Rücken-Yoga dehnt und stärkt auf sanfte Art

Nach unten gekehrter Hund ja, Kamel nein - beim Rücken-Yoga gelten ganz spezielle Regeln. Die wichtigste von ihnen lautet: Nie in den Schmerz hineinarbeiten! Wer das beherzigt, kann wenig falsch machen.

Solche Übungen sind eine Wohltat für den Rücken - Cover
Solche Übungen sind eine Wohltat für den Rücken Foto: TRIAS Verlag/Tina Steinauer

Sieben Schüler strecken ihren Po weit nach hinten. Dabei knicken sie ihre Knie leicht ein und breiten die Arme zu den Seiten aus. Jetzt halten! Die Übung stärkt die Muskeln - und beugt die Lendenwirbelsäule nach vorne. Denn durch ständiges Sitzen kennt diese Körperpartie häufig nur noch eine Haltung: rund nach hinten gebogen. Und das verursacht bei vielen Rückenschmerzen. Hier will Markus Daniel ansetzen. Er ist Rücken-Yogalehrer.

Yoga fördert die innere und körperliche Balance
Yoga fördert die innere und körperliche Balance Foto: thinkstockphotos.com

Neues Phänomen

"Rücken-Yoga": Kurse mit genau dieser Bezeichnung sind ein relativ neues Phänomen. Die Übungen, derer es sich bedient, sind es aber nicht. "Es ist eine Kombination aus den besten Übungen für den Rücken aus verschiedenen Konzepten", erklärt Gertrud Hirschi, die ein Buch darüber geschrieben hat. Zum einen stammen sie aus dem Yoga, zum anderen aus Rückengymnastik und -therapie, Feldenkrais und Qigong. Woraus sich der Kurs im Einzelfall bedient, kann variieren.

Auf den Körper hören

Das Wichtigste ist laut Daniel, ganz genau auf den Körper zu hören: Sagt er Stopp, dann heißt das auch, sofort aufzuhören. "Es wird niemals in einen Schmerz hineingearbeitet", sagt der Physiotherapeut Michael Preibsch. Rückenyoga soll immer dort ansetzen, wo eine Übung problemlos ausgeführt werden kann.

Yoga fördert die innere und körperliche Balance
Yoga fördert die innere und körperliche Balance Foto: thinkstockphotos.com

Das sagt der Arzt

Der Orthopäde Christoph Eichhorn sieht im Dehnen das, was Yoga im Allgemeinen und Rückenyoga im Speziellen ausmacht. "Für mich sind Yogaübungen Dehnübungen", sagt der Mediziner. Prinzipiell stehe Patienten mit Rückenbeschwerden daher nichts entgegen, einen Rücken-Yoga-Kurs zu besuchen. "Dehnungsübungen sind erstmal nicht gefährlich, wenn sie keine Bein- und Armschmerzen nach sich ziehen."

Besserung - auch Heilung?

Der Rücken-Yogalehrer hat für sich selbst schon Besserung durch die speziellen Übungen erfahren. Seine Rückenschmerzen, die ihn überhaupt erst zum Rücken-Yoga führten, seien weniger geworden, erzählt er. Ganz verschwunden seien sie aber nicht.

Lese-Tipp:

Gertrud Hirschi und Barbara Kündig: Rückenyoga (Trias Verlag)

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