Wilde Kreaturen der Alpen: So gefährlich kann Österreichs Wildnis sein

Vorsicht in freier Wildbahn. Aggressive Kühe, bedrohliche Biber, Giftschlangen und ­Problembären: Die Bewohner der heimischen Wiesen und Wälder werden oft unterschätzt. Doch gibt es wirklich mehr tragische Zwischenfälle? Wie verhält man sich im Ernstfall?

Kuh
Auch Kühe können gefährlich werden. Foto: Colourbox

Große, braune Kuhaugen gelten als Sinnbild für Sanftheit. Doch der Schein trügt: Allein in ­diesem Jahr forderten die gar nicht zahmen Paarhufer zahlreiche Schwerverletzte und sogar ein Todesopfer. Auch in den Wäldern und Auen wagen sich die gar nicht mehr so scheuen Tiere immer näher an Wanderer heran. Doch Vorsicht – zahme Kuschler sind sie deshalb noch lange nicht!

Zwischenfälle 

Im heurigen Sommer spielt nicht nur das Wetter verrückt. Auch die Tierwelt scheint aus dem Tritt gekommen zu sein. Angriffslustige Biber in Niederösterreich, eine Fuchsattacke auf einen Camper in Tirol, Schlangenbisse in Gärten. ­Sogar die Kühe auf der Weide scheinen Jagd auf unschuldige Wanderer zu machen. Ist George Orwells „Animal Farm“ Realität? Proben die Tiere den Aufstand? Das ­ginge jetzt wirklich zu weit. Doch wie gefährlich ist die heimische Fauna?

Unglückliche Zufälle 

Chris­tian Pichler vom WWF sieht in der traurigen Unfallbilanz des heurigen Jahres eine Verkettung unglücklicher Umstände. Zwischenfälle gäbe es jedes Jahr. „Man sollte Wild-und Nutztieren mit Respekt begegnen und möglichst Distanz halten“, rät der Experte. Auch die Landwirtschaftskammer Tirol betont: Eine Alm ist kein Streichelzoo!

Pferd, Alm
Alleine in Tirol grasen mehr als 3.000 Pferde. Foto: Getty Images

Rushhour auf der Alm 

Alleine in Tirol wandern jährlich vier Millionen Menschen über die gar nicht mehr so idyllischen Almen. Dort ­grasen aber auch mehr als 100.000 Rinder, 3.000 Pferde sowie Ziegen und Schafe. Gerne werden aus Unwissenheit oder Müdigkeit Abkürzungen über landwirtschaftlich genutzte Flächen – sprich Weiden – genommen.

Tierische Feinde 

Vor allem durch Hunde fühlen sich Rinder schnell bedroht. Deshalb sollte Bello generell an die ­Leine, falls es aber tatsächlich zum Angriff kommt, muss er sofort abgehängt werden.

Richtiges Verhalten 

Bei allen Tieren gilt: Wenn Nachwuchs dabei ist, ­besser Abstand halten, sonst wird der Schutzinstinkt der Muttertiere geweckt. Um zukünftig Unfälle zu vermeiden, hat die Landwirtschaftskammer Tirol nun einen eigenen Leitfaden für den Umgang mit Rindern (auch als Comic!) herausgegeben. Zu finden ist dieser unter www.tirol.lko.at

Gefährliche Wildnis 

Besonders bei Wildschweinen ist Vorsicht angesagt – die großen Hauer sind nicht zu unterschätzen. Mit der Sandviper, der Kreuz- und der Wiesenotter sind auch giftige Schlangen bei uns heimisch: In den vergangenen fünf Jahren wurden mehr als 150 Menschen nach Bissen stationär behandelt. Doch keine Panik: Das Gift ist nicht lebensbedrohlich, Angriffe mit ein bisschen Aufmerksamkeit leicht zu vermeiden. Good News zum Schluss: Die Tollwut gibt es in Österreich und den Nachbarländern zum Glück schon seit vielen Jahren nicht mehr!

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