Schöner Wohnen: Wintergärten setzen architektonische Highlights

Ob mit Fußbodenheizung, offenem Kamin, Holz- oder Alukonstruktion – Wintergärten lassen sich in eine wahre Wohlfühl-Oase verwandeln und verschaffen zusätzlichen Wohnraum. Aber Achtung: Experten raten vom Wintergarten Marke Eigenbau ab.

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Der Traum vieler Hausbesitzer: Ein Wintergarten. Foto: thinkstockphotos.com

Der Wunsch zum ­geschützten Platz quasi im Freien, ­benutzbar bei Wind und Wetter, ist ungebrochen – Wintergärten liegen im Trend. „Allerdings wird der Wintergarten nach wie vor zu einem großen Prozentsatz an bestehende Gebäude angebaut. So ist der klas­sische Wintergarten-Kunde die Generation 50+, die ihr Eigenheim für die zweite ­Lebenshälfte lebenswerter gestalten möchte“, weiß Franz Wurm, Vorsitzender Wintergarten-Fachverband Deutschland/Österreich.

Nichts für Heimwerker

Allem voran sei gesagt: Experten raten vom Wintergarten Marke Eigenbau ab. „Neben den richtigen Maschinen und Materialien braucht es vor allem ein umfassendes Know-how über Isolierung, Dämmung, Fundament und Materialeigenschaften“, so Wurm. Dass für einen Wintergarten auch rechtliche Genehmigungen nötig sind, erklärt Herbert Maierhofer, Architekt und Wintergartenexperte: „Eine Baukommission muss vorab Gelände und Bauplan begutachten und den Bau genehmigen.“

Stilfragen

„Der Formenvielfalt beim Wintergarten sind grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. In letzter Zeit ist allerdings ein Trend hin zum Flachdach, mit oder ohne Lichtkuppel, sowie einer Teilverglasung bei unterschiedlichsten Dachformen erkennbar“, betont Franz Wurm. Ob der Bauherr sich dann doch für ein herkömmliches Dach mit geringer Neigung oder ein Zeltdach, für Gauben, Türmchen oder vorgesetzte Por­tale entscheidet, ist reine ­Geschmackssache. Herbert Maierhofer nennt lediglich eine Voraussetzung: „Der Stil des Wintergartens muss zum Haus passen.“ Denn wer möchte, dass sein edler Glasanbau wie ein Fremdkörper am Haus wirkt?

Das Material macht’s

Die Optik des Wintergartens ist auch eine Frage des Mate­rials. Aluminium zum Beispiel ist sehr leicht, besitzt eine hohe Tragfestigkeit und lässt sich gut verarbeiten – zudem sind große Spannweiten mit relativ schmalen Verstrebungen möglich. Eine Konstruktion aus Holz harmoniert perfekt mit dem angrenzenden Garten und schafft eine natürliche Atmosphäre. Weitere Gründe, weshalb die Wahl oft auf Holz fällt, nennt Wurm: „Konstruktionen aus Holz sowie Aluminium-Holz-Kombination punkten mit guten Verarbeitungsmöglichkeiten, hoher Nachhaltigkeit, hohem Schallschutz und vor allem guter Wärmedämmung.“ Und da es sich beim Wintergarten im Grunde um einen Glasbau handelt, muss besonders auf die Qualität des Glases geachtet werden – hohe Schall- und Wärmedämmung sind unerlässlich. Auch kann die Reinigung der Glasscheiben zur Herausforderung werden. Gläser, die über eine Schmutz abweisende Beschichtung verfügen oder überhaupt selbstreinigende Eigenschaften besitzen, sind daher sehr beliebt.  

Perfektes Klima

Das Um und Auf für das Wohlfühlklima im Wintergarten sind optimale Dämmung, Be- bzw. Entlüftung sowie Beschattung. So müssen die Fugen in der Konstruktion bzw. zwischen Streben und Glas optimal isoliert sein und sich einzelne Glaselemente zwecks der idealen Luftzufuhr öffnen und schließen lassen. Und da selbst in der kalten Jahreszeit die Temperatur bei direkter Sonneneinstrahlung über die 30-Grad-Marke klettern kann – im Sommer noch um ein Vielfaches höher – wird besonders auf die ideale Beschattung größter Wert gelegt. Große Pflanzen sorgen für natürlichen Schatten, da die Sonne jedoch wandert, führt meist kein Weg an künstlicher Beschattung durch Markisen, Rollläden, Jalousien oder Sonnensegel vorbei – die nicht zuletzt auch wirkungsvolle gestalterische Akzente im Wintergarten setzen.

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Pflanzen sind das i-Tüpfelchen eines Wintergartens. Foto: thinkstockphotos.com

Optimal temperiert

Um den Wintergarten ganzjährlich nutzen zu können, darf auch ein Heizsystem nicht fehlen. „Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, vom einfachen Heizkörper über Wandflächenheizungen, Holz- oder Kachelöfen bis hin zur Fußbodenheizung“, zählt Wurm auf. Letztere punktet vor allem durch das herrliche Gefühl, auch in der kalten Jahreszeit barfuß über den Fliesen- oder Holzboden wandeln zu können. Und richtig idyllisch wird es mit dem offenen Kamin im Wintergarten, bei dem die Vorgaben der Brandschutzbehörde jedoch strikt eingehalten werden müssen. Und wer die Heizkosten im Winter reduzieren möchte, kann die direkte Sonneneinstrahlung dank Solarmodulen auf den Glasflächen als Energielieferant nutzen.   

Kostenpunkt

„Für eine fachlich hochwertige Ausführung ohne Schnickschnack, Beschattung oder Innenausstattung kann, lediglich für die Grundausstattung von Fenstern, Konstruktion und Türen, ein Durchschnittspreis ab ca. 700 Euro pro Quadratmeter Hüllfläche angegeben werden – allerdings ohne Garantie. Nach oben sind den Kosten keine Grenzen gesetzt“, versucht Wurm eine vage Preisan­gabe. Vor Billigangeboten, bei denen bei der Qualität gespart wird, sollte man sich in Acht nehmen, ein zugiger oder zu kalter bzw. heißer Wintergarten macht wenig Freude. Denn schließlich ist laut Wurm „der Winter­garten ein begehrtes Luxusprodukt, das Wohnen und Lebensqualität erheblich verschönt und steigert.“

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