Wer will Mich? Neues Zuhause für Wauz & Mieze

Am Wochenende öffnet das neue TierQuarTier in der Donaustadt seine Pforten. Es bietet Platz für 150 Hunde, 300 Katzen und Hunderte Kleintiere. Weekend Magazin hat sich das moderne Zuhause für herrenlose Fellnasen vorab angesehen.

TierQuarTier
Foto: STEFAN KNITTEL

Diego fühlt sich pudelwohl. Eh klar, ist er doch der Hausherr – pardon – Haushund hier. Der Australian Shepherd Rüde von Alexandra Leitold, Betriebsleiterin des neuen TierQuarTiers, ist bekannt wie der bunte Hund. Als Werbegesicht des neuen modernen Tierheims ist er seit Wochen in ganz Wien zu sehen. Allein – er steht nicht zur Adoption. Wohl aber viele seiner Artgenossen sowie die Katzen und Kleintiere, die hier auf ein neues, liebevolles Zuhause warten.

Alles artgerecht

Bei unserem Besuch zwei Wochen vor ­Eröffnung befinden sich die meisten Bewohner noch in Quarantäne. „Uns ist wichtig, dass alle Tiere in absolut ­gesundem Zustand übergeben werden“, betont Alexandra Leitold. Tiergesundheit und artgerechte Haltung stehen hier im Vordergrund. Besonders stolz ist man auf die Katzenquartiere. Diese sind dreidimensional, mit Aussichtsplattform und Kratzbäumen zum Klettern. Das ist für die schnurrenden Samtpfoten besonders wichtig und absolut State-of-the-Art. Nebenan bei den Nagern riecht es angenehm nach frischem Heu. Auch die Meerschweinderl, Kaninchen und Mäuse haben Klettermöglichkeiten und Baumstämme zum Verstecken. „Dieser Bereich soll den Besuchern auch zeigen, wie man die Gehege zu Hause gestalten kann“, erzählt Leitold.

TierQuarTier
Foto: STEFAN KNITTEL

Temporäres Zuhause

Bis zu 3.500 Tiere können zukünftig pro Jahr versorgt werden – natürlich nicht gleichzeitig. Im TierQuarTier landen ­sogenannte „Paragraph-30-­Tiere“ aus Wien. Das sind jene, die entweder von den Behörden beschlagnahmt oder herrenlos aufgefunden wurden. Stichwort: ausgesetzt. So wie Monti. Das zweijährige braune Kaninchen wurde vor einer Mülldeponie gefunden – samt Käfig. Einfach entsorgt, wie Mist. Er war der allererste Bewohner des TierQuarTiers. Jetzt wartet er auf ein neues Zuhause. „Wir sind als Tiervermittlung konzipiert, nicht als Gnadenhof“, betont Leitold. Langzeit-Insassen sind nicht vorge­sehen. Die Tiere sollen möglichst rasch in gute Hände übergeben werden. Bis dahin kümmern sich die engagierten Tierpfleger vor Ort um ihre flauschigen Schützlinge.

TierQuarTier
Foto: STEFAN KNITTEL

Kennenlern-Zone

Besuch in den Zwingern bedeutet für die Tiere Stress. In eigenen „Meet & Greet“-Bereichen lernen sich zukünftige Hundebesitzer und ihre Wuffis in entspannter Atmosphäre kennen. Auch für die Katzen gibt es eigene Besucher-Zonen. Wenn alles passt, kann das neue Familienmitglied gegen einen kleinen Unkostenbeitrag für Impfungen und Tierarztkosten mit nach Hause genommen werden. Hoffentlich für immer.

Alle Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe.

Weekend Cover Nr. 4/2015
Foto: JACK GUY/CORBIS OUTLINE