So lernen Sie, reich zu werden: 8 Tipps für „Hammer-Geschäftsideen“

Über Marketing-Trends der Zukunft, die digitale Reputation und den Weg zu „Hammer-Geschäftsideen“ spricht Robert Seeger, Experte für postmodernes Social-Media-Marketing, am 11. März 2015 beim WIFI Symposium „Management ohne Respekt“. Hier vorab 8 Tipps des gefragten Keynoters für „Hammer-Geschäftsideen“

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Tipp 1: Blick von außen einholen

„Große Innovationen kommen meist von Branchenfremden“, sagt Seeger und nennt den Zimmer-vermittler Airbnb und den Fahrdienstvermittler Uber als Beispiele. Was also tun? Mit offenen Augen nach links und rechts schauen statt mit Scheuklappen stur auf gewohnten Pfaden wandern, emp-fiehlt Seeger. Und nicht das Gespräch mit Branchenfremden scheuen.

Tipp 2: Sich ständig neu erfinden

Studien zufolge verkürzt sich die Lebensdauer von großen Unternehmen ständig. US-Wirtschaftsexperte Richard N. Foster hat dazu ein plakatives Beispiel: Unternehmen, die 1958 in den S&P 500 (Index der 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA) aufgenommen wur-den, blieben 61 Jahre im Index. 2013 waren es nur mehr bei 18 Jahre (Quelle: Gulli.com). Foster begründet das damit, dass alteingesessene Unternehmen im Technologie-Wettstreit immer häufiger von aufstrebenden überholt werden. Die „alten Hasen“ würden es nicht schaffen, neue Marktseg-mente zu erschließen und alte Bereiche, die früher gut funktioniert haben, hinter sich zu lassen. Dass es auch anders geht, beweist laut Seeger unter anderem der Departmentstore Story, der einer der erfolgreichsten in New York ist. Alle 2 bis 3 Monate ändert sich an diesem Store alles: vom Produktsortiment über die Dekoration bis hin zur Inneneinrichtung. Und das alles immer entlang einer Story.

Tipp 3: Keine Angst vor „Ideen-Dieben“

Vor allem alteingesessene Unternehmen haben laut Seeger Angst, dass ihnen ihre Ideen geklaut werden. Völlig unbegründet, denn mit einer Idee alleine kann man noch lange kein Geld verdienen – den Wert macht erst die Umsetzung aus. Man solle sich ein Beispiel an Tesla nehmen. „Tesla sagt: Nehmt unsere Technologien und entwickelt sie weiter. Wir machen es dann ohnehin schon anders – und besser.“ Die Firma habe „im Geiste der Open-Source-Bewegung“ die Rechte an ihren Paten-ten aufgegeben, um die Verbreitung der Elektroautotechnologie zu erleichtern, schreibt dazu Der-Standard.at.

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Tipp 4: Über die Landesgrenzen hinausschauen

Von Crowdfunding über Facebook bis hin zu „Just in Time“-Kampagnen: Viele Trends haben sich in Amerika schon lange durchgesetzt, bevor sie nach Europa kamen. Wer regelmäßig den Markt in den USA im Auge behält, kann sich rechtzeitig darauf vorbereiten. Und: „Auch in Asien tut sich mittlerweile sehr viel“, motiviert Seeger auch zu einem Blick in den Osten. Wie lässt sich das in der Praxis umsetzen? Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig: von der klassischen Weiterbildung oder kompakten Einzelveranstaltungen wie dem WIFI Symposium „Management ohne Respekt“ über eine Netzwerkreise (beispielsweise über ICS Steiermark) bis hin zu Fachmedien und Online-Toolswie Twitter und diverse News-Aggregatoren wie Updatemi, mit denen man einen schnellen Über-blick zu relevanten News aus einem frei wählbaren Themenbereich erhält.

Tipp 5: Selektieren

Eine gesunde Portion Skepsis kann nie schaden. „Nur weil etwas neu ist, ist es noch lange keine Hammer-Geschäftsidee. Man muss schon genau überlegen, welcher Trend zum eigenen Unter-nehmen passt und auch relevant ist“, so Seeger. Das Selektieren wird immer wichtiger, steigt die Zahl der Trends und Innovationen doch ständig. Um 1800 dauerte es noch hunderte Jahre, bis sich das Wissen verdoppelt hatte. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts sind es laut Spiegel.de gerade mal vier Jahre.

Tipp 6: Mut zum Scheitern

„Manche Dinge funktionieren eben nicht“, sagt Seeger. „Das muss man akzeptieren, außerdem kann man viel daraus lernen.“ Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass eine Niederlage noch lange nicht das Ende einer Karriere oder erfolgreichen Geschäftstätigkeit bedeutet.

Tipp 7: Auf die digitale Reputation achten

Die Spuren, die man im Internet hinterlässt – egal ob als Unternehmen oder als Einzelperson – werden immer wichtiger. Ein plakatives Beispiel von Seeger: „Wenn ich heute eine Versicherung abschließen will, google ich zuerst einmal den Berater. Und wenn ich von dem nichts finde, finde ich das schon ziemlich komisch.“ Es gehe aber nicht nur darum, DASS man gefunden werde sondern auch mit WELCHEN Inhalten. In Zeiten der „unzähligen Dummschwätzer, die ihre Meinung kund-tun“ könne man sich positiv hervorheben, „wenn man das sagt, was die Zielgruppe interessiert und nicht das, was man selbst sagen will“. Die eigene Online-Reputation lässt sich mit Tools wie dem Klout-Score einfach messen – oder man googelt sich einfach selbst.

Tipp 8: Auf den „teuersten Immobilienplatz der Welt“ setzen

Im Marketing wird es immer wichtiger, auf mobile Endgeräte zu setzen. „Der teuerste Immobilien-platz der Welt ist nicht in Saint Tropez oder Moskau, sondern am Display des Smartphones meines Kunden“, bringt es Seeger auf den Punkt. „Einfach mal schnell ein App machen“, reiche dazu aber noch lange nicht aus. Bei all den abertausenden Anwendungen, die es für Smartphones mittlerweile gibt, müsse man sich schon etwas besonders Nützliches, Hilfreiches und/oder Unterhaltendes über-legen, um erfolgreich zu sein.