Weitermachen statt aufhören: Das wird ein gutes 2015

Zu den häufigsten Vorsätzen gehört es, mit schlechten Gewohnheiten aufzuräumen. Unser Tipp: Nehmen Sie sich doch einmal gute Verhaltensweisen vor. Wetten, dass viele davon schon jetzt Ihr Leben bereichern? Und wenn nicht: Wozu gibt es Vorsätze …

Lebensfreude - dazu kann man auch selbst beitragen - Cover
Lebensfreude - dazu kann man auch selbst beitragen Foto: thinkstockphotos.com

Mit dem Rauchen aufhören oder seltener zu Fast Food greifen: Wirklich erstrebenswerte Vorhaben. Wir wünschen Ihnen schon jetzt alles Gute. Zum Glück gibt es aber ebenso Dinge im Leben, mit denen Sie auf keinen Fall Schluss machen sollten – auch 2015 nicht. ­

1. Reden und zuhören

Schweigen ist nicht Gold, wie uns der Volksmund weißzumachen versucht. Egal, ob Liebeskummer oder Erziehungssorgen: Gut, wenn man Freunde hat. Und zwar solche, „bei denen Sie sich aussprechen können, seelisch abladen, ohne Vorhaltungen oder Ermahnungen fürchten zu müssen“, so Marco von Münchhausen. Der Jurist, Psychologe und Motivationstrainer rät in seinem Buch „Wo die Seele auftankt“ (Campus Verlag): „Versuchen Sie auch selbst, anderen Menschen Raum zu geben, ohne Bewertung oder Belehrung. Hören Sie dem anderen aufmerksam zu.“

2. An etwas glauben

Je stärker der technische Fortschritt, desto schneller  schreitet auch die Entzauberung alles Geheimnisvollen oder Unerklärlichen voran. Galten einst Sternschnuppen als Himmelsboten, werden sie heute kategorisiert und katalogisiert. Dennoch: Sehen wir eine Sternschnuppe, schließen wir die Augen und wünschen uns etwas. Auch ein Atheist „glaubt“, und sei es an Wikipedia oder die Liebe. ­Offenbar zahlt es sich evolutionär aus: ­Spiritualität hilft bei der Alltagsbewältigung, relativiert die eigene Wichtigkeit und schafft Zusammenhalt.

Lebensfreude - dazu kann man auch selbst beitragen
Lebensfreude - dazu kann man auch selbst beitragen Foto: thinkstockphotos.com

3. Arbeit

Wie bitte? Wo Sie sich doch jeden Montag- morgen ins Büro schleppen und ab Mittwoch das Wochenende herbeisehnen. Aber stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten keinen Job. Arbeitslosigkeit ist zermürbend, weiß der deutsche Psychotherapeut Prof. Volker Faust (www.psychosoziale-gesundheit.net): „Untätigkeit ist nicht Freizeit. Man kann nicht gegen seinen Willen ,ausspannen‘ – und zwar endlos. Arbeit ist das Rückgrat des Alltags und ein Stabilisierungsfaktor.“

4. Routine

Haftet ebenso wie der Arbeit nicht ­gerade das Image des großen Spaßbringers an. Dabei brauchen wir Dinge, auf die wir uns verlassen können. Wie komme ich nach der Arbeit nach Hause? Stets mit dem Zug um 17.50 Uhr von Gleis 3. Wann ist mein Fitness-Tag? Immer dienstags. Zu Weihnachten gibt es? Natürlich Fondue! Langweilig? Wunderbar! Oder möchten Sie Tag für Tag das Rad neu erfinden?

Lebensfreude - dazu kann man auch selbst beitragen
Lebensfreude - dazu kann man auch selbst beitragen Foto: thinkstockphotos.com

5. Tagebuch schreiben

„Liebes Tagebuch, du wirst es nicht glauben ...“ 70 Prozent aller 15- bis 24-jährigen Frauen haben sich laut Umfrage schon einmal (oder öfter) einem Tagebuch anvertraut. Leider räumen die meisten Menschen als Erwachsene Buch und Stift zur Seite. Dabei sind die positiven Aspekte bewiesen. Psychologin und Autorin Elisabeth Mardorf („Kreativ leben mit dem Tagebuch“): „Kein Therapeut kann einem Menschen die Selbsterkenntnis ersetzen, die man durch ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst gewinnt.“

6. Spazierengehen

Sie müssen kein Triathlet werden. „Moderate Bewegung“ ist die neue Zauberformel. Für Stimmungsaufhellung, kräftige Muskulatur, einen funktionierenden Stoffwechsel und ein starkes Immunsystem. Gegen Heiß­hunger-Attacken, Gelenkschmerzen, Bluthochdruck und Stress. Regelmäßiges Spazierengehen (fünfmal pro Woche, je 30 Minuten) halbiert (!) das Alzheimerrisiko und senkt die Gefahr vieler Krebsarten.

Gesund durch Herbst und Winter: Dafür lässt sich einiges tun
Gesund durch Herbst und Winter: Dafür lässt sich einiges tun Foto: thinkstockphotos.com

7. Flirten

„Unser Privatleben ist strenger geworden“, stellte der östereichische Philosoph Robert Pfaller unlängst fest. „Man darf zum Beispiel kaum noch Flirten, und selbst wenn, so wissen offenbar nur noch die wenigsten, wie das geht.“ Beweisen wir Herrn Pfaller 2015 doch das Gegenteil!

8. Genießen

Der Kaffee mit Kipferl nach dem Aufstehen. Ein Stück dunkle Schokolade, ein guter Rotwein am Abend. Und dazwischen viele weitere kleine Glücksmomente: So wird 2015 ein gutes Jahr.

10 Dinge, die man im alten Jahr noch ändern sollte

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