Sechs wichtige Tipps zur Einnahme von Medikamenten

40 Prozent der Männer und 56 Prozent der Frauen nehmen regelmäßig Medikamente. Dabei gibt es eines zu beachten. Weekend Magazin klärt auf, wie Sie Tabletten richtig schlucken und was die Verschreibung ihres Arztes bedeutet.

Tabletten
Medikamente dürfen nicht willkürlich eingenommen und dosiert werden. Foto: thinkstockphotos.com

Sie haben Schmerzen, gehen zum Arzt und verlassen die Ordina­tion mit einem reichlich beschriebenen Rezept. Alles klar? Nicht immer, denn bei der Einnahme von Tabletten gibt es jede Menge zu beachten. Weekend Magazin hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

1) Die Dosierung

Lösen Sie das Rezept Ihres Arztes in der Apotheke ein, erklärt Ihnen der Apotheker die genaue Dosierung. Dann steht beispielsweise das kryptische 1 – 0 – 1 auf der Verpackung. Das bedeutet: Sie nehmen eine Tablette morgens beispielsweise um 8 Uhr früh, mit zwölf Stunden Abstand dann die zweite, also zirka um 8 Uhr abends (siehe unten). Ändern Sie niemals eigenmächtig die Dosierung.

2) Beipacktext-Chinesisch 

Der Beipacktext von ­Medikamenten ist oftmals nicht nur sehr lang, sondern für medizinische Laien auch ­unverständlich. Lesen Sie
den Text dennoch genau – und beachten Sie folgende Tipps von Apothekerkammer-­Experte Dr. Bernhard Ertl: ­"Tabletten sollten immer mit ausreichend Wasser und in aufrechter Haltung eingenommen werden. Schwarzer Tee, Kaffee oder Milch sind nicht geeignet. Grapefruitsaft und Medikamente sind eine gefährliche Kombination. Der Saft kann die Wirkung von Tabletten extrem be­einträchtigen." Verzichten Sie während der Einnahme auch möglichst auf Alkohol.

3) Antibiotika

Nehmen Sie immer die ganze Packung Antibiotika fertig. Bei einer Antibiotika-Therapie können Verdauungsstörungen auftreten. Um die Darmflora zu unterstützen, helfen Joghurt oder Präparate mit Milchsäurebakterien. Milch, kalziumhaltige Mineralwasser oder Magnesium können die Wirkung verringern. Verzichten Sie darauf!

4) Schmerzmittel

Wer chronische Schmerzen hat, kommt oftmals nicht ohne Schmerzmittel über den Tag oder die Nacht. Auch hier gibt es einiges zu beachten: Häufig werden Schmerzmittel zu lange, zu unregelmäßig und deshalb auch unterdosiert eingenommen. Nehmen Sie Schmerzpräparate richtig dosiert – und beschränken Sie die Einnahme auf einen kurzen Zeitaum.

Medikamente
Wer Medikamente einnehmen muss, sollte sich gut über sie informieren. Foto: thinkstockphotos.com

5) Magenschutz

Viele Schmerzmittel schädigen die Magenschleimhaut, Nebenwirkungen wie Magenschmerzen, Durchfall und Blähungen treten auf. Aus diesem Grund wird oftmals ein Magenschutz verschrieben. Experte Ertl: "Je früher Sie den Magenschutz ein­nehmen, desto besser. Am besten eine Stunde vor dem Schmerzmittel einnehmen."

6) Wechselwirkungen

Je mehr Arzneimittel gleichzeitg eingenommen werden, desto eher kann es zu Wechselwirkungen kommen. Zeigen Sie Ihrem Arzt oder Apotheker alle Medikamente, die Sie gleichzeitig einnehmen. Hilfestellung bietet auch der Apothekenruf unter der Te­lefonnummer 1455. Nehmen Sie Nahrungsergänzungs­mittel wie Vitamine, besteht in einigen Fällen ebenfalls ­erhöhte Sorgfalt. Ertl: "Das Vitamin K wirkt sich negativ auf Blutgerinnungshemmer  aus. Vermeiden Sie in diesem Fall die zusätzliche Auf­nahme. In einigen Fällen ist es aber günstig gleichzeitig Vitamine zu schlucken, weil die regelmäßige Arzneimitteleinnahme zu einem Vitaminmangel führen kann."

Tabletten richtig schlucken

Das bedeutet die Verschreibung Ihres Arztes:

1 Mal pro Tag: Stets zur gleichen Tageszeit eine ­Tablette nehmen – plus/minus 2 Stunden.
2 Mal pro Tag: Das heißt alle zwölf Stunden, zum ­Beispiel um 8 Uhr früh die erste Tablette einnehmen und zwölf Stunden später um 20.00 Uhr die zweite – plus/­minus eine Stunde.
3 Mal pro Tag: Alle 8 Stunden. Etwa 8 Uhr früh, nachmittags um Vier und nachts um 0 Uhr; plus/minus eine halbe Stunde.
Nüchtern: Auf leeren Magen wirkt die Arznei ­schneller. Also eine Stunde vor dem Essen einnehmen.
Zum Essen: Ruhig fertig essen und etwa fünf bis zehn Minuten danach das Medikament einnehmen. Das schont bei bestimmten, nicht so gut verträglichen ­Arzneien die Magenschleimhaut.
Nach dem Essen: Mindestens zwei Stunden vergehen lassen, damit der Wirkstoff nicht beeinträchtigt wird.

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