Todesmutig: Steyrer mit Vespa auf Rekordjagd

Günter Schachermayr ist mit seinem Zweirad an einem ­Stahlseil 44 Meter senkrecht nach oben gefahren. Jetzt bereitet er sich auf ein noch halsbrecherischeres Projekt vor, eine Rekordfahrt unter einem Hubschrauber.

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Günter Schachermayr aus Steyr bei seinem Weltrekord „Highest drive Vespa“, bei dem er ein Stahlseil 44 Meter nach oben fährt. Foto: privat

Extremsportler und Adrenalin-Junkie Günter Schachermayr absolviert Stunts, bei denen andere nur den Kopf schütteln. Für den Glücksmoment, wenn ein Stunt gelingt, nimmt er monatelange Vorbereitungen und ein hohes Verletzungsrisiko in Kauf. Als legendär gilt seine Fahrt auf der Bergisel-Schanze in Innsbruck am 25. Oktober vergangenen Jahres. Dort wo im Winter die Skispringer in die Tiefe segeln, fuhr Günter Schachermayr mit seinem Motorroller den Anlauf hoch. Auch wenn sich die Vespa Baujahr 1977 mit 8,8 PS dabei sichtlich quälte, schaffte der Steyrer die 70 Prozent Steigung und kam fast bis zum Balken hoch. Sein Erfolgsgeheimnis: "Nie aufgeben".

Waghalsige Abfahrt

Brücken stellen für den 37-Jährige immer wieder eine Herausforderung dar. Eine Hängebrücke im im Tiroler Lechtal in Holzgau hat er bereits auf dem Hinterrad seiner Vespa bewältigt, jetzt steht die Europabrücke im Visier des Extremsportlers. Von dort will er noch heuer 200 Meter in die Tiefe fahren. Kaum zu glauben, dass Günter Schachermayr eigentlich an Höhenangst leidet. Mit der Konzentration auf seine Arbeit habe er das aber im Griff - selbst wenn ihm bei seinen Stunts manchmal ordentlich mulmig wird, wie er zugibt.

Husarenritt in luftiger Höhe

Sein größter Wunsch ist aber das Projekt "Troposphäre" in die Wirklichkeit umzusetzen. Dabei will er in Roswell, New Mexico (USA), an einem Stahlseil, das an einem Hubschrauber befestigt ist, hochfahren - bis in eine Höhe von 4.250 Meter. Dann will der Extremsportler mit einem Hubschrauber vom Motorrad abspringen und wieder auf der Erde landen. Derzeit absolviert Günter Schachermayr gerade Fallschirm-Training in Wiener Neustadt, das Windkanal-Training schreiben die US-Behörden so vor. Angst vor dem Scheitern? Fehlanzeige. "Motor-Stunts sind mein Leben", gibt der Steyrer zu. Ein Limit hat sich der 37-Jährige allerdings gesetzt, mit 50 kann er sich vorstellen aufzuhören. Dann kann er sich vorstellen, dass der Mut nachlässt.

 

 

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