Elite-Streber: Lohnen sich Privatschulen?

An die 10 Prozent aller österreichischen Schüler besuchen eine private Lehranstalt. In Großbritannien sind es 15, in Frankreich sogar 30 Prozent. Auch bei uns würden gern noch mehr Eltern ihre Kinder privat unterrichten lassen.

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Privat- oder öffentliche Schule? Für die meisten eine Frage des Geldes Foto: Jose Luis Pelaez Inc./Blend Images/Thinkstock
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Christoph Waltz: Das Wiener Theresianum hat ­sogar einen Oscar-Preisträger hervorgebracht: Schauspieler Christoph Waltz (59) Foto: Stephen Coke/Rex Features/picturedesk.com
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Nina Proll: Die gebürtige ­Waldviertlerin besuchte das ­Sacré Cœur in Wien, damals noch ein reines Mädchengymnasium Foto: Malte Christians/dpa/picturedesk.com
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Peter Simonischek: Der 69-jährige Burgschauspieler besuchte das Stiftgymnasium St. Paul im Lavanttal und maturierte dort Foto: Starpix/picturedesk.com
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Wolfgang Schüssel: Der Ex-Bundeskanzler (70) war Schüler des Schottengymna­siums und Schulkollege von Banker Andreas Treichl (63) Foto: Neumayr/picturedesk.com
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Arabella Kiesbauer: Sie parliert gekonnt auf Französisch, dank ihrer Ausbildung im Lycée français. Die 46-Jährige ist Maturajahrgang 1988 Foto: Miquel Benitez/Getty Images

Sie möchten Ihren Nachwuchs auf die Volksschule der Wiener Theresianischen Akademie schicken? Die Website informiert  im September 2015: „Aufgrund des großen Interesses an unserer Volksschule können wir Vormerkungen erst für das Schuljahr 2021/2022 entgegennehmen.“ Für Ihren Einjährigen geht sich’s also noch aus. Vielleicht.

Lieber privat

Privatschulen genießen in Österreich ein hohes Ansehen. Bei einer Umfrage des Weekend Magazin hielten nur 30 Prozent der Befragten öffentliche Lehr­anstalten für genauso gut wie private. „Der einzelne Schüler wird als Persönlichkeit und nicht als Nummer gesehen“, so Stefan Mandahus, Präsident der Elternvereine katholischer Privatschulen in Wien. 

Edel pauken

Bei neuen, schicken Playern am Bildungsmarkt wie der Inter­national School in St. Gilgen (STGIS) dürfte aber auch das umfangreiche außerschulische Angebot (Musik, Kunst, Sport) und die Anlagen (voll ausgestattetes Theater, Ruder- und Bootshaus) sowie die Aussicht auf eine elitäre Schulgemeinschaft ziehen. Denn die Gebühren muss man sich erst einmal leisten können: Tagesschüler be­lasten das Budget der Eltern jährlich mit 34.800 bis 44.000 Euro, Internatsschüler kosten bis zu 66.000 Euro. Die STGIS ist damit die teuerste Lehranstalt Österreichs. 

Heimatliebe

Günstiger, aber für viele dennoch unbezahlbar, ist eine weitere englischsprachige Schule, die Vienna International School. Schon bei der Einschreibung sind insgesamt mehr als 7.000 Euro fällig. Ein Schuljahr kostet je nach Schulstufe bis zu 18.500 Euro. Am Campus im 22. Wiener Bezirk tummeln sich vor allem Kinder der „Expats“, die es aus beruflichen Gründen und meist vorübergehend nach Österreich verschlagen hat. Diesen international ausgerichteten Schulen stehen heimische Eliteschmieden entgegen. Die meisten von ihnen stehen in Wien, darunter Theresianum, Lycée français und Schottengymnasium. In Vorarlberg zählt das Zister­ziensergymnasium Collegium Bernardi dazu, in Graz das Sacre Coeur, das Benedikterstift Seckau, das Aloisianum in Linz oder das Bischöfliche Gymnasium Paulinum in Schwaz (Tirol).  In diese Schulen schickt die „alteingesessene“ Nomenklatura ihren Nachwuchs. Ein paar Neureiche natürlich auch.

Auf Du und Du

Was man von dem Besuch einer solchen Schule hat? Ganz einfach: Wer es dank ausgezeichneter Noten, ehrgeiziger und solventer Eltern und einem positiven Aufnahmegespräch z. B. ins Theresianum geschafft hat, heiratet quasi in eine weit verzweigte Familie ein. Jeder Absolvent erhält zum Abschied eine Liste mit weit über 1.000 Alttheresianern – Kontaktaufnahme ausdrücklich erwünscht.

Alle Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe.

Weekend Cover KW 38
Foto: GEPA-PICTURES