul ohne Gerät kostet 1.998 Euro.

Unsichtbar

"Miniki" ist ein Küchensystem, das sich nach Gebrauch in ein unauffälliges Sideboard verwandelt. Um so überraschender, dass darin alle wichtigen Funktionen - Kochen, Kühlen, Abwaschen - untergebracht sind. Das von dem Architekten Tobias Schwarzer erfundene System bekam 2012 den begehrten red dot award. Preisbeispiel inklusive Spülbecken, Armatur und Induktionskochfeld: 5.858 Euro.

Kofferküche

Die Küchen im Rollenkoffer ist kein Gag sondern ein Konzept, das sich bei Messen und Events seit Langem bewährt. Ein Kaltwasseranschluss, ein Abfluss und eine 220-Volt-Steckdose reichen aus, um den Betrieb als Büro-, Single- oder Werkstattküche aufzunehmen. Ohne Kochplatten, aber inklusive aller sonstigen Geräte kostet ein "Kitcase" 2.050 Euro. Anstelle des Kühlschranks kann auch ein Geschirrspüler eingebaut werden.

Küchensäule

"Clever Kitchen" komprimiert eine Küche mit allen Geräten vom Kühlschrank bis zur Mikrowelle plus einem Stauraum wie zwölf Hängeschränke auf nur 1,8 Quadratmetern Grundfläche. Der Clou dabei: Das litfaßsäulenartige Möbel lässt sich auf mehrere Arbeitsebenen um 180 Grad drehen. Der oberste Stauraum ist sogar um 360 Grad schwenkbar. Produziert wird die mit dem red dot award prämierte Kochsäule von einer Ladenbaufirma in der Nähe von Bremen. Ab 13.520 Euro (Büroausstattung mit Kühlschrank, Mikrowelle und Geschirrspüler) ist man dabei. Dazu muss man dann noch die Montage- und Lieferkosten rechnen. Zwei Fachleute installieren die Drehküche mit deutscher Gründlichkeit an einem Werktag.