Sportförderung in Österreich: Viel Geld für Gold

Es lebe der Sport! Da sind wir uns einig. Nur: Wovon lebt er eigentlich? Wer finanziert die Medaillenhoffnungen, wer die Sportstätten des Landes? Weekend Magazin wollte es genau wissen und hat nachgeforscht.

Weltmeisterin Anna Fenninger startet neu durch - Cover
Weltmeisterin Anna Fenninger startet neu durch Foto: Getty

Sport ist gesund, das wissen wir. Und wenn "wir" erfolgreich aus einem Wettkampf schreiten, dann schwillt die Brust voll Nationalstolz. Zu toppen nur noch durch einen Heimsieg. Doch wer international erfolgreich sein will, muss investieren. Sport kostet Geld – auf pri­vater wie auf professioneller Ebene. Ob in der Breite oder an der Spitze: Bund, Länder und auch Gemeinden lassen sich den Erfolg etwas kosten. Bei einigen Sportarten mehr, bei anderen weniger.

Sportförderung
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Förderungen

Seit Anfang des Jahres ist die Sportförderung in Österreich neu geregelt. Der Bundes-Sportförderfonds (BSFF) verwaltet und verteilt die knapp 138 Millionen an Mittel. Ein Teil davon stammt aus den Einnahmen laut §20 Glücksspielgesetz. 1949 wurde Toto eingeführt, um die Sportförderung zu finanzieren. Ein Modell, das bis heute intakt ist. Das Geld daraus geht an die Verbände. Von den 80,9 Mio. des Bundes-Sportförderungsfonds fließen 40 Mio. in den Spitzen- und 36 Mio. in den Breitensport.

Toto
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Vereinsmeier

Der österreichische Sport gliedert sich großteils in drei Dachverbände: der ÖVP-nahen Sportunion, dem SPÖ-nahen ASKÖ und dem ASVÖ. Da­neben gibt es rund 60 Fachverbände der einzelnen Disziplinen inkl. Landesorganisationen. Wer hier dabei ist, tut sich auch bei Fördergeldern leichter.

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Förder-Dschungel

Der BSFF entscheidet, welche Sportart wie viel aus dem Fördertopf bekommt. Mit nächstem Jahr gibt es eine Zusatzförderung von insgesamt 4 Mio. Euro für die 25 erfolgreichsten Verbände. Klarer Sieger im Wettstreit um die Subventionen ist der Skisport: Der ÖSV erhält 429.300 Euro leistungsabhängige Sondermittel vom BSFF. Auf Platz 2 immerhin die Volleyballer (396.700), nur auf Platz 6 und somit hinter den Rodlern der ÖFB. Etwas mehr als 15.000 Euro erhalten die Eisstock-Schützen. Jiu-Jitsu und Fünfkämpfer gingen diesmal leer aus. Die Förderwürdigkeit hängt vom Erfolg ab. Kein Gold, kein Geld – ganz einfach. Eine schmerzhafte Erfahrung, die kürzlich erst Schwimmer Dinko Jukić erleiden musste.

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Kader-Schmieden

Der BSFF verteilt die Gelder für die Fachverbände, für das Olympische Komitee und die ­Bundes-Sportorganisation. Olympia-Hoffnungen wie das "Team Rot-Weiß-Rot" sowie das Projekt RIO 2016 – die nächsten Sommerspiele – ­bekommen 8 Millionen.

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Sport für alle

Während sich die Bundesförderung großteils auf den Spitzensport konzentriert, widmen sich einige Länder der breiten Masse. Klar, nicht jeder kann aufs Stockerl, Bewegung gehört aber zu einem gesunden ­Lebensstil dazu. Auch Turnhallen und Co. wollen bezahlt werden. Das Land Steiermark fördert gezielt junge Talente, Wien den Breitensport. Eine fitte Bevölkerung zahlt sich nachhaltig aus. Groß-Events kosten, bringen aber auch Geld. Ob und wann sich die Investition in Image und In­frastruktur rentiert, ist eine Frage der Berechnung. Da ist eben Sportsgeist gefragt!

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Weekend Cover Nr. 20/2014
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