Madl, Gitsche oder Diandl: Ein Blick ins Tiroler Dialektarchiv

Innsbrucker Germanisten arbeiten daran, die verschiedenen Tiroler Dialekte und ihrer Herkunft in einem digitalen Atlas darzustellen.

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In einem Sprachatlas werden Dialekte und ihr Vorkommen aufgezeichnet. Foto: Screenshot/YouTube/Uni Innsbruck

Im Tiroler Dialektarchiv lagert ein sprachlicher Schatz. Seit den 70er-Jahren waren Innsbrucker Germanisten unterwegs und haben Dialekte aus den verschiedenen Tälern und Regionen Tirols aufgezeichnet. Die Vielfalt an Tiroler Dialekten, die dort gesammelt wurde, wurde nun in einer digitalen Karte festgehalten. Yvonne Kathrein arbeitet daran, die Aufzeichnungen zu digitalisieren und zu ergänzen.

Die Tiroler Dialektlandkarte hat für Mädchen so einige Bezeichnungen zu bieten. Von Madl über „Mötz“ und Gitsche bis zum Diandl finden sich nicht nur zahlreiche verschiedene Wörter sondern auch Ausprachen. Um diese Aussprachen schriftlich so gut wie möglich festhalten zu können, bedienen sich die Innsbrucker Germanisten einer eigens für deutsche Dialekte entwickelten Lautschrift, namens Theutonista.

Eine neue Computer-Schriftart hilft bei der Darstellung der Lautung. Die optimale Darstellung der Lautung ist für das aktuelle Projekt des Tiroler Dialektarchivs, einen digitalen Sprachatlas, zentral: Ein Sprachatlas verbindet die Aussprachedaten mit geografischen Informationen: So sieht man auf einen Blick, wo die Grenzen zwischen Aussprachen einzelner Wörter verlaufen. Sprachatlanten in Papierform gibt es bisher nur in Tirol und in Oberösterreich.

Für die digitale Form wird auf die Daten des Tiroler Dialektarchivs zurückgegriffen. Dort sind umfassende Daten von insgesamt 118 Nord- und Osttiroler Gemeinden gesammelt. Der digitale Atlas wird öffentlich zugänglich sein. So können Dialekt-Interessierte einerseits darauf zurückgreifen, andererseits auch Feedback liefern und so zum Ausbau beitragen.

 

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