Was soll ich essen? Diäten und Ernährungsformen auf dem Prüfstand

Steinzeit, Fleisch & Co. Wer sich bewusst ernährt, hat eine Vielzahl verschiedenster Diäten und Ernährungsformen zur Auswahl. Etwas Konsequenz ist aber bei allen nötig.

Ernährung im Kopf
Atkins, Paleo, SIS: Bei der Vielzahl an beworbenen Diäten verliert man schnell den Überblick. Foto: Thinkstock

Erst war es das Fett, dann die Kohlenhydrate und plötzlich die Zusatzstoffe, die für Gewichtsprobleme verantwortlich sein sollen. Diverse Ernährungskonzepte versuchen, die jeweiligen Übeltäter zu eliminieren. Ausgehend von diesen Ansätzen muss jeder die Diät finden, die sich am ehesten mit dem eigenen Geschmack vereinen lässt. Ideal ist es, wenn sich die Ernährungsumstellung langfristig durchhalten lässt und alltagstauglich ist. Denn wer ständig auf Lieblingsspeisen verzichten muss, wird sicher bald mit Heißhungerattacken konfrontiert werden. Auch unser Gesund & Fit-Team hat Erfahrungen mit gesunder und weniger gesunder Ernährung vorzuweisen.

Steinzeitlich

Bei der Paleo-Diät etwa steht auf dem Speiseplan, was schon vor Zehntausenden Jahren gegessen wurde. Also vor allem Fleisch, Fisch, Gemüse, Früchte und Nüsse. Tabu sind hingegen jegliche Erzeugnisse von Ackerbau und Viehzucht – beides erst vor rund 12.000 Jahren entstanden – wie zum Beipiel Getreide, Hülsenfrüchte sowie Milch und Milchprodukte. Damals waren außerdem sämtliche Lebensmittel unverarbeitet. Künstliche Zusatzstoffe sind für Paleo-Esser also ebenfalls ein No-go. Um das noch weiterzuspinnen: Die Nahrungsmittel in der Steinzeit waren von höchster Qualität. Pflanzen keimten auf fruchtbaren Humusböden, ohne Kunstdünger und Pestizide. Tiere lebten mit ihrer natürlichen Nahrung in freier Wildbahn und kamen weder mit Kraftfutter noch mit Medikamenten in Berührung. Wer Paleo also wirklich ganz ernst nimmt, der schaut, dass er möglichst bei heimischen oder sogar regionalen Herstellern einkauft.

Grillspieße
Bei der Atkins-Diät Diät steht oft Fleisch auf dem Speiseplan. Foto: Thinkstock

Fleischfresser

Viel von sich reden macht auch die Atkins-Diät. Diese basiert auf der Annahme, dass Kohlenhydrate die eigentlichen Dickmacher sind; deshalb wird auf Proteine und Fett als Energielieferanten gesetzt. Auch Milchprodukte, Obst und sogar Gemüse werden großteils aus dem Kühlschrank verbannt, weil diese zu viele Kohlenhydrate enthalten. Atkins-Anhänger schwören darauf, dass die Verstoffwechselung der Nahrungsfette – also das Ansetzen des gehassten Specks – erst ab einer gewissen Menge an Kohlenhydraten möglich ist. Deshalb nimmt man ab, ohne auf Kalorien zu achten. Außerdem werden als Ersatz für die als Treibstoff fürs Gehirn fehlenden Kohlehydrate vom Körper Ketonkörper aus den eigenen Fettdepots gebildet – was diese natürlich zum Schmelzen bringt.

Zur richtigen Zeit

Auf den Insulinspiegel setzt die Trennkost-Diät Schlank im Schlaf. Drei Hauptmahlzeiten am Tag sollen es sein, mit mindestens fünf Stunden Pause dazwischen. So kommt die Bauchspeicheldrüse zur Ruhe, der Körper hat Zeit für Stoffwechselprozesse. Der niedrige Insulinspiegel dabei regt die Fettverbrennung an. In der Früh stehen Kohlenhydrate am Speiseplan, mittags Mischkost und abends nur Eiweiß. Dadurch wird der Körper tagsüber ausreichend mit Energie versorgt, während die nächtlichen Regenerationsprozesse Energie aus den Fettdepots beziehen.

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Weekend Magazin Nr. 11 13./14.Juni 2014 Foto: Weekend Verlag

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