Flanieren im Servitenviertel: French-Flair im 9. Bezirk

Belebte Plätze, versteckte Gastgärten und pittoreske Geschäfte, die man genauso gut an der Seine finden könnte. Doch das Servitenviertel liegt mitten in Wien. Ein Bummel in "Little Paris" im 9. Bezirk lohnt sich auf alle Fälle.

Alsergrund Wien
Foto: Severin Wurnig/picturedesk.com

Wer mit verbun­denen Augen im Servitenviertel ausgesetzt wird, muss sich erst einmal orientieren: Wo bin ich gelandet? Die belebten Gassen mit den schmucken Fassaden, die exquisiten Speisen, Gewürze und Spezereien, die hinter den gepflegten Holzfassaden der Geschäfte fein drapiert auf Genießer warten, erinnern frappant an Montmartre oder das Quartier Latin in Paris. Doch nein, man muss nicht an die Seine reisen, um französisches Savoir-vivre zu genießen. Ein Abstecher in den 9. Bezirk reicht völlig aus! Das Viertel zwischen Rossauer Lände und Währinger Straße ist eine der schönsten Ecken, die die Stadt zu bieten hat. Besonders der dörfliche Charakter, den sich das Grätzel bis heute bewahrt hat, wirkt charmant. Ruhiger, weniger hektisch als in ­anderen Winkeln – dafür ­gepflegter, überschaulicher.

French Connection

Hier befindet sich auch das renommierte Lycée Français, in dem nicht nur Diplomaten-Kids eine adäquate Ausbildung erhalten. Das französische Kulturinstitut hat (noch) seinen Sitz im prächtigen Palais Clam-Gallas samt angren­zendem Park. Und tatsächlich: Nirgendwo in Wien hört man so viel Französisch wie hier.

Für Gourmets 

Das Shopping-Angebot rund um Porzellan-, Serviten-, Liechtenstein- und Berggasse kann sich sehen lassen: Wer handgemachte Pasta sucht, wird bei der Pasteria bestens bedient. Unzählige verschiedene Sorten handgemachter Bonboniers? Bei den Chocolataires von Xocolat in der Servitengasse kein Problem! Sogar Designertaschen von Chanel und Louis Vuitton kann man erstehen – allerdings sind die Sweetbags der CupCakes Manufaktur für luxuriöse Mägen und nicht für Hände bestimmt.

Prädikat: Sehenswert

Den Namen hat das Viertel übrigens von den Serviten-Mönchen, die sich im 17. Jahrhundert ansiedelten. Die zweitürmige Kirche ist noch heute Zentrum des Dorfes inmitten der Stadt. Auch die wohl berühmteste Treppe – namensgebend für Heimito von Doderers Roman – findet sich im Viertel: die Strudelhofstiege. Es lohnt sich, das Grätzel zu erkunden – für einen Kurztrip ins Wiener Little Paris.

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