Steyrer holt zwei spektakuläre Weltrekorde

Günter Schachermayr hat am Sonntag in der Schweiz die Nerven behalten und mit seiner Vespa auf der Seilbahn in Ybrig zwei Weltrekorde eingefahren.

Günter Schachermayr
Foto: Christian Löschenkohl

Auch wenn Günter Schachermayr heute einen ordentlichen Muskelkater hat, er darf auf jeden Fall zwei neue Weltrekorde sein Eigen nennen. Und zwar die längste bemannte Fahrt auf einem Hochseil – ganze 1.900 Meter weit in die Tiefe. Gleichzeitig hat er mit 129,5 km/h auch die schnellste bemannte Fahrt auf einem Hochseil hingelegt. Schauplatz war die Flying-Fox-Anlage in Ybrig in der Schweiz.

Bei seinem Husarenritt hat er nicht nur seine Nerven im Zaum gehalten, sondern auch das Material bezwungen, das bei diesem Stunt absolut an der Grenze war. „Die Bremsscheiben sind verglüht, die Bremsbacken waren einfach weg“, erzählt Günter Schachermayr. Er empfinde im Rückblick vor allem Respekt und sei dankbar, dass alles ohne Probleme abgelaufen sei. Es habe sich ja kurz vor dem Start herausgestellt, dass die einzige Möglichkeit zur Bergung ein Hubschrauber sei. Nach einer kurzen strategischen Sitzung wurde dann doch grünes Licht für einen Start gegeben.

Erfolg oder Scheitern der Mission hingen dabei an einem sprichwörtlichen Faden, nämlich einem 26 Millimeter dicken Stahlseil. Dieses ist mit 40 Prozent Gefälle rund 100 Meter über dem Erdboden gespannt. Ein scheinbar unmögliches Unterfangen, hier auf der Vespa hinunterzufahren. Doch es bleibt keine Zeit für Nervosität: Die Signallichter werden gezündet und ein kurzer Countdown wird heruntergezählt. Bei der rasanten Fahrt in die Tiefe blendet man aber die Umgebung dann aber aus, verrät Günter Schachermayr. Alles sei auf die Fahrt konzentriert, auf den richtigen Bremsrhythmus und auf das Material.

Als nächstes plant der Steyrer den verrücktesten Motorrad-Stunt aller Zeiten. Dabei wird er an einem Stahlseil hochfahren, das an einem Black Hawk Hubschrauber in 4.500 Meter Höhe montiert ist. Hat er die Fahrt an dem 2.200 Meter langen Seil geschafft, wird Günter Schachermayr mit dem Fallschirm abspringen. „Dieses Projekt ist mein großes Ziel“, verrät er. Die „kleinen“ Stunts, wie jener am Stahlseil in Ybrig, dienen dazu, seinen Namen bekannt zu machen. Mission: erfüllt.

Mehr zum Thema: