Normales Trink-Wasser wird immer öfters als Lifestyle-Produkt gehandelt

Wer Wasser trinkt, gilt als gesundheitsbewusst. Immer häufiger ist die Flüssigkeit aber auch ein Lifestyle-Produkt: Es gibt Restaurants, die mehr als 50 Sorten auf der Getränkekarte haben. Ein Wassersommelier gibt Tipps zur Auswahl.

Wasser
Foto: Thinkstock

Zu Bratwurst und Grillfleisch passen nur Bier und Wein? Von wegen: Auch ein gutes Wasser kann zum kräftig gewürzten Steak durchaus schmecken. "Zum Grillen würde ich ein sehr mineralisches Wasser mit mindestens 1.000 Milligramm pro Liter an Mineralstoffen empfehlen", sagt Armin Schönenberger. "Gut wäre es, wenn Magnesium und Kalzium dabei in einem ausgewogenen Verhältnis stünden", erklärt der Wassersommelier aus Riegelsberg.

Wassersommelier

Der Mittvierziger weiß, wovon er spricht: Er ist einer von derzeit 60 zertifizierten Wassersommeliers in Deutschland. "Wasser ist heute ein Trendprodukt. Süßgetränke, Kaffee oder Bier haben die Menschen schon immer viel getrunken. Durch das neue Gesundheitsbewusstsein erlebt Wasser jedoch eine Renaissance." Sommeliers bedienen diesen Trend und profitieren davon, dass Wasser auch zu einem repräsentativen Lifestyle-Produkt geworden ist. Wie ihre Kollegen aus dem Weinsektor beraten sie vor allem die Gäste in der neudeutsch sogenannten Fine-Dining-Gastronomie. Denn Wasser ist nicht gleich Wasser: Manche Spitzenrestaurants bieten bis zu 50 verschiedene Sorten an.

Bling Wasser
Unverschämt teures Wasser Foto: Bling

Während Schönenberger zu einem deftigen Essen ein natriumhaltiges Wasser empfiehlt, eigne sich zu einem zarten Fisch mit gedünstetem Gemüse ein "eher begleitendes, das heißt niedrig mineralisiertes Wasser". Zudem passten Produkte mit viel Natrium, die also salzig schmecken, besonders gut nach dem Sport. Zu einem kräftigen, im Barriquefass gereiften Wein oder einem Kaffee sei aber ein stilles Wasser mit wenig bis keinen Mineralien ratsam. "Der starke Geschmack des Kaffees sollte nicht durch ein mineralisches Wasser übertüncht werden", betont Schönenberger. 

Teure Wässerchen

Im Unterschied zu den meisten seiner Kollegen arbeitet der Sommelier nicht in einem Restaurant, sondern berät Gastronomen und den Getränkegroßhandel. Mit mancherlei schicken Modewässern für Menschen mit großem Geldbeutel kann er nicht viel anfangen. So kommt das Bling H2O aus dem amerikanischen Tennessee mit einem Flaschenpreis von 100 Euro als derzeit teuerstes Wasser daher. Es gibt auch norwegisches Gletscherwasser oder Regenwasser aus Tasmanien. "Dafür können Sie mich nicht begeistern", sagt Schönenberger. Beim Bling H2O sei zwar der schöne Flakon etwas Besonderes, nicht aber die Qualität des Inhalts.

Gute Küche

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