Tiroler spucken große Töne

Tirols Chorszene ist lebendiger denn je. Mehr als 10.000 Tirolerinnen und Tiroler geben in rund 460 Chören den Ton an. Von einem verstaubten Image kann keine Rede sein. Denn im Chorwesen geht es um viel mehr, als nur die richtigen Töne zu treffen.

Chöre Tirol
Foto: tsb

Wenn in lauen Sommernächten die Nachtluft aufzieht, spendet ein Lagerfeuer eine angenehme Wärme. Oft dauert es nicht lange, bis aus der unscheinbaren Feuerstelle ein musikalischer Brennpunkt entsteht. Ähnlich ist es um die Tiroler Chorszene bestellt ­– auch hier kommen Menschen aller Altersklassen regelmäßig zusammen, um dem oft kalten Alltagstrott zu entkommen und den eigenen Körper durch gemeinsames Singen mit Wärme zu erfüllen.

Dass gemeinsames Musizieren die Gesellschaft bereichert und zu einem gesunden Gemeinschaftsgefühl beiträgt, davon ist vor allem der Tiroler Sängerbund (tsb) überzeugt. Dieser spielt in der heimischen Kulturlandschaft eine zentrale Rolle. Betrachtet man die Tiroler Chorszene als Haus, so fungiert der tsb als dessen „Dach“. Er wacht derzeit über rund 460 Chöre mit über 10.000 Sängerinnen und Sängern. Ein Blick in die Statistik verrät: Tirols Chorszene ist lebendiger denn je. Die Zahl der Chöre steigt seit Jahren, alleine im vergangenen Jahr gab es 21 Neuzugänge.

In seiner Rolle als Dachverband versteht sich der tsb in erster Linie als Anlaufstelle für Chorgattungen jeglicher Art und ist das ganze Jahr über gleichzeitig Initiator zahlreicher Veranstaltungen wie Konzerten, Wettbewerben und Chorfestivals. Sowohl Jung als auch Alt sorgen mit ihrer Stimmgewalt bei mehr als 8.000 Auftritten pro Jahr für gute Stimmung. Das Spektrum reicht dabei von zahlreichen Messegestaltungen über ein reges Konzertleben bis hin zu Auftritten im Ausland bei Konzertreisen oder Wettbewerben. Ein Highlight stellt der Tiroler Chortag am Nationalfeiertag (26. Oktober) dar, der um 12:30 Uhr mit der Verleihung des Landespreises am Landhausplatz für Chöre und Ensembles beginnt. Um 13.30 Uhr startet dann das „Platzlsingen“ in der Innsbrucker Altstadt, das jedes Jahr tausende begeisterte Zuhörer anlockt. Höhepunkt ist ab 17 Uhr das Konzert „Witness“ im Congress.

„Die Chorszene verändert sich, aber sie bleibt“

Wer in einem Verein tätig ist, muss auch so manche Herausforderung meistern. Im Chorwesen steht oft die Frage im Raum: Ist es wirklich so, dass Menschen, die gerne singen, weniger geworden sind? Bernhard Sieberer, Landeschorleiter und somit Vorstandsmitglied im tsb, glaubt das nicht. „Die Chorszene verändert sich, aber sie bleibt“, ist er überzeugt. Die Szene ist im Laufe der Jahre nicht nur offener, sondern auch jünger geworden. Traditionelles Repertoire wird durch Jazz, Pop und Gospel ergänzt. Die Kinder- und Jugendszene ist ständig in Bewegung ­– von einem „verstaubten“ Image also keine Spur.

„Natürlich ist die Zeit auch schnelllebiger geworden, die Menschen sind weniger flexibel. Heutzutage sind die Leute oft nicht bereit, Verbindlichkeiten in einer Gemeinschaft einzugehen.“ Die Entscheidung, einem Chor beizutreten, entspringt in der heutigen Zeit dem persönlichen Engagement und beruht auf einer individuellen Entscheidung. „Mitglied einer Chorgemeinschaft zu sein erfordert Energie, Herz und Liebe. Es erfüllt den Menschen aber auch gleichzeitig damit.“

Aus- und Weiterbildung gefragt

Mit viel Herz erledigt auch der Vorstand des tsb rund um das Führungs-Duo Manfred Duringer (Landesobmann) und Viktor Schellhorn (Geschäftsführer) seine Arbeit und ist vor allem um eine fundierte Aus- und Weiterbildung seiner tausenden Chormitglieder bemüht. Darum findet über das Jahr verteilt ein dichtes und abwechslungsreiches Programm an Fortbildungen statt ­– für Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche gleichermaßen.

Gemeinsam mit seinen Mitgliedschören ist der tsb seit vielen Jahren Feuer und Flamme für die Musik. Das wohltuende „Lagerfeuer-Gefühl“ ist im Chorwesen allgegenwärtig. Dabei sind die vielen tausend Sängerinnen und Sänger stets drauf und dran, diese Wärme auch an ihre Zuhörer weiterzugeben. Denn nur wer selbst brennt, kann schließlich das Feuer in anderen entfachen.

Chöre Tirol
Rock- und Poptage des tsb am Grillhof. Foto: tsb

 

Serviceprogramm des tsb für seine Mitgliedschöre:

  • Haftpflichtversicherung für alle Chöre
  • Kollektivunfallversicherung für Kinder – und Jugendchöre
  • Verleih von Digitalpianos, Keyboards und einem Orgelpositiv
  • Verleih eines umfangreichen technischen Equipments für Aufnahmen, Verstärkung,…
  • Präsentationsmöglichkeiten in der Zeitung „Chor Tirol“
  • Kostenzuschuss für Stimmbildung
  • Ehrenzeichen und Urkunden für verdiente Mitglieder des tsb
  • Präsentationsmöglichkeit auf der Homepage
  • Reduzierte AKM Abgaben durch Rahmenvertrag zwischen AKM und tsb
  • Subventionen für Konzerte, Reisen und Sonstiges

Mehr zum Thema: