Grell ist vorbei! Dezente Einrichtung ist gefragt

Hersteller und Designer haben es schon bemerkt: Immer mehr Menschen zieht es wieder zu dezenten und gedämpften Farbtönen, die die Seele wärmen. Was den neuen Trend ausmacht und warum er so beliebt ist.

Couch Sofa Pastell Sorbet Einrichtung - Cover
Dezente Farben sind wieder gefragt Foto: mariapogony/iStock/Thinkstock

Nach ein paar Jahren fröhlich-bunter Ausgelassenheit in den Häusern finden wir nun wieder zu dieser Farbpalette bei der Einrichtung zurück, prognostiziert Farbexperte Axel Venn.

2015 - Jahr der Knallfarben

2015 knallten viele Einrichtungsfarben noch richtig. Reine, ungetrübte Töne, die sehr kräftig sind, waren gefragt. Aber für Venn ist diese Zeit aus einfachen Gründen vorbei: "Ein Knallorange ist eigentlich unerträglich. Man ist daher auch froh, wenn es endlich weg ist."

Sorbet statt Neon

Seine Trendtöne 2016 sind helle und getrübte Sorbettöne. Daneben verwendet die Einrichtungsbranche in der mittleren Farbebene vermehrt gerne mitteldunkle, kräftige Blautöne wie Lapislazuli, Preußisch-Blau oder das rotgetönte Aubergine-Blau.

Farbtupfer gefragt

Für Einrichtungsexperten darf aber der eine oder andere Farbtupfer bleiben - als kleiner Blickfang im Raum. Für die Trendexpertin Gabriela Kaiser sind das vor einem Grundrauschen aus vielen Neutraltönen wie Beige bis Grau, Honigtöne und Terrakotta die Signalfarben Rot oder Blau. Wie sieht das aus? Im sonst dezent farbigen Zimmer steht eine einzige blaue Vase oder ein roter Sessel. Weiters setzen Orange-Rot als Kontrastfarbe, aber auch warme Gelbtöne - gerade zu Dunkelgrau - warme Akzente.

Dezent wirkt edel

Der Wandel der Farben hat etwas mit einem Wandel der Wertigkeit zu tun, findet Venn. Möbel und Wohnaccessoires in getrübten Tönen sehen im Gegensatz zu knalligen Farben hochwertiger und teurer aus. Wer also diesen Eindruck von seinem Besitz vermitteln oder gar in Produkte investieren will, die ein langes Leben haben sollen, greift eher zu getrübten Farben. Venn spricht hier von einem "sanften Konventionalismus, der sich durchsetzen wird". "Das sind Töne mit Gehalt", sagt der Experte. Besonders die Jüngeren ziehe das an. "Das sind Farben, die man vererben kann. Orange vererbt man nicht."

Wände: Eierschale statt Kalkweiß

Weiters sieht der Experte ein Ende der kalkweißen Wände. Sein Tipp: Im Zuge der aktuellen Farbentwicklung einfach die Wände beim nächsten Mal in Eierschalen-Ton und nicht in Reinweiß zu streichen. Der Vorteil: Gebrauchsspuren zeigen sich darauf weniger schnell. "Und die Schatten wirken nicht so hart und das Kerzenlicht schöner", sagt Venn.

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