Überarbeitet? Das sind die typischen Alarmsignale

Was ist zumutbar, was nicht? Menschen, die chronisch überarbeitet sind, finden für sich nicht mehr das richtige Maß, wann es Zeit ist, Pause zu machen und das Pensum zu reduzieren. Ein riskanter Weg, der auf Sicht die Gesundheit gefährdet.

Im Job immer alles geben - das geht meist nur eine Weile gut - Cover
Im Job immer alles geben - das geht meist nur eine Weile gut Foto: APA (dpa)

Wer regelmäßig die eigenen Belastbarkeitsgrenzen überschreitet, werde auf Dauer krank, sagt Prof. Andreas Krause in der Zeitschrift "Psychologie Heute". Er beobachtet ein Phänomen, dass er "interessierte Selbstgefährdung" nennt. Mitarbeiter beuten sich mehr oder weniger freiwillig selbst aus und leisten weit mehr, als die Firma verlangt.

Freiwillige Selbstausbeutung

Prof. Krause führt das auch darauf zurück, dass Betriebe Angestellten heute mehr Autonomie zugestehen als früher. Wie jemand die Arbeit erledigt, ist Vorgesetzten nicht so wichtig. Die Hauptsache ist, dass das Ergebnis stimmt. Gleichzeitig reichen sie den Druck - etwa durch Kundenwünsche - direkt an die Arbeitnehmer weiter. Die Mitarbeiter wiederum sind dankbar für größeren Freiheiten, etwa bei der Arbeitszeitgestaltung. Sie sind deshalb sehr engagiert. Gleichzeitig spüren sie den Druck und leisten deshalb freiwillig mehr.

Die typischen Anzeichen

Anzeichen für eine "interessierte" Selbstgefährdung sind zum Beispiel, wenn Mitarbeiter trotz Krankheit zur Arbeit kommen, länger als elf oder zwölf Stunden arbeiten, ohne dass das angeordnet ist oder sie auf die Mittagspause verzichten. Wer solche Verhaltensweisen von sich kennt, sollte prüfen: Gibt es typische Situationen, in denen man sich so verhält? Was sind die Vorteile für einen selbst? Was die Nachteile? Nach der Kosten-Nutzen-Analyse überlegt man dann am besten, ob man das selbstgefährdende Verhalten reduzieren möchte und was man bereit ist, dafür in Kauf zu nehmen.