Fünf Dinge, die das vernetzte Badezimmer kann

Bäder altersgerecht umbauen? Nicht mehr nötig mit dem Bad der Zukunft, das sich flexibel an die Bedürfnisse des Menschen anpassen kann - vom Kleinkind bis zum Senior. Was es dazu braucht? Flexible Ausstattung und intelligente Technik.

Dieses moderne Bad mit Dusch-WC funktioniert berührungslos - Cover
Dieses moderne Bad mit Dusch-WC funktioniert berührungslos Foto: Aqua Cultura/Wolfgang John

Das neue Badezimmer denkt mit. "Die Dusche merkt sich meine Lieblingswassertemperatur, Lautsprecher erinnern ans Rasieren, über Bildschirme im Spiegel lassen sich Staumeldungen abrufen", zählt Sanitärexperte Jens J. Wischmann nur einige der technischen Möglichkeiten auf. Im Smart Home, dem intelligent vernetzten Zuhause, ist das keine Zukunftsvision mehr.

Kippbare Spiegel sind toll für Kinder oder Rollstuhlfahrer - Cover
Kippbare Spiegel sind toll für Kinder oder Rollstuhlfahrer Foto: Aqua Cultura/Liegl

Flexible Toilette

Die Digitalisierung des Badezimmers steht laut dem Sanitärfachmann Matthias Thiel in direktem Zusammenhang mit dem demografischen Wandel. Schließlich sei es neben dem Schlafzimmer der intimste Raum der Wohnung, in dem man sich im Alter so lang wie möglich autonom bewegen möchte. "Die höhenverstellbare Toilette ist schon vergleichsweise weit verbreitet", sagt Thiel. "Doch das WC kann längst mehr." Der Toilettensitz hebt und senkt sich automatisch.

Auch das Dusch-WC, eine aus Japan stammende Kombination aus WC und Bidet mit automatisierter Reinigung des Intimbereichs, ist immer öfter anzutreffen. Sogar personenbezogene Vorlieben, etwa was Wärme und Intensität des Wasserstrahls betrifft, können bei einigen Modellen gespeichert und per Knopfdruck abgerufen werden. Es gibt sogar Modelle mit Geruchsfilter, der schlechten Geruch direkt in der Toilette absaugt und ein integriertes Nachtlicht zur Orientierung hat.

Mobiler Wasserhahn

Im Badezimmer 2.0 muss man sich nicht mehr über die Wanne beugen, um an den Wasserhahn zu gelangen. "Die per Knopfdruck bedienbaren Armaturen können bequem an der Vorderseite der Wanne platziert werden", erklärt Angelika Martina Brüßel von Aqua Cultura, einer Vereinigung von Badeinrichtern. Und statt die Dusche mit einem Hebel zu regulieren, gibt es Modelle mit Knopf am Duschkopf, mit dem sich der Wasserstrahl an- und abschalten und die Intensität steuern lässt. Ein neuartiges Absperrventil macht das möglich.

Unterhaltungselektronik lässt sich im Badezimmerspiegel integrieren - Cover
Unterhaltungselektronik lässt sich im Badezimmerspiegel integrieren Foto: Aqua Cultura/Dreyer

Sensoren statt Knopfdruck

Die berührungslose Sensorik-Technik, wie man sie bereits von öffentlichen Toiletten kennt, macht sogar den Knopfdruck überflüssig: "Die Badezimmertür öffnet sich selbstständig und das Licht schaltet sich ein", erläutert Brüßel die Möglichkeiten. Das Dusch-WC funktioniert von selbst. Anschließend tritt man an das Waschbecken und muss die Hände nur unter den Hahn halten. "Ich kann den Raum wieder verlassen, ohne etwas berührt zu haben. Technisch ist das alles möglich", sagt Brüßel.

Alarmsystem bei Stürzen

Wieder andere Innovationen erhöhen den Sicherheitsfaktor: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart hat zum Beispiel Sensoren entwickelt, die sich unter den Fliesen befinden und ein Alarmsignal abgeben, wenn jemand stürzt. Das kommt natürlich alleinlebenden Senioren entgegen. Aber die Entwicklungen gelten nicht nur ihnen - Bäder, die von Familienmitgliedern aller Altersklassen gut genutzt werden können, sind ein Trend. "Wir sprechen hier vom Mehrgenerationenbad, das sich an denjenigen anpasst, der es gerade benutzt - egal ob es die Großmutter ist, der Vater oder das Kind", erklärt Wischmann. Neben höhenverstellbaren WCs und Waschtischen gibt es per Knopfdruck nach vorne neigbare Spiegel, in denen sich auch Kinder sehen können.

Dieses Bad hat eingebaute Lichtsteuerung und Lautsprecher in der Decke - Cover
Dieses Bad hat eingebaute Lichtsteuerung und Lautsprecher in der Decke Foto: Aqua Cultura/Bad und mehr

Individuelle Erinnerungs-Funktion

Die Haustechnik hilft auch im Alltag: Über Durchsagen wird an die Einnahme von Medikamenten erinnert oder ans Zähneputzen. Möglich ist das auch mittels beleuchteter Piktogramme im Spiegel. "Über Touchscreens im Glas können sogar Wetterdaten oder E-Mails abgerufen werden", sagt der Sanitärexperte Thiel.

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